
HB MÜNCHEN. Trotz Autokrise hat BMW 2009 einen Gewinn eingefahren. Konzernchef Norbert Reithofer äußerte sich am Freitag zuversichtlich, dass das Unternehmen "wie geplant ein positives Konzernergebnis vor Steuern" erzielt habe. Die genaue Höhe will BMW erst im März bekanntgeben. Dann dürften die Münchner auch einen Nettogewinn präsentieren. BMW hatte für 2009 sowohl vor als auch nach Steuern ein positives Ergebnis angekündigt. Die Ziele seien erreicht worden, hieß es nun. 2008 hatte BMW einen Gewinn vor Steuern von 351 Millionen Euro und nach Steuern von 330 Millionen Euro gemacht.
Im Krisenjahr 2009 brach die Zahl der verkauften Fahrzeuge der drei Marken BMW, Mini und Rolls-Royce um gut zehn Prozent auf 1,29 Millionen ein. In der Folge schrumpfte der Umsatz in der Kernsparte Automobile in derselben Größenordnung auf 43,7 Milliarden Euro. Konzernweit beliefen sich die Erlöse auf 50,7 Milliarden Euro, das sind fünf Prozent weniger als im Jahr zuvor. Analysten hatten mit einem niedrigeren Jahresumsatz gerechnet. An der Börse legte der Kurs der BMW-Aktie am Morgen um 2,5 Prozent auf 30,39 Euro zu.
Vorstandschef Reithofer erklärte, er gehe "mit einigem Optimismus" ins Jahr 2010. BMW werde dank neuer Modelle und der weltweiten Konjunkturerholung profitabel wachsen. Der Absatz soll im einstelligen Prozentbereich auf über 1,3 Millionen Fahrzeuge steigen. Vor allem in Wachstumsmärkten wie China, Brasilien oder Indien wollen die Münchner zulegen, aber auch in Deutschland.
Auch Konkurrent Daimler hatte zuletzt eine leichte Absatzsteigerung für 2010 in Aussicht gestellt. Die Volkswagen-Tochter Audi, die glimpflicher durch die Krise gekommen ist als die Rivalen, will im laufenden Jahr ebenfalls wieder mehr Autos verkaufen. Für 2009 haben die Ingolstädter bereits bekanntgegeben, dass sie einen deutlichen Gewinn erreicht hätten, wie BMW aber die Höhe offengelassen.
Anders fallen allerdings die Branchenprognosen von Experten aus. CSM Worldwide, die weltweit Prognosen für die Automobilbranche bietende Firma, gab etwa jüngst bekannt, das Unternehmen erwarte, dass die Verkaufszahlen der Automobilbranche in Europa im Jahre 2010 im dritten Jahr in Folge zurückgehen werden, zumal die Abwrackprämienprogramme der Regierungen Westeuropas, die die Nachfrage im Jahre 2009 ankurbelten, jetzt auslaufen.
Zuvor hatte BMW in dieser Woche Investitionen von 18 Millionen Euro in den kommenden drei Jahren für sein Werk in Eisenach angekündigt, um diese zu modernisieren. Das Geld fließe in neue Maschinen, teilte der Geschäftsführer der BMW Fahrzeugtechnik GmbH, Thomas Michel in Eisenach mit. Das Thüringer Werk werde mit den Investitionen nachhaltig als Werkzeugbaustandort innerhalb der BMW-Gruppe neben München und Dingolfing gestärkt. Die 230 Arbeitsplätze an dem Traditionsstandort würden damit gesichert. BMW war nach der Wiedervereinigung mit einer Fertigung von Presswerkzeugen nach Eisenach zurückgekehrt, wo der Automobilkonzern 1928 seine ersten Autos gebaut hatte.













