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Autobranche: Toyota: Der Hybrid macht's

Quelle: Handelsblatt Online

Der weltgrößte Autobauer Toyota will mit Hybrid-Autos wieder in die Offensive kommen. Bei den viel gepriesenen Elektroautos tritt Toyota hingegen auf die Bremse. Und das wohl nicht ohne Grund.

Ein Toyota IQ wird für die IAA hergerichtet. Quelle: dpa Quelle: handelsblatt.com
Ein Toyota IQ wird für die IAA hergerichtet. Quelle: dpa Quelle: handelsblatt.com

HB FRANKFURT. Der japanische Autobauer Toyota legt seinen Fokus bei der Entwicklung des Antriebs der Zukunft weiter auf Hybrid-Fahrzeuge. Die Verbindung aus Elektro- und Verbrennungsmotor biete die beste Grundlage für künftige Weiterentwicklungen wie Brennstoffzellen-Fahrzeuge, Plug-In-Hybride oder reine Elektroautos, erläuterte Takeshi Uchiyamada, Mitglied der Toyota-Geschäftsführung, bei einem Pressegespräch am Rande der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt. Seiner Einschätzung nach werde es künftig neben den Verbrennungsmotoren eine breit aufgefächerte Palette von Antriebskonzepten geben.

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Die Entwicklung von reinen Elektroautos stehe dagegen bei Toyota derzeit weniger stark im Vordergrund. "Bei den Elektroautos sind die Kosten für die Batterien das größte Hindernis", sagte Uchiyamada. Erst wenn bei den Kosten ein Durchbruch geschafft werde, könnten Elektrofahrzeuge einen maßgeblichen Marktanteil erreichen. Dies werde wohl erst 2020 passieren. Zum Interesse einer Zusammenarbeit von Daimler mit dem weltweiten Marktführer verwies Uchiyamada auf die vergangene Woche unterzeichnete Absichtserklärung zum Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur für Brennstoffzellenautos. Darüber hinaus gebe es keine weitere Kooperation.

Ein erstes Hybrid-Fahrzeug, bei dem der Elektromotor mit einem Brennstoffzelle gekoppelt wird, wollen die Japaner frühestens 2015, spätestens aber 2020 auf den Markt bringen, sagte der für den europäischen Vertrieb verantwortliche Toyota-Manager Didier Leroy am Montagabend. "Derzeit ist es absolut unrealistisch, ein Brennstoffzellen-Fahrzeug zu einem bezahlbaren Preis auf die Straße zu bringen. Aber spätestens in zehn Jahren wird das möglich sein."

Der Weltmarktführer stellt auf der IAA die Plug-In-Version des Kompaktwagens Auris vor. Dieses Modell, bei dem die Batterie an der Steckdose nachgeladen werden kann, soll Mitte nächsten Jahres auf den Markt kommen. Damit trete der Hybridantrieb endgültig aus Nische, sagte Leroy. Nach 2010 wolle man über eine Million Hybrid-Fahrzeuge pro Jahr verkaufen. Bis 2020 solle über die gesamte Produktpalette hinweg jeweils auch eine Hybridversion angeboten werden. Dazu müssten jedoch noch die Kosten für die Hybridsysteme gesenkt werden. Ein reines Elektroauto will Toyota 2012 auf Basis des Stadtwagens iQ anbieten.

Das laufende Geschäftsjahr (per Ende März 2010) werde noch einmal schlechter ausfallen, als das vergangene Jahr, in dem Toyota erstmals in seiner 70 jährigen Firmengeschichte rote Zahlen geschrieben hatte, räumte Europa-Chef Tadashi Arashima ein. "Keine Frage, dieses Jahr ist sehr schlecht." Wichtig sei aber, dass im ab April 2010 startenden Geschäftsjahr nicht wieder ein Verlust eingefahren werde. "Dann müssen wir wieder profitabel sein." Ab Mitte 2010 rechne Toyota mit einer weltweiten Belebung der Nachfrage. Auf dem europäischen Gesamtmarkt inklusive Russland erwarte Toyota im nächsten Jahr einen leichten Zuwachs, ergänzte Leroy.

Früheren Angaben zufolge rechnet Toyota im laufenden Geschäftsjahr mit einem Betriebsverlust von 750 Milliarden Yen (umgerechnet rund 5,6 Milliarden Euro). Unter dem Strich dürfte sich das Minus auf 450 Milliarden Yen belaufen, nachdem im vergangenen Geschäftsjahr ein Fehlbetrag von 437 Milliarden Yen angefallen war. Toyota steht seit Juni unter der Führung von Akio Toyoda, dem Enkel des Firmengründers, der den Konzern bis zum März 2011 in die Gewinnzone zurückführen will.

Künftig wolle Toyota stärker auf die verschiedenen Weltregionen zugeschnittene Fahrzeuge entwickeln, sagte Shigeru Hayakawa, Mitglied der erweiterten Geschäftsführung von Toyota. Europa-Chef Arashima bestätigte zwar, dass die Kooperation zur Entwicklung eines 1,6-Liter-Dieselaggregats mit Isuzu auf Eis gelegt worden sei. Dies bedeute aber nicht, dass man sich ganz vom Diesel verabschieden wolle. Besonders in Europa werde der Diesel weiter seinen Platz haben.

Den Angriff von Volkswagen, bis spätestens 2018 die Weltmarktführerschaft übernehmen zu wollen, nahm Europa-Chef Arashima gelassen. "Unser Ziel war es nie die weltweite Nummer eins zu werden, sondern wir wollen bessere Qualität und bessere Technologie anbieten."

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