Autobauer: Porsche: Milliardenklagen auch in Deutschland geplant

Autobauer: Porsche: Milliardenklagen auch in Deutschland geplant

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Logo des Sportwagenbauers Porsche

von Martin Seiwert

Die Schadenersatzklagen von US-Anwälten gegen Porsche greifen nun auch auf Europa über: Der Sportwagenbauer muss nun auch mit Milliarden-Klagen aus Deutschland rechnen.

Zusätzlich zu den rund zwei Milliarden Dollar Schadenersatz, die US-Kläger von Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, vom ehemaligen Finanzvorstand des Unternehmens, Holger Härter, sowie von Porsche fordern, bereitet nun auch die auf Kapitalmarktrecht spezialisierte Münchner Kanzlei CLLB Klagen in Milliardenhöhe vor.

CLLB vertritt gemeinsam mit der amerikanischen Rechtsanwaltskanzlei DRRT rund ein Dutzend Fondsgesellschaften, die Porsche auf Schadenersatz verklagen wollen – zusätzlich zu den bereits bekannten Klägern aus den USA. „Das derzeit von uns vertretene Schadenvolumen beläuft sich auf mindestens 2,4 Milliarden Euro“, sagt CLLB-Anwalt Franz Braun. Und diese Summe, so betont Braun, sei noch vorsichtig gerechnet. So seien etwa die Schäden aus Leerverkäufen noch nicht in der Schadensumme enthalten. CLLB wird Porsche Marktmanipulation vor. Porsche, Wiedeking und Härter bestreiten die Vorwürfe.

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Nach Informationen der WirtschaftsWoche hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart ihre Ermittlungen ausgeweitet und ermittelt inzwischen gegen insgesamt drei Personen aus dem Umfeld von Porsche, darunter Wiedeking und Härter, sowie gegen sieben Personen eines anderen Unternehmens wegen des Verdachts der Marktmanipulation und des Verdachts auf Weitergabe von Insiderinformationen. Bei Porsche hält man den Verdacht für unbegründet, was auch durch unabhängige Rechtsgutachten bestätigt werde.

Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft gegenüber der WirtschaftsWoche sagte, werde inzwischen wegen drei verschiedener Formen von Marktmanipulation, die das Wertpapierhandelsgesetz unterscheide, ermittelt. Zuvor waren es zwei. Zudem habe die Staatsanwaltschaft Stuttgart ein Ermittlungsverfahren der Frankfurter Staatsanwaltschaft in ähnlicher Sache übernommen. Auch der untersuchte Zeitraum wurde ausgeweitet: Nun wird der Zeitraum Oktober 2008 bis Juni 2009 untersucht, zuvor beschränkte sich die Untersuchung auf Februar bis Juni 2009.

Porsche hat sich bereits am 24. März mit den US-Klägern auf ein gemeinsames Vorgehen in der vorliegenden Schadenersatzklage geeinigt. Der Fahrplan des Verfahrens, der der WirtschaftsWoche vorliegt, sieht vor, dass Porsche US-Anwälten von Dezember 2010 an Einblick in alle relevanten Vorgänge im Unternehmen gewähren muss. Die Suche nach Beweismaterial für mögliche Kursmanipulationen soll bis zum 30. Juni 2011 andauern. Danach schließt sich eine Befragung von Mitarbeitern an, die Porsche bis zum 15. Dezember 2011 über sich ergehen lassen muss. Bis Mai 2012 sollen die Ergebnisse feststehen.

Bei Volkswagen werden drastische Folgen der Klagen nicht ausgeschlossen. Im Wertpapierprospekt, den Volkswagen zur Kapitalerhöhung im März veröffentlichte, heißt es: „Potenzielle Schadensersatzverpflichtungen der Porsche Automobil Holding SE könnten deren Vermögens- und Liquiditätslage erheblich belasten und bei Erreichen einer erheblichen Größenordnung sogar zur Insolvenz der Porsche Automobil Holding SE führen.“

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