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Autobauer: Schadenersatzklage gegen BMW in Milliardenhöhe

von Franz W. Rother

Der Münchner Autobauer BMW ließ General Motors auf einer Sechsgang-Automatik sitzen - und sieht sich nun mit einer Schadensersatzklage in Milliardenhöhe konfrontiert.

Mit einer Milliardenklage könnte demnächst eine bald 20-jährige Zusammenarbeit zwischen BMW und dem US-Zulieferer GM Powertrain enden. Die Amerikaner hatten für den deutschen Autobauer seit 1991 Vier- und Fünfganggetriebe entwickelt und gebaut, etwa für die 3er- und 5er-Baureihe.

Aufgrund der langjährigen Lieferbeziehungen hatte BMW der GM-Tochter im Mai 2004 den Auftrag zu Entwicklung und Bau einer Sechsgang-Automatik für Mittelklasseautos, den Geländewagen X3 und ein neues Auto der unteren Kompaktklasse erteilt. Vereinbart wurde die Lieferung von jährlich wenigstens 200.000 Einheiten des Typs 6L45 aus dem Werk Straßburg – zum Stückpreis zwischen 1260 Euro (zum Produktionsstart) und 1150 Euro (zum Ende der Produktion 2015). Über die gesamte Vertragslaufzeit und samt Entwicklungskosten von 19 Millionen Euro hatte der Vertrag für GM einen Wert von über einer Milliarde Euro.

Lachender Dritter in Friedrichshafen

Starten sollte die Produktion 2008. Doch dazu kam es nicht. Nach Darstellung der GM-Nachfolgeorganisation Motors Liquidation Company (MLC), in die 2008 nach der Insolvenz des Autokonzerns das Getriebewerk Straßburg ausgelagert worden war, hatte BMW das Lastenheft mehrfach erweitert - und den Vertrag dann am 10. Dezember 2009 komplett gekündigt.

„Das GM-Getriebe war nicht mehr wettbewerbsfähig“, heißt es in München. MLC bestreitet dies vehement und fordert von BMW Vertragserfüllung oder Schadensersatz - nach dem Verlust des BMW-Vertrags steht das Werk Straßburg vor der Schließung. Lachender Dritter ist ZF: Die Friedrichshafener liefern nun ersatzweise eine Achtgang-Automatik.

17 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 01.04.2010, 12:48 UhrAnonymer Benutzer: wiwo.de

    <p><font size="2">
    <p>Aus rechtlichen Gr&uuml;nden war die Redaktion verpflichtet, den Kommentar zu entfernen</p>
    </font></p>

  • 14.02.2010, 08:25 UhrAnonymer Benutzer: Insider

    [...]

  • 02.02.2010, 16:28 UhrAnonymer Benutzer: CL

    Das geht vor Gericht nicht durch. Nach GM's eigenen Vertragsbedingungen, die sie ihren Zulieferern aufzwingen, kann ein Vertrag jederzeit gekuendigt werden, wenn das Produkt hinsichtlich Preis, Qualitaet, Design usw. usw. nicht mehr wettbewerbsfaehig ist. Diese 5-Jahres-Vertraege sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen.

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