Autoexperte Harbour : "Die US-Konzerne brauchen sich nicht zu verstecken"

Autoexperte Harbour : "Die US-Konzerne brauchen sich nicht zu verstecken"

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Ron Harbour, Autobranchen-Experte

Trotz aller Probleme haben die großen US-Autobauer in Sachen Qualität und Effizienz riesige Fortschritte gemacht. Der Autoexperte Ron Harbour widerspricht Negativurteilen über Chrysler, GM und Ford und erklärt die wahren Probleme.

WirtschaftsWoche: Herr Harbour, General Motors (GM) und Chrysler hängen am Tropf des Staates, Ford kämpft mit Milliardenverlusten. Ist das auch das Ergebnis einer nicht konkurrenzfähigen Produktion?

Harbour: Die Ironie liegt darin, dass die Produktivität, Flexibilität und Fertigungsqualität der Big Three so gut sind wie noch nie. Ich habe so ziemlich alle Autofabriken der Welt gesehen. Die US-Konzerne müssen sich inzwischen selbst vor den Japanern nicht mehr verstecken. Sie benötigen vergleichsweise wenige Arbeitsstunden pro Fahrzeug, die Produktionskosten sind niedrig, die Werke flexibel, und die Qualität der Fahrzeuge ist gut.

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Auch im Vergleich mit VW oder BMW?

Wir unterscheiden zwischen der gefühlten Qualität und der Fertigungsqualität. Natürlich ist die gefühlte Qualität, also was man beim Anfassen der Materialien spürt, bei einem VW oder BMW besser als bei einem Chrysler. Aber die Fertigungsqualität misst sich daran, ob ein Auto gut zusammengebaut ist, ob es zuverlässig ist oder ob es schnell kaputt geht. In diesen Punkten haben die Big Three in den vergangenen Jahren einen guten Job gemacht.

Okay, aber bauen sie nicht die falschen Autos?

Das ist jetzt vielfach die öffentliche Wahrnehmung. Ich glaube das nicht. GM, Ford und Chrysler haben gebaut, was der Markt verlangt hat. Und das waren nun einmal große und schwere Geländewagen.

Weshalb stehen sie dann überhaupt wirtschaftlich so desaströs da?

Das liegt in allererster Linie an den Gesundheitskosten und an den Kosten für Pensionen. Als General Motors in den Sechzigerjahren mit den Gewerkschaften großzügige Arrangements getroffen hat, da kam auf zehn aktive GM-Mitarbeiter ein Pensionär, für den der Konzern in einen gemeinsamen Pensionsfonds einzahlen musste. Heute schlagen pro zehn Mitarbeiter fünf Pensionäre zu Buche.

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