
Laut „Süddeutscher Zeitung“ soll Wiedeking aber kaum noch Chancen haben. Als Favorit gelte Winterkorn. Sollten beide nicht zum Zuge kommen, sei auch der deutlich jüngere Audi-Chef Rupert Stadler im Gespräch. Porsche-Sprecher Albrecht Bamler sagte heute im Stuttgart, die Frage der Konzernspitze sei Thema der anstehenden Fusionsgespräche. Wiedeking war mit einer Übernahme von Volkswagen gescheitert. Porsche hält rund 51 Prozent der Anteile an dem Wolfsburger Konzern und kämpft bei den anstehenden Fusionsgesprächen für den Standort Stuttgart.
Bamler sagte, es sei noch völlig unklar, in welcher Stadt der geplante neue Konzern seinen Hauptsitz habe. „Über solche Themen wird im Rahmen der Verhandlungen gesprochen.“ Bamler widersprach zugleich einem „Spiegel“-Bericht vom Wochenende, wonach Wiedeking den Familien Porsche und Piëch ein Konzept vorgestellt habe, das Wolfsburg oder Hannover als Sitz der Konzernführung vorsehe. Diese Behauptung sei nicht zutreffend. Die Gespräche zwischen den Unternehmen sollten in dieser Woche starten, sagte der Sprecher.
Laut einem „Focus“-Bericht vom Wochenende sagten die Familien dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff (CDU) zu, die neue Firmenzentrale nach Wolfsburg oder Hannover zu verlegen. Bisheriger Sitz der Porsche-Holding ist Stuttgart. Die Frage, wo der Hauptsitz des neuen Unternehmens liege, müsse im Aufsichtsrat und in der Hauptversammlung entschieden werden, bekräftigte Bamler.
Niedersachsen könnte Sperrminorität behalten
Aus mit den Verhandlungen vertrauten VW-Kreisen verlautete indes am Wochenende, es sei wahrscheinlich, dass Wolfsburg oder Hannover Standort der neuen Zentrale werde. Das Konzept sieht dem „Spiegel“-Bericht zufolge vor, dass die Porsche-Eigentümerfamilien Porsche und Piëch an dem geplanten Konzern je nach Bewertung zwischen 45 und 55 Prozent der Aktien halten könnten. Das Land Niedersachsen käme demnach auf einen Anteil zwischen 21 und 25 Prozent.
„Focus“ meldete, dass Niedersachsen als Großaktionär von VW zusammen mit einem Investor rund die Hälfte der Anteile des neuen Unternehmens übernähme. Für die Familien Porsche und Piëch, die bisher das Sagen beim Stuttgarter Sportwagenbauer hatten, blieben die restlichen Anteile. Porsche-Chef Wiedeking ist laut „Spiegel“ bereit, Niedersachsen in einem neuen Unternehmen die gleichen Rechte zuzugestehen, die das Land zurzeit bei VW hat. Dies würde bedeuten, dass Niedersachsen seine Sperrminorität behalte, selbst falls das VW-Gesetz einmal fallen sollte.









