Autobauer: Toyotas "Comeback"-Strategie setzt auf preiswerte Hybrid-Autos

Autobauer: Toyotas "Comeback"-Strategie setzt auf preiswerte Hybrid-Autos

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Toyota Prius Plug-In Hybrid

von Franz W. Rother

Deutschland-Chef Yasuda warnt vor überzogenen Erwartungen an das Elektroauto. Stattdessen will Toyota mit preiswerten Hybrid-Autos die Krisen der letzten Zeit hinter sich lassen.

Mit einer Hybridoffensive will Toyota in den kommenden Monaten zurück auf die Erfolgsspur finden. Der derzeit noch weltgrößte Automobilhersteller war in den zurückliegenden 18 Monaten durch allerlei Rückrufaktionen, eine Führungsdiskussion und zuletzt durch die Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe aus dem Tritt gekommen. Das Erdbeben in Ostjapan und der GAU im Atomkraftwerk Fukushima hatten dazu geführt, dass die Produktion in den japanischen Toyota-Werken sowie bei zahlreichen Zulieferern  für mehrere Monate gestoppt werden musste. Erst seit 1. September läuft die Autoproduktion von Toyota wieder auf vollen Touren.

Für Konzernchef Aikido Toyoda  hat nun die Comeback-Phase gestartet – der Volkswagen-Konzern und die koreanische Hyundai-Gruppe hatten die Schwächephase von Toyota dazu genutzt, den Japanern auf den wichtigsten Märkten in Asien, Nordamerika und Europa Marktanteile abzujagen. Mit einer Flotte neuer, preiswerter Hybridfahrzeuge beginnt nun die Rückeroberung der Kunden. Bis zum Jahr 2015 sollen insgesamt zehn neue Vollhybrid-Autos auf den Markt kommen, die sowohl einen Verbrennungs- als auch einen Elektromotor unter der Haube haben. Bei einem Besuch in Düsseldorf wenige Tage vor der Eröffnung der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt verriet der aus Japan angereiste General Manager Shinji Miyatake im Gespräch mit der WirtschaftsWoche Details der Zukunftsplanung.

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„Wir werden unsere Palette an umweltfreundlichen Fahrzeugen zügig ausbauen und Toyota Europa wird als  Zentrum für die globale Planung von Kompaktwagen dabei sicher eine wichtige Rolle spielen“, so Miyatake. Ermutigt durch die guten Erfolge des Hybridautos Toyota Prius und der Hybridversion des in England produzierten Kompaktwagen Auris soll Ende 2012 eine Hybridvariante des Kleinwagen Yaris folgen. Wie Toshiaki Yasuda, der Präsident von Toyota Deutschland, andeutete, wird der Wagen weniger als 20.000 Euro kosten. Möglich werde dies durch Skaleneffekte und Kostensenkungen bei der Produktion des Hybrid Synergy Drive. Diese machten es möglich, den Auris Hybrid (22.900 Euro) annähernd  zum gleichen Preis anzubieten wie den Auris mit dem 2.0 Liter großen Dieselmotor (21.800 Euro).

Bereits vorher kommt das Hybridauto Prius in einer an der Steckdose wiederaufladbaren Version auf den Markt. Über den Preis des Prius Plug-in ist laut Yasuda noch nicht final entschieden, aber der Wagen werde keine 40.000 Euro kosten und damit deutlich preiswerter sein als das konkurrierende Hybridauto Ampera von Opel – 42.900 Euro werden hier ab Ende 2011 aufgerufen. Erwartet wird ein Kaufpreis um die 35.000 Euro. Der Toyota Prius  Plug- in mit einer wieder aufladbaren Lithium-Ionen-Batterie wäre dann etwa 8000 Euro billiger als der Opel Ampera, aber auch 8000 Euro als der aktuelle Prius, der noch mit einer Nickelmetallhydrid-Batterie ausgestattet ist. Durch den Hochleistungs-Akku  steigt die Reichweite des Prius im emissionsfreien Elektrofahrmodus von zwei auf 20 Kilometer. Nach Angaben von Toyota-Technikern könnte  die gleiche Batterie auch eine Reichweite von 40 Kilometern darstellen, denn mit Rücksicht auf die Lebensdauer wird im Alltagsbetrieb nur ein Teil der Ladekapazität genutzt.   

Obwohl Toyota in Panasonic einen erfahrenen Batteriehersteller an seiner Seite weiß und bereits große Erfahrungen mit der Elektrotraktion hat, gab sich Yasuda im Gespräch mit der WirtschaftsWoche beim Thema Elektroauto auffallend zurückhaltend. Toyota werde im kommenden Jahr zwar eine elektrogetriebene Variante des Stadtautos iQ auf den deutschen Markt bringen, den Stromer aber nicht offensiv vermarkten oder sogar mit Marketinggeldern subventionieren: „Wir müssen mit dem Auto schließlich Geld verdienen.“ Da es auch keine Förderung von Elektroautos durch die Bundesregierung gebe, müsse man sich auch genau überlegen, wie viele Elektro-iQ man überhaupt nach Deutschland importiere. Yasuda: „Über das Marktvolumen müssen wir uns unterhalten.“  Alles hänge vom Prizing ab – aber ein Billigauto werde der lautlose und emissionsfreie  iQ sicher nicht.

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