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Autobauer: Porsche schlüpft 2011 unter das Dach von Volkswagen

von Wilfried Eckl-Dorna

Neue Ära für Volkswagen und Porsche: Nach langem Machtkampf einigten sich die Aufsichtsräte beider Unternehmen auf eine gemeinsame Grundstruktur. VW-Chef Winterkorn führt das ab 2011 entstehende Gesamtunternehmen - und will Jagd auf Toyota machen.

Der VW-Chef Martin Winterkorn Quelle: dpa
Der VW-Chef Martin Winterkorn (r) und der Porsche-Vorstandsvorsitzende Michael Macht (l) Quelle: dpa

Die Aufsichtsräte von Porsche und Volkswagen machten gestern nach einem monatelangen Übernahme-Machtkampf den Weg für ein neues Autoimperium frei. Im Laufe des Jahres 2011 sollen die beiden Autobauer miteinander verschmelzen. An der Spitze steht als neuer starker Mann VW-Chef Martin Winterkorn. Sitz des integrierten Automobilkonzerns ist Wolfsburg.

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Mit dem kleinen, aber ertragsstarken Sportwagenbauer als zehnter Marke im Konzern will VW bei der Jagd auf den weltgrößten Autobauer Toyota Gas geben. VW will zunächst für rund 3,3 Milliarden Euro mit 42 Prozent beim Porsche-Automobilgeschäft (Porsche AG) einsteigen. Außerdem soll das österreichische Autohandelsgeschäft von Porsche an VW verkauft werden. Wie viel Geld dabei fließen soll, wurde zunächst nicht bekannt. 

Verschmelzung im Jahr 2011

Im ersten Halbjahr 2010 soll es bei VW eine Kapitalerhöhung geben, ein Jahr später dann auch bei der Porsche SE. Damit will Porsche seinen massiven  Schuldenberg in den Griff bekommen. Im Laufe des Jahres 2011 wird eine Verschmelzung der Volkswagen AG mit der Dachgesellschaft Porsche Automobil Holding SE angestrebt, die mit knapp unter 51 Prozent der Anteile noch immer die Mehrheit an VW hält.

Die Verhandlungen mit dem Emirat Katar über einen Einstieg bei VW und Porsche sollen fortgesetzt werden. Laut Informationen der WirtschaftsWoche könnten diese noch heute abgeschlossen werden. In den kommenden Wochen sollen die Details zur Umsetzung des Konzepts ausgearbeitet werden. Die Gläubigerbanken von Porsche müssen der Vereinbarung noch zustimmen.

Porsche "ideale Bereicherung" für VW

Der frühere Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und sein Finanzchef Holger Härter hatten sich bei der geplanten Übernahme von VW massiv verzockt und mindestens zehn Milliarden Euro Schulden angehäuft. Beide hatten vor drei Wochen als Konsequenz daraus ihren Hut genommen. Der grundlegenden Einigung war eine nervenaufreibende und schmutzige Übernahmeschlacht vorausgegangen. Als Sieger ging daraus vor allem VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hervor. VW-Chef Winterkorn bezeichnete Porsche als „ideale Bereicherung“ für den VW-Konzern.

VW und Porsche starteten gemeinsam in eine „neue vielversprechende Ära“. VW habe alle Chancen, die Nummer eins in der Welt zu werden. Die Porsche AG bleibe eine eigenständige Gesellschaft mit Sitz in Stuttgart-Zuffenhausen, die Standorte und Arbeitsplätze bei Porsche seien sicher. 

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2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 14.08.2009, 17:09 UhrAnonymer Benutzer: Hugo Boss

    @ bewian:

    Sie schreiben: "Was hat das alles für einen Sinn gemacht, wem hat es was gebracht?"

    Ganz einfach, dank Wiedeking gehoeren der Porsche Familie jetzt 50% von VW. Vielleicht auch etwas weniger, aber mit Sicherheit wir der Porsche Clan in Zukunft entscheiden was bei VW passiert.

  • 14.08.2009, 16:48 UhrAnonymer Benutzer: bewian

    Was der ganze Mist sollte dürfte wohl nur einigen Eingeweihten klar sein. Vor dem Übernahmepoker waren zwei getrennt agierende Unternehmungen erfolgreich und "finanziell relativ gesund" am Markt. Drei Jahre später, nach gescheitertem Übernahmeversuch des "Kleineren" den "Größeren" zu schlucken gibt es nur Verlierer (bis auf die Aktienbesitzer, die noch preiswert vor dem Gezocke gekauft haben oder zwischenzeitlich Gewinne realisiert haben und natürlich das Porsche-Management durch exorbitant hohe bonuszahlen. Ergebnis: Porsche eigentlich pleite, verkauft an VW, geht später im großen Konzern unter, wenn erst mal Massenteile verbaut werden ist auch die Exklusivität dahin, VW mit einer "Nobelmarke" die so gar nicht reinpasst ins Massengeschäft, mehrere Milliarden Cash für den blödsinnigen Zukauf von Porsche, Aktionäre die mit einer Kapitalerhöhung die Zockerschulden begleichen müssen, und zu guter letzt noch ein neuer, zusätzlicher Großaktionär. Wenn das "Tagesgeschäft beginnt", wird auch der viel zu hohe VW-Kurs wieder in Richtung "reale bewertung" 60-70 Euro starten. Frage: Was hat das alles für einen Sinn gemacht, wem hat es was gebracht? Zum Schluss blieb wohl nicht andres mehr übrig als diesen Weg zu gehen um nicht alles zu gefährden. Klasse Management-Leistung, aber das ist ja keine Ausnahme.

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