Autobauer: Porsche baut Mini-Cayenne

Autobauer: Porsche baut Mini-Cayenne

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Logos der Porsche AG

Stühlerücken bei Porsche: Der VW-Manager Matthias Müller soll Berichten zufolge neuer Porsche-Chef werden, der jetzige Chef Michael Macht wechselt in den VW-Vorstand. Zudem soll Porsche in einer fünften Modellreihe künftig kleine Geländewagen bauen.

Der VW-Manager Matthias Müller soll neuer Chef des Sportwagenbauers Porsche werden. Der Wechsel von Wolfsburg nach Stuttgart wird zwar weder von Volkswagen noch Porsche offiziell bestätigt. Aus Konzernkreisen hieß es jedoch gestern, Müller würden seine profunden Kenntnisse der Produktplanungen bei VW und Audi für die Integration von Porsche in den VW-Konzern zu Gute kommen. Es müssten nur noch Kleinigkeiten für den Chefwechsel geregelt werden.

Auslöser für den Personaltausch ist, dass VW-Boss Martin Winterkorn den noch amtierenden Porsche-Vorstandsvorsitzenden Michael Macht zum neuen Produktionschef und Vorstandsmitglied bei Volkswagen machen will. Müller (57) ist seit 2007 Leiter der Produktstrategie und -planung bei VW. Davor leitete er das Produktmanagement der Audi-Marken und gilt seit dieser Zeit als enger Vertrauter von Winterkorn.

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Laut einem Exklusiv-Bericht des Handelsblatts soll Macht weggelobt werden, weil es ihm in Augen der VW-Oberen an Durchsetzungskraft mangelt. Müller wird hier mehr zugetraut. Doch die Pläne von VW-Aufsichtratschef Ferdinand Piëch reichen laut dem Bericht als die Personalrochade: Müller soll eine neue Manufaktur eröffnen, in der die fünfte Baureihe von Porsche entstehen soll. Bislang hat Porsche vier Baureihen im Programm: den 911, den Boxster, den Cayenne und den Viertürer Panamera.

Die WirtschaftsWoche hatte bereits im März dieses Jahres berichtet, dass Porsche eine fünfte Baureihe überlege, die entweder einen neuen Roadster unterhalb des Boxster oder einen kleinen SUV unterhalb des Cayenne beinhalten sollte. Bislang war die Entscheidung über die Baureihe laut WirtschaftsWoche-Informationen ausgesetzt - laut Handelblatt dürfte die Entscheidung aber in Richtung Klein-Geländewagen laufen.

Mit einer kleineren Variante des Geländewagens Cayenne soll der Sportwagenbauer neue Kunden gewinnen, heißt es im Handelsblatt, die bisher vor allem auf BMW und Mercedes setzten. Der Cayenne erwies sich für den Autobauer als großer Erfolg: Seit der Einführung des Nobel-Geländeautos konnte Porsche die Zahl der jährlich verkauften Autos von 50.000 auf 92.000 steigern.

VW besetzt Porsche-Spitze mit Vertrauensleuten

Mit dem Personalkarussell wird immer deutlicher, dass Winterkorn und Piëch Schritt für Schritt das Spitzenmanagement bei den Schwaben auswechseln und mit Vertrauten aus den eigenen Reihen besetzen will. Nach dem verlorenen Machtkampf mit Volkswagen mussten bereits Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und sein Finanzvorstand Holger Härter im vergangenen Sommer ihren Hut nehmen. Die Sportwagenschmiede soll ab 2011 als zehnte Marke in den VW- Konzern integriert werden.

In verschiedenen Medienberichten wird spekuliert, dass auch der amtierende VW-Produktionsvorstand Jochem Heizmann und Porsche- Entwicklungsvorstand Wolfgang Dürheimer ihre Posten verlieren. Während Heizmann als Chef einer neuen VW-Lastwagengruppe im Gespräch ist, könnte Dürheimer möglicherweise Franz-Josef Paefgen, der in den Ruhestand geht, bei Bentley nachfolgen.

Noch nicht klar ist, ob sich das Personalkarussell noch vor der VW-Sommerpause Anfang Juli dreht oder ob die Rochaden im September bekanntgegeben werden. Die Betriebsferien beginnen bei Volkswagen am 5. Juli. Bis dahin müssten dann auch die Führungsgremien der beiden Autobauer dem Wechsel ihrer Top-Kräfte zustimmen. Termine für Aufsichtsratssitzungen soll es aber bislang noch nicht geben.

VW droht Verlust von US-Chef

Auch in den USA, einem der wichtigsten Märkte für VW, gibt es eine Personalie zu vermelden - die ist allerdings wohl kaum im Sinne der VW-Führungsmannschaft: Einem Zeitungsbericht zufolge droht VW der Verlust seines wichtigsten Managers in den USA. VW-Nordamerika-Chef Stefan Jacoby wechsele zum Konkurrenten Volvo, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung" heute vorab unter Berufung auf nicht näher genannte Kreise. Der 52-Jährige leitet das US-Geschäft seit 2007.

Volkswagen erklärte, die Stelle von Jacoby als Amerika-Chef übergangsmäßig neu besetzt zu haben, bis dessen Vertragssituation geklärt sei. „Wir halten Vertragsgespräche mit Stefan Jacoby“, teilte Europas größter Autobauer mit. Diese seien noch nicht beendet. Bei Volvo soll Jacoby dem Bericht zufolge den Briten Stephen Odell (55) ablösen, der Europachef des amerikanischen Autoherstellers Ford werden solle. Die defizitäre schwedische Marke Volvo wird derzeit nach China verkauft.

Der Wechsel von Jacoby solle im August vollzogen werden, wenn der bereits im März vereinbarte Verkauf an Chinas größten privatwirtschaftlichen Autohersteller Geely wirksam werde, berichtete die Zeitung. Europas größter Autobauer zieht in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee gerade ein neues Werk hoch und will seinen Marktanteil auf dem einst weltgrößten Automarkt mit speziell für den amerikanischen Geschmack konzipierten Modellen steigern. Unter den großen Pkw-Märkten gehören die USA neben China zu den derzeit am stärksten wachsenden Ländern.

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