Autobauer: VW-Entwicklungschef Hackenberg: "Eine Zeit für Neuanfänge"

Autobauer: VW-Entwicklungschef Hackenberg: "Eine Zeit für Neuanfänge"

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VW-Chef im Bereich Entwicklung: Ulrich Hackenberg

VW-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg über die Auswirkungen der Wirtschaftskrise, das Auto der Zukunft und den verführerischen Glanz des Goldenen Kalbes.

WirtschaftsWoche: Herr Hackenberg, die Autoindustrie wird nach der Wirtschaftskrise nicht mehr wiederzuerkennen sein, behaupten manche Propheten. Wie dramatisch sehen Sie die Entwicklung?

Ulrich Hackenberg: Vielleicht nicht ganz so dramatisch, wie gerade von Ihnen geschildert. Aber es ist immer so, dass sich in Krisenzeiten alles Mögliche rüttelt und schüttelt und es darüber zu einer Neuordnung kommt. Das ist ein ganz normales und deshalb auch in dieser Krise ein sehr wahrscheinliches Szenario. Man muss das nicht grundsätzlich negativ sehen. Es ist auch eine Zeit für Neuanfänge. Und was die Konsolidierung anbetrifft: Die scheint mir absolut notwendig zu sein.

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Muss der Volkswagen-Konzern befürchten, in den Strudel hineingezogen zu werden?Die Furcht habe ich nicht. Im Gegenteil: Der Volkswagen-Konzern wird nach meiner Einschätzung von den Umwälzungen profitieren. Denn wir sind sehr stabil aufgestellt und handeln nach dem chinesischen Motto: Eine Krise ist ein Risiko, aber immer auch eine Chance. Wir sehen die Risiken unseres Geschäfts durchaus, aber auch die neuen Chancen, die sich uns nun bieten. Deshalb werden wir beispielsweise auch nicht unsere Entwicklungsaktivitäten reduzieren, sondern mit Augenmaß weiter fortführen. Hier und da werden wir sie sogar noch intensivieren, um nach der Krise die richtigen Produkte zu haben und unsere Position ausbauen zu können: Wir wollen gestärkt aus diesen Turbulenzen hervorgehen.

Vorausgesetzt, die Einstellung der Konsumenten zum Auto ändert sich in Krisenzeiten nicht. Das „Goldene Kalb“ scheint Glanz zu verlieren.Finden Sie? Ich würde einiges darauf verwetten, dass das nicht so ist und auch nicht passieren wird. Die Faszination Auto, behaupte ich, ist ungebrochen. Richtig ist, dass in der aktuellen Situation einige Dinge zusammenkommen: Die Wirtschaftskrise sorgt dafür, dass viele Menschen nicht mehr die finanziellen Mittel haben, um sich ein neues Auto zu kaufen. Auch die Finanzierung von Autos ist wegen der Bankenkrise in einigen Ländern spürbar schwieriger geworden. Und es gibt wegen der Klimadiskussion eine andere Sensitivität für Umweltaspekte, für Verbrauchswerte, auch der Betriebskosten eines Fahrzeugs. Diese Trends muss ein Autohersteller sehen und bei der Gestaltung neuer Fahrzeuge und der Strukturierung der Marktsegmente beachten. Ich denke, mit dem neuen Polo ist uns das beispielsweise gut gelungen. Aber eine Sinnkrise erwarte ich nicht: Für die meisten Menschen ist der Besitz eines Autos immer noch mit dem Gefühl von Freiheit, Beweglichkeit, Individualität verbunden.

Konzernchef Martin Winterkorn will die Krise nutzen, um neue Schwerpunkte zu setzen. Wo?Downsizing ist beispielsweise so ein wichtiger Entwicklungstrend, auf den wir setzen.

Auch bei der Motorisierung zeichnet sich eine Wende ab: Das Powerplay, was Hubraumgröße und PS anbetrifft, scheint zu Ende zu gehen.Bei den Motoren gibt es in der Tat einen klaren Trend zum Downsizing, zumindest beim Hubraum. Neue Technologien wie die doppelte Aufladung und die Benzin-Direkteinspritzung – Entwicklungen, bei denen sich Volkswagen zu den Pionieren zählen darf – machen es möglich, die Motoren kleiner zu machen. Damit ist ein großer technologischer Aufwand verbunden. Aber damit können wir hohe Drehmomente darstellen, die wiederum längere Getriebeübersetzungen erlauben und damit den Kraftstoffverbrauch senken. Das heißt, wir kriegen einen hohen Spaßfaktor und schonen gleichzeitig die Umwelt.

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