Autobauer: Wie Volkswagen Toyota in den USA schlagen will

Autobauer: Wie Volkswagen Toyota in den USA schlagen will

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VW

von Martin Seiwert

VW will den Aufschwung nutzen, um Toyota zu überholen. Das kann nur gelingen, wenn die Wolfsburger den US-Markt erobern.

Als VW-Vorstandschef Martin Winterkorn im Dezember 2007 auf einem Führungskräftetreffen bei Volkswagen seine „Strategie 2018“ vorstellte, rieb sich mancher Manager die Augen. In gut sieben Jahren, so Winterkorns Plan, soll der Wolfsburger Konzern der profitabelste und größte Autobauer der Welt sein – und Toyota an der Spitze ablösen.

Das Ziel mutet verwegen an. Die Japaner verkaufen rund 7,2 Millionen Fahrzeuge pro Jahr, setzen 145 Milliarden Euro um und kommen auf einen Börsenwert von 104 Milliarden Euro. VW setzte im vergangenen Jahr knapp eine Million Autos weniger ab, machte fast 40 Milliarden Euro weniger Umsatz und muss sich mit einem Drittel des Toyota-Börsenwertes begnügen. Wer hoffte, dass Toyota durch Rückrufaktionen und Negativschlagzeilen der zurückliegenden Monate sturmreif sei, wurde in der vergangenen Woche bitter enttäuscht. Konzernchef Akio Toyoda präsentierte einen Reingewinn von 1,7 Milliarden Euro für das abgelaufene Geschäftsjahr – nach einem Verlust von 3,3 Milliarden Euro in den vorangegangenen zwölf Monaten.

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Will Winterkorn sich mit seinem Großangriff auf Toyota nicht lächerlich machen, bleibt ihm unter dem Strich nur eines: Er muss die Japaner auf einem ihrer Parademärkte schlagen – in den USA.

Magerer Marktanteil

Denn während VW auf dem zweitgrößten Automarkt hinter China einen mageren Anteil von 2,9 Prozent erreicht, kommt Toyota auf 17 Prozent, fast sechsmal so viel. Und während die Japaner elf Produktionsstätten in Nordamerika haben, findet sich auf der Weltkarte des Volkswagen-Imperiums dort keine einzige Fabrik. Erst 2011 soll ein VW-Werk in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee den Betrieb aufnehmen. Die USA bilden die Achillesferse der Winterkorn-Strategie. Gelingt es ihm nicht, in den Vereinigten Staaten zu einem der führenden ausländischen Anbieter aufzusteigen, heißt der weltgrößte Autobauer vermutlich auch 2018 immer noch Toyota.

VW-Chef Winterkorn ist sich der Herausforderung bewusst und bläst zum Sturm. Bis 2018 soll der USA-Chef des VW-Konzerns, Stefan Jacoby, den Marktanteil der Wolfsburger auf sechs Prozent verdoppeln. Die Zahl der verkauften Autos soll von derzeit gut 213.000 auf über 800.000 steigen. Audi mitgerechnet, will der VW-Konzern sogar die Millionenmarke knacke. Helfen sollen Jacoby dabei Milliardeninvestitionen in das neue Werk Chattanooga und den Ausbau des mexikanischen Werkes Puebla. In Chattanooga soll ein dem Passat vergleichbarer Mittelklassewagen vom Band laufen, in Puebla ein Kompaktwagen für den US-Markt, der den bisherigen Jetta ablöst.

Doch alle Produktionskapazitäten nützen wenig, wenn VW „nicht auf der Einkaufsliste der Amerikaner steht“, wie US-Chef Jacoby feststellt. „In Amerika eine Bekanntheit wie Toyota zu erreichen“, sagt Jacoby, „ist in der Summe unser Ziel.“

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