Autobauer: VW-Übernahmepläne für Porsche: Viel Getöse, wenig Fakten

Autobauer: VW-Übernahmepläne für Porsche: Viel Getöse, wenig Fakten

Bild vergrößern

Vorstellung des Porsche Panamera in China: Der Sportwagenbauer hat Finanzierungsprobleme - davon einen Porsche-Verkauf an Volkswagen abzuleiten, ist aber Spekulation auf dünnem Boden.

Volkswagen kauft Porsche? Könnte sein - oder auch nicht. WirtschaftsWoche-Redakteur Martin Seiwert hat die wilden Spekulationen um den Sportwagenbauer analysiert. Er sieht vor allem eines: Viel Bodennebel auf dem Weg nach Zuffenhausen.

Nicht Porsche kauft Volkswagen, nein, VW kauft Porsche! Klar, könnte sein. Es könnte auch sein, dass Fiat eine Allianz mit Opel schmiedet, dass arabische Investoren bei Porsche einsteigen oder dass BMW und Daimler gemeinsam Autos bauen. Könnte alles sein und wurde alles in denn letzten Wochen so gemeldet.

Doch viele dieser Sauen, die in den vergangenen Wochen durchs Dorf getrieben wurden, wurden – kaum waren sie losgelassen – auch gleich wieder geschlachtet. Der mediale Lärm um den Umbau der Autoindustrie tut langsam weh in den Ohren. Deshalb mein Tipp: Zurücklehnen, tief durchatmen und zur Abwechslung mal auf die Fakten schauen!

Anzeige

Verschiebung der Gewichte

Fakt ist: Auf der Achse Zuffenhausen-Wolfsburg haben sich die Gewichte verschoben, und zwar in Richtung Norden. Porsche leidet unter massiven Absatzeinbußen, und ob in Zeiten von Klimawandel und wegbrechender Luxusmärkte das neue Modell Panamera ein Erfolg wird, ist ungewiss. Zudem wird die Übernahme von VW immer kostspieliger und riskanter.

Bei Volkswagen läuft dagegen alles wie am Schnürchen. Dass der US-Markt am Boden liegt, muss Volkswagen nicht grämen, denn dort ist VW ohnehin kaum vertreten. China dagegen, wo VW sehr stark ist, wird munter weiterwachsen. So mutiert VW, mitten in der größten Autokrise, zum größten Autobauer der Welt und verweist den Rivalen Toyota auf Platz zwei. Und in Deutschland hat sich die Abwrackprämie zur VW-Prämie entwickelt – kaum ein Hersteller profitiert so stark von der staatlichen Milliardenspritze wie die Wolfsburger.

Gelungene VW-Gegenwehr, aber kein Verkauf von Porsche an VW

Vor allem aber können sich das VW-Management, das Land Niedersachsen, IG Metall und die Betriebsräte von Volkswagen auf die Schulter klopfen, weil ihre Abwehrstrategie gegen Porsche voll aufging. Mit rechtlichen Winkelzügen und politischem Strippenziehen haben sie das VW-Gesetz am Leben erhalten und so Porsche daran gehindert, die Macht in Wolfsburg zu übernehmen.

Fakt ist aber nicht, dass Porsche deswegen an Volkswagen verkauft wird. Das ist und bleibt Spekulation. Dass die Familien Porsche und Piech jetzt schon die Flinte ins Korn werfen und Porsches Eigenständigkeit aufgeben, darf doch ernsthaft bezweifelt werden. Sie haben sich im Gegenteil über Jahren bemüht, aus Volkswagen ihr eigenes Familienunternehmen zu machen.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%