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Autobauer: Opel: Image leidet unter der Krise

von Boris Hedde

Opel steckt mit seinem US-Mutterkonzern General Motors tief in der Krise. Ein Rettungspaket soll helfen. Mit den schlechten Nachrichten trüben sich auch die Imagewerte der Traditionsmarke deutlich ein.

Brandindex Opel
Brandindex Opel

Wie eine neue BrandIndex-Analyse zeigt, wirkten sich die Entwicklungen der vergangenen Wochen negativ auf das Markenimage von Opel aus. Die Marke erreichte in den vergangenen Tagen zeitweise weniger als zwölf BrandIndex-Punkte und befand sich damit sogar auf einem Jahrestief. Zum Vergleich: In den Monaten zuvor erreichte Opel im Schnitt noch 23 Punkte im BrandIndex.

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Besonders heftig reagieren aber die gemessenen Werte des so genannten „Buzz“. Im Unterschied zu den eher langfristig orientierten Indexwerten ist dieser ein Signal dafür, ob die Befragten vor kurzem etwas Positives oder Negatives über eine Marke gehört haben. Nach der Bekanntgabe von vorübergehenden Werksschließungen Anfang Oktober sackten die Buzz-Werte zum ersten Mal stark ab und erholten sich danach bislang nicht mehr.

Automarken gehören zu den Verlierern

Im Gegenteil: Als vor gut zwei Wochen die massiven wirtschaftlichen Probleme des Konzerns bekannt wurden und anschließend ein Krisentreffen im Kanzleramt stattfand, verschlechterte sich die bewertete Präsenz der Marke nochmals deutlich. Aktuell pendelt sich der Buzz bei rund minus 48 Punkten ein - damit stürzte der Wert seit Anfang Oktober insgesamt um mehr als 60 Punkte ab. Selbst die Auszeichnung des neuen Opel-Modells Insignia als „Auto des Jahres“ konnte den Absturz nicht verhindern.

Doch auch die Buzz-Werte anderer Automarken verschlechterten sich zum Teil deutlich. Insbesondere Mercedes und BMW gehören nach Opel zu den großen Verlieren der vergangenen Wochen. Die Werte anderer Hersteller wie Audi oder Toyota verschlechterte sich hingegen kaum oder, wie im Falle von Volkswagen, weniger stark.

Boris Hedde
Boris Hedde von psychonomics AG

Schlechte Buzz-Werte könnten ein Indikator dafür sein, dass sich das Image einiger Marken auf längere Frist schlechter entwickeln wird als bisher. Erste Anzeichen hierfür gibt es nicht nur bei Opel, denn nach der bereits seit Mai anhaltenden Talfahrt der Markenpräsenz sinken im BrandIndex nun auch die Imagewerte von BMW und Mercedes, die sich zuvor noch vergleichsweise stabil entwickelten.

Immerhin gibt es für Opel auch gute Nachrichten: Das von den deutschen Autokäufern bewertete Preis-Leistungs-Verhältnis liegt noch immer über dem Branchenschnitt, außerdem konnte der Hersteller die Weiterempfehlungsbereitschaft in der Öffentlichkeit seit Anfang Jahres im Schnitt leicht steigern. Dagegen wundert es nicht, dass das Arbeitgeberimage in den vergangenen Tagen einen Jahrestiefststand erreicht hat.

Zur Untersuchung: Der BrandIndex ist ein forschungsbasiertes Tool zur Markenführung. Auf der Basis einer täglichen Befragung von 1000 Personen ermöglicht er in Deutschland und vielen weiteren Ländern tagesaktuelle Imageanalysen von Hunderten Marken aus unterschiedlichsten Branchen.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 03.12.2008, 07:35 UhrAnonymer Benutzer: Dacapo

    Wen interessiert ob es ein paar Arbeitslose in der Automobilindustrie mehr gibt? Die Damen und Herren in ihrer maßlosen Arroganz, die meinen entscheiden zu können wie viel Auto der Mensch braucht. Es gibt genügend Autobauer weltweit. Es ist unnötig einem faktisch insolventen Unternehmen, auch wenn vorläufig nur mit einer bürgschaft, Finanzhilfen in Aussicht zu stellen. Deutschland braucht kein OPEL, der Markt wird es schon richten. Es sei denn mein Steuergeld wird tatsächlich für die bankrotte Autoindustrie verpulvert.

  • 02.12.2008, 14:01 UhrAnonymer Benutzer: Exitus

    bevor man andere der besserwisserei bezichtigt, sollte man mal in den Spiegel schauen. Der Steuerzahler dürfte auf jeden Fall das Geld lieber für die Zahlung der Grundsicherung heraus rücken, als es in einem Fass ohne boden in Amerika versickern zu sehen. Zumal am Ende trotzdem der Konkurs von Opel/Ford etc. steht, das Geld in Amerika versandet ist und die Arbeitslosen hier dann noch zusätzlich gezahlt werden müssen. Wer also nicht nachgedacht hat, sind allein Seie - Wolfgang. Menschen mit eingeschaltetem gehirn stimmen mir ja wohl zu, wie allenthalben zu lesen ist. Und Opel mit dieser Modellpalette hinterlässt noch nicht einmal eine Lücke im Kfz-Gewerbe. Diese zombiotische Firma am Tropf kurzfristig überleben zu lassen, schadet uns allen. Also: weg damit.

  • 02.12.2008, 12:00 UhrAnonymer Benutzer: janus

    @Wolfgang: Die Frage ist doch, ob mit einer bürgschaft sich an der prekären Situation von Opel was ändert! Was nützt es eine bürgschaft zu gewähren und GM geht trotzdem pleite. Dann ist das Geld auch noch weg. Das Geschäftsmodell von GM (und Opel) ist seit Jahren nicht zukunftsfähig. GM macht Verluste in Höhe von mehreren Milliarden. Die sind out of cash. Natürlich würde das Geld nach Amerika fließen. GM braucht bloß Opel den Geldhahn zuzudrehen und schon muß der Staat einspringen. Wäre Opel so eine tolle und rentable Marke hätte sich schon längst ein investor gefunden, der GM den Laden für viel Geld abkauft. Es kommt aber keiner! Weil Opel nur noch auf Halde produziert. Opel am Leben zu halten ist blanker Sozialismus. Der Staat greift so schon bei den banken völlig ineffizient in den Markt ein. Rick Wagoner saß neulich vorm Senatsausschuß in Washington und bettelte um Milliardenhilfen. Diese Typen haben noch nicht mal im Ansatz kapiert, daß sie es mit ihren unternehmerischen Entscheidungen waren, die die Autoindustrie an die Wand gefahren haben. Solche Unternehmen müssen vom Markt sanktioniert werden und zwar so daß sie verschwinden. Der Steuerzahler ist der letzte der für diesen Humbug noch in Haft genommen werden sollte.

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