Autobauer: Verluste und scharfer Sparkurs bei Daimler

Autobauer: Verluste und scharfer Sparkurs bei Daimler

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Daimler-Beschaeftigte, mit Pappmasken als Daimler-Chef Dieter Zetsche verkleidet

Daimler rechnet weiter mit Verlusten und verschärft seinen Sparkurs - auch Entlassungen werden nicht mehr ausgeschlossen. Konzernchef Dieter Zetsche verkleinert den Vorstand und räumte auf der Hauptversammlung eigene Fehler ein.

Vor der Hauptversammlung von Daimler in Stuttgart war der Zustand des Autobauers zu besichtigen. Verkleidet mit Masken, die das Gesicht von Konzernchef Dieter Zetsche zeigten, protestierten Beschäftigte gegen die geplanten Lohnkürzungen. „Notopfer – 2000 000 000 Euro“ stand auf Plastikbechern und T-Shirts der Demonstranten.

Gestern hatte der Konzern noch Hoffnungszeichen vermeldet. Die Absatzzahlen im März hatten sich im Vergleich zum Jahresanfang verbessert. Daimler hatte im vergangenen Monat weltweit 110.400 Fahrzeuge der Marken Mercedes-Benz, Smart, AMG und Maybach ausgeliefert. Das waren 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Im Februar hatte der Absatzrückgang allerdings noch bei 25 Prozent gelegen.

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Verlust und verschärfter Sparkurs bei Daimler

Doch auch wenn sich der Absatzeinbruch verlangsamt hat, erwartet Daimler frühestens in der zweiten Jahreshälfte eine Erholung der Branche. Im laufenden Jahr sei deshalb mit weiteren erheblichen Belastungen für das Konzernergebnis zu rechnen, teilte Daimler am Mittwoch unmittelbar vor der Hauptversammlung in Berlin mit. Eine genauere Prognose sei aktuell nicht möglich.

Für das erste Quartal bekräftigte Daimler, einen Verlust zu erwarten. Das Ergebnis werde „deutlich“ negativ sein. Daimler hatte erst in der vergangenen Woche angekündigt, seinen Sparkurs zu verschärfen, weil ein Ende der Absatzkrise nicht in Sicht sei. Allein bei den Personalkosten in Deutschland will der Stuttgarter Konzern - der zuletzt 68.000 Beschäftigte kurzarbeiten ließ - in diesem Jahr rund zwei Milliarden Euro einsparen.

Konzernchef Zetsche schloss auch Entlassungen nicht mehr aus. Dieser „äußerste Fall“ könne eintreten, wenn die Krisendynamik anhalte, um Entlassungen zu verhindern "werden wir unsere Maßnahmen auf anderen Gebieten nochmals verstärken“, erklärte Zetsche und bekräftigte den rigiden Sparkurs des Unternehmens.

Zetsche hat auch eingeräumt, im vergangenen Jahr nicht sofort auf den Absatzeinbruch reagiert zu haben. Deshalb seien zu viele Autos auf Halde produziert worden. „Ich gebe zu: Im Nachhinein würden wir uns wünschen, wir hätten Mitte letzten Jahres sogar noch früher gebremst“, sagte er am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Berlin.

Schwierigkeiten beim Abschluss des Kapitel Chrysler

Der teure Ein- und Ausstieg beim US-Autobauer Chrysler soll möglichst bald der Vergangenheit angehören: Nach Konzernangaben wurden die 22 Chrysler-Vertriebsgesellschaften außerhalb der Region Nafta, die bislang noch von Daimler fortgeführt worden waren, zum 31. März an die Chrysler-Holding übertragen. Die Belastungen durch Chrysler und der schleppende Verkauf der großen Mercedes-Modelle hatten den Gewinn bei Daimler im vergangenen Jahr einbrechen lassen.

Die Verhandlungen des Automobilkonzerns Daimler über die Abgabe seiner verbliebenen Beteiligung am US-Autobauer Chrysler gestalten sich schwierig. Es würden weiter Gespräche geführt, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Berlin. Allerdings halten die Stuttgarter die Ansprüche des Haupteigners Cerberus für unberechtigt.

Daimler hatte die Mehrheit an seiner früheren US-Tochter 2007 an den Finanzinvestor Cerberus abgegeben und hält seitdem noch knapp 20 Prozent an Chrysler. Von dieser Beteiligung wollen sich die Schwaben gern trennen. Im vergangenen Jahr hatte Cerberus jedoch neuerliche Forderungen erhoben. Seither stocken die Verhandlungen.

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