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Autobauer: Trügerischer Frieden bei Opel

von Wilfried Eckl-Dorna

Seit Monaten versucht General Motors, die Opelaner auf einen harten Sanierungskurs einzuschwören. Nun macht der US-Autobauer ernst mit seinen geplanten Einschnitten. Die Gewerkschafter werfen dem Management Wortbruch vor. Das stimmt in einigen Punkten – doch gerade für die Deutschen fällt die Sanierung deutlich milder aus als zunächst befürchtet.

Opel-Logo auf einem Auto vor Quelle: REUTERS
Opel-Logo auf einem Auto vor dem GM-Werk in Antwerpen Quelle: REUTERS

Viel hatte den Opelanern in den vergangenen Monaten zugemutet, vieles haben sie ohne gröbere Proteste hingenommen: Kaum Widerstand regte sich gegen den harten Restrukturierungsplan des Beinahe-Opel-Käufers Magna - der Autozulieferer wollte jeden fünften Job streichen. Die Empörung über das Platzen des Opel-Verkaufs in fast letzter Minute verpuffte nach ein paar Protestmärschen. Selbst die monatelange Wartezeit auf einen endgültigen Sanierungsplan nahmen die Opelaner mit einer bewundernswerten Lethargie hin.

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Doch nun soll nach dem Willen der Gewerkschaften Schluss sein mit dem Konsenskurs. Für Aufruhr sorgt ausgerechnet die Schließung einer Produktionsstätte im Ausland, die ohnedies seit Monaten ohne Zukunft war: Antwerpen. Vor wenigen Tagen hat General Motors erklärt, das belgische Werk bis Mitte des Jahres zu schließen.

Opel-Chef rechnet mit Einigung trotz Widerständen

Damit hat GM nach Monaten des Herumdrucksens endlich klar ausgesprochen, womit ohnedies die meisten Branchenexperten gerechnet hatten. Doch die Gewerkschaften laufen seither Sturm.

Als „Kriegserklärung“ an alle europäischen Arbeitnehmer bezeichnet Opel-Aufsichtratsmitglied Armin Schild das Aus für Antwerpen. Der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel warnte davor, dass den Beschäftigten noch weitere Einschnitte drohen könnten. Die Gewerkschfter wollen sich „jeder Werksschließung“ widersetzen und betonen die „lange Geschichte europäischer Solidarität bei gemeinsamen Aktionen“. Im Klartext: Sie drohen mit europaweiten Streiks.

Opel-Chef Nick Reilly gibt sich trotz des Protestes unerschrocken: Er erwartet, dass das Sanierungskonzept noch im Februar unterzeichnet werden kann. In den kommenden zwei bis drei Wochen will Reilly sich mit den Gewerkschaften und Betriebsräten einigen. Zeitgleich wird das Konzept auch von den Regierungen geprüft, bei denen Opel insgesamt 2,7 Milliarden Euro Staatshilfe beantragt hat.

Reilly hat noch einiges vor sich: Von den Belegschaft fordert der Opel-Chef einen Lohnverzicht von jährlich 265 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren. Dieser Spar-Beitrag ist neben den Staatshilfen ein wichtiger Bestandteil des 3,3 Milliarden schweren Restrukturierungsplan, den das neue Opel-Management ausgearbeitet hat. Doch der Betriebsrat stellt sich bei Lohneinschnitten mit Verweis auf Antwerpen quer. Reilly wird den Opelanern also bei einigen anderen Forderungen entgegenkommen müssen - etwa bei der Umwandlung der Adam Opel GmbH in eine Aktiengesellschaft.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 27.01.2010, 15:06 UhrAnonymer Benutzer: Opelaner

    Hätten die Gewerkschafter und betriebsräte bei der letzten Restrukturierung nicht so viele Wellen gemacht und schon damals ein Werk geschlossen! Wäre man jetzt schon viel weiter!

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