Autobauer: Schnäppchenjäger bei BMW aufgepasst

KommentarAutobauer: Schnäppchenjäger bei BMW aufgepasst

Bild vergrößern

BMW-Neuwagen in Bremerhaven vor dem Weitertransport

Die BMW-Zahlen für das dritte Quartal sind noch schlechter ausgefallen, als die Analysten vorhergesagt hatten. Trotzdem steigt die Aktie wie lange nicht mehr. Das zeigt: Die Erwartungen für die Autobranche sind so düster, dass schon kleinste positive Indikationen die Börsianer in Kauflaune versetzen.

Der Absatz mies, der Gewinn um zwei Drittel eingebrochen, das Renditeziel zum zweiten Mal kassiert – gibt es da irgendetwas zu feiern? Anscheinend schon, wenn man sich den heutigen Kursverlauf der BMW-Aktie mit plus acht Prozent anschaut. Offenbar hatte mancher Händler ein noch viel größeres Desaster erwartet als das, was der Münchner Autohersteller verkündet hat. Und offenbar genügte schon die Aussage, man werde zum Jahresende ein deutlich positives Konzernergebnis erzielen, um die Schnäppchenjäger auf den Plan zu rufen. Frei nach dem Motto: Viel schlimmer kann es jetzt ja nicht kommen.

Doch – kann es. Es gibt gute Gründe, warum BMW-Chef Norbert Reithofer auf jedweden Ausblick auf das Jahr 2009 verzichtet hat. Es ist schlechterdings unmöglich, einen zu geben. Niemand weiß, ob sich der Automarkt im kommenden Jahr auch nur ansatzweise wieder erholt. Und während BMW beim Thema Restwerte mit mehr als einer Milliarde Rückstellungen jetzt zumindest ganz ordentliche Vorsorge betrieben zu haben scheint, lauern auf die Autohersteller an anderer Stelle neue Gefahren.

Anzeige

Was passiert, wenn im Zuge der Krise einige der oft nur mit einer hauchdünnen Kapitaldecke ausgestatteten Autozulieferer umfallen und gerettet werden müssen, weil sonst die Produktion ausfällt? Die Kosten dafür müssten wohl die Hersteller tragen. Und was passiert, wenn die Strukturverschiebung im Automarkt hin zu kleineren Fahrzeugen kein vorübergehendes Phänomen ist, sondern viele Kunden Ihr persönliches Mobilitätskonzept für immer ändern? So schnell kann sich die Branche selbst mit viel gutem Willen nicht an die neuen Kundenerfordernisse anpassen.

Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Katzensteiner

Es kommentiert WirtschaftsWoche-Redakteur Thomas Katzensteiner

Zugegeben: Die Titel von BMW und Daimler sind derzeit, betrachtet man die fundamentalen Kennzahlen, wirklich nicht als teuer zu bezeichnen. Und man darf sicherlich auch annehmen, dass die deutsche Autoindustrie am Ende gestärkt aus dieser Krise hervorgehen wird. Nur wie lang und wie tief das Tal der Tränen sein wird, vermag jetzt niemand zu sagen. Wer jetzt mit Autoaktien spekuliert - und das gilt vor allem für kurzfristig orientierte Anleger - muss sich dessen bewusst sein.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%