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Autobauer: Opel-Rettung wird Husarenritt für General Motors

von Wilfried Eckl-Dorna

Die Opelaner haben es geschockt vernommen: General Motors will sich nun doch nicht von seiner deutschen Tochter trennen. Für den US-Autoriesen wird die Opel-Sanierung ein Husarenritt. Ein Kommentar von Wilfried Eckl-Dorna.

WirtschaftsWoche-Redakteur Wilfried Eckl-Dorna
WirtschaftsWoche-Redakteur Wilfried Eckl-Dorna

Die schlimmsten Befürchtungen haben sich für die Opelaner erfüllt: General Motors will sich nun doch nicht von Opel trennen, sondern seine kränkelnde Tochter im Alleingang wieder hochpäppeln.

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Abgesehen von den politischen Verstimmungen, die GMs plötzliche Kehrtwendung nach sich zieht, wird die Tochter-Rettung für den geschwächten Autoriesen zu einem Husarenritt.

Da stehen zunächst Finanzfragen im Vordergrund. GM muss in Kürze den Überbrückungskredit über 1,5 Milliarden Euro zurückzahlen. Das ist für den US-Konzern offenbar kein Problem: Eine Sprecherin von GM Europe hat dies bereits zugesagt. Das Darlehen wird am 30. November fällig, und das wird für GM billiger als angenommen: Denn Opel hat laut Angaben von Treuhand-Mitglied Dirk Pfeil nicht die volle Summe in Anspruch genommen - unter dem Strich bleiben noch 900 Millionen Euro übrig.

GM ist noch nicht über den Berg

Bis vor kurzem hieß es, dass GM für einen solchen Schritt gar nicht die nötige Liquidität habe. Doch hier hat sich das Blatt offenbar gewendet. Denn GM entstieg dem Insolvenzverfahren erst vor wenigen Monaten als schuldenfreier Phönix. Die GM-Entscheidung gegen einen Opel-Verkauf begründete Henderson auch damit, dass sich die finanzielle Lage und Stabilität von General Motors in den vergangenen Monaten verbessert habe.

So ganz nachvollziehen lässt sich Hendersons Zuversicht nicht: Zwar konnte der US-Autobauer im Oktober erstmals seit 21 Monaten ein kleines Absatzplus im Vergleich zum Vorjahresmonat vermelden. Doch über den Berg ist GM damit noch lange nicht. Bevor GM in die Insolvenz schlitterte, hatte Henderson noch relativ optimistische Absatzziele für den US-Markt in sein damaliges Sanierungskonzept hineingeschrieben. Darin stand etwa auch, dass sich der Absatz bald wieder stabilisieren werde. Doch davon war zuletzt nichts zu bemerken. GM verlor, vom letzten Monat mal abgesehen, konstant Marktanteile.

GMs Opel-Sanierungsversuche schlugen bisher fehl

Auch wenn Opel wegen der Abwrackprämie Zulassungsrekorde vemeldete: In Summe geht es dem deutschen Autobauer weiterhin wirtschaftlich schlecht. In diesem Jahr wird Opel, so meinen Experten, einen Milliardenverlust einfahren – trotz aller Meldungen über die steigenden Verkaufszahlen. Nach wie vor hat Opel keine klare Positionierung und keine entsprechend ausgerichtete Fahrzeugpalette.

Genau das soll jetzt der GM-Sanierungsplan lösen (Details dazu hier). Henderson kündigte gestern an, dass GM die Sanierungskosten mit rund drei Milliarden Euro veranschlagt. Einen genauen Plan will GM in Kürze vorlegen.

Für GM wird die Sanierung von Opel günstiger als für externe Investoren, weil der Autokonzern keine Lizenzgebühren für die Patentrechte zahlen muss, da sie sich ohnedies in seinem Besitz befinden. Meldungen zufolge will GM eine Insolvenz von Opel vermeiden und die Fixkosten um 30 Prozent reduzieren, wie es der bereits Ende 2008 erstellte „Viability-Plan“ des Konzerns vorsieht. Zu einem möglichen Stellenabbau wollte sich GM noch nicht äußern.

Neu sind solche Sanierungsversuche für die Opelaner nicht: In den vergangenen Jahrzehnten hat GM mehrfach versucht, Opel auf wirtschaftlich solidere Achsen zu stellen - ohne Erfolg.

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28 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 05.11.2009, 16:01 UhrAnonymer Benutzer: Flipperkugel

    @Dennis
    Zitat: "Staatshilfen sollte es nur für potenzielle Käufer geben.."
    Wie kommt man denn immer auf solche Aussagen? ist es denn jetzt schon zur Normalität geworden, dass jede Firma, die nicht mehr überlebensfähig ist, Staatshilfen bekommt??? Man sollte mit diesem Gehabe so schnell wie möglich aufhören. So schlimm es für die einzelnen Mitarbeiter von OPEL auch ist, aber Staatsgelder haben noch nie einem Unternehmen dauerhaft geholfen. besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Kein Mensch braucht OPEL. Es gibt weltweit Überkapazitäten. Die kleine Lücke die OPEL hinterlässt wird doch nahtlos von einem anderen Hersteller geschlossen.

  • 05.11.2009, 15:35 UhrAnonymer Benutzer: Matterhorn

    es ist einfach herrlich wie unsere Pappnasen vorgeführt wurden -
    es war schon immer so, dass die "besten Freunde " des Teufels
    Generäle sind......da nützt auch die wiederlichste Schleimerei nichts

  • 05.11.2009, 12:05 UhrAnonymer Benutzer: Helmers

    Das Management von GM hat es fertig gebracht die Zukunft auszumustern und zu verschrotten. Der EV 1, ein Elektrofahrzeug wurde verschrottet. Nun sahen sie den Erfolg der Japaner und haben schnell den Volt nachgeschoben, viel zu spät kommt dieses Fahrzeug auf den Markt. Statt das man dieses Fahrzeug hier sofort auf den Fertigungsstraßen baut, denkt dieses Drecksmanagement an Erpressung, Werksschließungen nach. Von uns gibt es für solche Nieten keinen müden Euro mehr.

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