Autobauer: Warum der Mercedes-Mythos schwer beschädigt ist - Seite 2

Autobauer: Warum der Mercedes-Mythos schwer beschädigt ist

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“Intern hat man mehr als 20 gefährliche Brandherde im Konzern identifiziert. Demnach sind die Kosten für Forschung und Entwicklung zu hoch, die Produktion ineffizient; es ist unklar, wofür die Marke Mercedes steht, und die Gewinnmargen sind zu niedrig. Zudem fehlen Modelle im Mittelklasse-Segment, die Stimmung im Unternehmen ist schlecht, und zahlreiche Mercedes-Händler sind von der Insolvenz bedroht.

Beispiel Qualität: Zu Beginn des Jahrzehnts nahmen die Mängel bei Mercedes stark zu. Inzwischen hat sich das Unternehmen bei der Produktqualität zwar berappelt, wie unabhängige Studien zeigen. Bei den Kunden ist das aber noch nicht angekommen: Bei einer Umfrage des Magazins „auto motor und sport“ attestierten 53 Prozent der Befragten Audi eine hohe Zuverlässigkeit und nur 41 Prozent Mercedes. Zudem verunsichern die Kundschaft neue, frappierende Mängel: So rosten bei der A- und B-Klasse bereits nach wenigen Jahren häufig Türen, Heckklappen und Karosserieteile.

„Ein Armutszeugnis“, schimpft der Inhaber einer Mercedes-Vertretung. Vor einigen Tagen schreckte eine neue Pannenserie die Kunden auf. Hocheffiziente Dieseleinspritzdüsen des Zulieferers Delphi stellen schon nach wenigen tausend Kilometern die Arbeit ein. Folge: Die Autos schalten auf Notmodus und können höchstens 70 Stundenkilometer schnell fahren. Rund 3000 Autos sind bisher betroffen, doch über 50 000 Autos sind bereits mit dem neuen Vierzylinder-Dieselmotor der Baureihe OM 651 ausgeliefert.

Beispiel Kosten: Der ingenieurgetriebene Autobauer leistet sich immer noch technologische Sonderlösungen, die der Marge abträglich sind. Wie etwa bei der A-Klasse: Seit dem Marktstart 1997 macht der Baby-Benz dem Konzern Sorgen. Die Produktionskosten für die Kompaktmodelle mit dem doppelten Fahrzeugboden sind zu hoch, der Preiswettbewerb im Golf-Segment ist zu hart. Mit der dritten Generation der A-Klasse, die 2012 kommt, soll sich das ändern: durch einen Produktionsstandort in Osteuropa, einfachere Technik – sowie die Kooperation mit einem anderen Hersteller. Die nächste A-Klasse wird nun im ungarischen Kecskemét gefertigt. Das war’s aber auch schon. Eine gemeinsam genutzte Fahrzeugplattform mit einem anderen Hersteller wird es trotz Gesprächen Zetsches mit BMW, Peugeot und Fiat wohl nicht geben.

Beispiel Marke: Bei den deutschen Autokäufern hat Mercedes das Rennen in der Premiumklasse verloren: Im ADAC-Markenranking AutoMarxx fiel Mercedes seit 2003 vom ersten auf den dritten Platz. Jetzt ganz oben in der Käufergunst: Audi, gefolgt von BMW. Ein ähnliches Bild zeichnet die Befragung von 92 000 Lesern der Zeitschrift „auto motor und sport“. „Ich mag die Marke“ sagen 53 Prozent über Audi und 47 Prozent über BMW. Mercedes liegt mit 30 Prozent nur noch im Mittelfeld. Auch bei Trendbewusstsein, Design, Zuverlässigkeit und fortschrittlicher Technik haben Audi und BMW die Nase vorn. Niederschmetternd für Daimler auch das Urteil der Leser über die beliebtesten Modelle. Egal, ob Kleinstwagen oder Luxusklasse – in keiner der zehn Kategorien siegte Mercedes 2009. Die Gewinner: dreimal Audi und zweimal BMW.

Die ausführliche Story über Daimlers tiefen Fall und ein Interview mit Daimler-Chef Dieter Zetsche lesen Sie in der am Montag erscheinenden WirtschaftsWoche 43/2009.

150 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.04.2010, 00:42 UhrAnonymer Benutzer: Uli

    So musste es ja kommen, hatte eine 5 Jahre alte C-Klasse die an allen 4 Türen sowie dem Kofferaum stark zu rosten begann. Einmal einen Ölwechsel nicht bei Mercedes gemacht und sollte deshalb nur 50% auf Kulanz erhalten. Nach beschwerde Standardantwort. Vom Autohaus auch keinerlei Unterstützung. Sorry, aber denen gehört es nicht anders. bin nach 10 Jahren Mercedes zu Audi gewechselt und nur zufrieden. im Audi Autohaus ist man noch Kunde und nicht wier bei den arroganten Schnöseln nur ein bittsteller.

  • 27.10.2009, 18:28 UhrAnonymer Benutzer: Wolfgang

    Fahre zum ersten mal einen Mb, GLK 320 CDi . Davor immer VW, Audi oder bMW. im Vergleich zum Audi Q 5 und bMW X 3 zwar listenmäßig teurer, dafür aber mit einer Super-Automatik, Klimaautomatik und anderen Extras serienmäßig.Und Rabatt gab's obendrauf.
    Da relativiert sich der Mehrpreis schnell und lässt die anderen nackt aussehen. Die Verarbeitung ist dazu tadellos. Der Komfort exzellent.
    Und rund 8 Liter passen auch in die Zeit. Und dazu Made in Germany. bisher mein bestes Auto, auch wenn Audi und bMW auch nicht schlecht waren.

  • 27.10.2009, 16:25 UhrAnonymer Benutzer: Nicolaus

    Ja schön, dass Mb so tolle Autos hat wie den SLS AMG, .... Kauft ja auch jeder Autofahrer einen. Wieviele tolle Autos wurden damals in italien, England, usw. gebaut und welche Marken gibts davon heute noch? Cashcows zählen! ... und Service!
    Wenn man nicht gerade alle 3 Jahre einen Neuwagen kauft, hat man bei Mb, wahrscheinlich auch bei allen anderen, schlechte Karten! Da verneint der Meister seine Anwesenheit, weil er in 5 Minuten Mittagspause hat. Da ist die Empfangsdame überrascht, dass ein Kunde eine Aktion wahrnehmen will, von der sie nichts weiß und ihn dann lieber nach Hause schickt. Da ist der Azubi in der Werkstatt, wahrscheinlich auch der Lehrling und der Meister, überrascht, dass man bei einer Reparatur den Fehler suchen soll und nicht die ganze Dachhydraulik auswechseln soll. Seid dem 8.10. kommuniziere ich mit dem Mb-Costumer-Service, der in Holland sitzt :-), und warte immer noch auf eine zufriedenstellende Antwort. Diese Szenarien beziehen sich auf einen R129 bj.96 und sind real, denn leider scheinen nur Neukunden zu zählen!
    Das gabs früher nicht! Die ehemaligen "beamten" scheinen jetzt alle bei Mb zu schaffen und die Qualität der Fahrzeuge kann man vergessen. bei einer E-Klasse rosten die Türschweller durch? Wenn man nen 123er gefahren ist, findet man heute keine vergleichbare Qualität mehr.

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