Längst nicht alle Hersteller widmen den Risiken die notwendige Aufmerksamkeit. Wie eine Studie des Beratungsunternehmens BrainNet zum Risikomanagement ergab, sind sich nur 41 Prozent der befragten Unternehmen bewusst, dass Probleme bei Lieferanten auch zu einer – womöglich sogar existenziellen – Bedrohung für den Hersteller werden können.
„Das Lieferantenrisiko wird immer noch unterschätzt, es gibt nach wie vor viele Einkäufer, die ihre Lieferanten als Risikopuffer betrachten“, warnt Sven Marlinghaus, Spezialist für strategischen Einkauf und Partner bei BrainNet. Darum sei die Konzentration des Einkaufsvolumens auf nur wenige oder gar einen Zulieferer gefährlich: Sinnvoll sei diese sogenannte Single-Sourcing-Strategie lediglich bei komplizierten Teilen. „Beim Einkauf von Schrauben bringt das nichts.“
Autobauer reagieren viel zu spät
Branchenkenner haben eine weitere Ursache für die häufigen Rückrufe ausgemacht. „Die Pannen sind häufig seit Monaten bekannt, aber es wird aus Angst vor zusätzlichen Kosten oder dem Imageverlust viel zu spät reagiert“, sagt Unternehmensberater Wimmer. Und aus Furcht vor Konsequenzen meldet niemand Probleme und Fehler sofort, sondern versucht sie auf eigene Faust zu lösen. „Die Zahl der Rückrufe“, prophezeit der Verkaufschef eines großen Autozulieferers im Rheinland, „wird deshalb in den kommenden Jahren noch steigen.“














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Alle Kommentare lesen11.02.2010, 04:28 UhrAnonymer Benutzer: suri
Das Ganze ist nur ein weiterer Hinweis auf den Zustand der heutigen Wirtschaftssysteme - billig noch billiger und dann kommt die Katastrophe.
Vielleicht sollten wir wie unsere Grossväter den ingenieuren etwas mehr gehör schenken und nicht nur auf gewinnsüchtige Manager und investoren hören, denen noch etwas mehr Gewinn wichitger ist als das Leben und die Gesundheit hunderttausender von Kunden.
Die Weltweite "geiz ist geil " Mentalität wird das ganze System am Ende zum einsturz bringen aber es gibt ja angeblich keine Probleme.
09.02.2010, 09:54 UhrAnonymer Benutzer: Höxter_lebt
Die beste Strategie für den (Privat)Kunden: gebraucht kaufen. Ein Fahrzeug(modell), das bereits seit x Jahren auf der Straße läuft, hat einen millionenfachen Dauertest hinter sich. Die üblichen Schwachpunkte sind bekannt (siehe z.b. Mercedes W211 E-Klasse Vorfacelift-Generation, Probleme mit der Elektronik-bremse etc. etc.) und es gibt einen Workaround des Herstellers, mit dem man sich anfreunden kann oder die Finger von dem Produkt lässt. Wir leben in einer freien Marktwirtschaft, Qualität ist zu bekommen, wenn man nach ihr sucht und sich die Mühe macht, sich über den Markt zu informieren, in dem man sein mühsam verdientes Geld versenken möchte.
09.02.2010, 09:46 UhrAnonymer Benutzer: Höxter_lebt
@ Jan - Die Umstellung von Gaspedalen mit Kabelverbindung zum Motor auf Gaspedale die per Elektroleitung die Signale an den Motor weitergeben war (zumindest in den USA) notwendig, um die neuesten Verbrauchsvorschriften und Abgasbestimmungen erfüllen zu können. ich bin kein Techniker, aber es ist wohl tatsächlich so, dass Gaspedale, die per Elektroleitung die befehle des Fahrers übermitteln, den Verbrauch senken können. Dass ein Elektrobauteil störanfälliger ist als ein Mechanikbauteil, na ja, das kriegen wir schon in den Griff...