ThemaBMW

alles zum Thema

Kommentare zu: Wut und Frust bei den Zulieferern von BMW

zum Artikel

Wir freuen uns über Ihren Kommentar. Beiträge können von der Redaktion moderiert werden. Bitte bleiben Sie fair und halten Sie sich an unsere Nutzungsbedingungen

23 Kommentare
  • 16.08.2011, 17:59 UhrZulieferer

    Als für einen wichtigen Zulieferer für das Hause bMW arbeitend kann ich diesen Artikel nur bestätigen.

    Würde bMW "nur" von Jahr zu Jahr neue unverschämte Forderungen stellen, so könnte "man" vielleicht damit Leben - in der branche ist das ja nichts Ungewöhnliches.

    Was bMW jedoch in den letzten Jahren von allen anderen OEMs unterscheidet ist, dass man sich auch an existierende Verträge nicht hält. Kaum ist die Tinte trocken, so werden wieder einseitig die Konditionen und Preise geändert.

    beispiele?
    Nur wenige Tage nach Amtsantritt des Herrn Herbert Diess erhielten Zulieferer Post aus München. Auf Grund der gestiegenen Rohstoffpreise friert man die Preise ein und ignoriert entsprechende Vertragsbestandteile, die eine Rohstoffpreisanpassung vorsehen. Für Energie- und Rohstoffintensive Produkte bedeutet dies ein Verlust in 6-7stelligem Umfang - was kaum ein Zulieferer zu Tragen im Stande ist.
    Reklamationen waren zunächste jedoch nicht erfolgreich: man hatte das Schreiben wenige Tage vor Weihnachten herausgeschickt. Die entsprechenden Kontaktpartner bei bMW waren zu diesem Zeitpunkt bereits im mehrwöchigen Urlaub.
    Auch beliebt: Rückwirkende Änderungen von Preisen, Konditionen und Qualitätsvereinbarungen bei jeweils automatischer Verrechnung der neuen Preise.
    bMW mag seinen Profit in den letzten Quartalen gesteigert haben. Ebenso aber den Zorn der Zulieferer.
    Passieren wird dies: in Zukunft müssen Zulieferer diese "Unsicherheiten" einpreisen. bMW wird zukünftig also eher wieder teurer als günstiger einkaufen.

  • 16.08.2011, 19:55 Uhrmathias

    bMW ist keine AUSNAHME !!!!

    Das die Autoindustrie derartige GEWiNNE einfahahren ist schlicht
    GELOGEN.
    Manipulation der Aktien,mit denen die Clans ihre Mio-bonis sichern.

    Zu dem ist UNVERTEiLUNG von unten nach oben §§1.

    Es würde mich auch nicht wundern, wenn abgelehnte Garantie-
    leistungen den Zulieferern in Rechnung gestellt werden.

  • 16.08.2011, 19:58 Uhr100kgAuAgPb

    Als Geschäftsführer eines bMW-Lieferanten und kann diese Kritik nicht bestätigen. Wer hat in der 2008er Krise eigentlich seine Lieferanten mit Krediten versorgt wie sonst keiner in der branche?
    Klar verhandelt bMW hart und fordert höhere Qualität als sonst ein Kunde, dennoch ist es einer der besten Kunde.
    Diese pauschale Schmähung in der Wiwo kann ich nicht nachvollziehen!

  • 16.08.2011, 20:12 UhrChris

    Sehr guter Artikel. Als mehrjähriger bMW Fahrer sind die Auswirkungen leider bereits mehr als spürbar. Sprich die Qualität nimmt trotz steigender Preise immer mehr ab. Dieses Frühjahr den neuen X3 gekriegt. Leider gehoren jetzt auch lästige Quitsch- und Klappergeräusche zum Lieferumfang. Teilweise extrem billige Kunststoffe verbaut. Auch kleinere Mängel gehören jetzt dazu, wie extreme Windgeräusche, unruhiger Motorlauf beim 35i, teilweise spinnt die Elektronik usw. Das wäre vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen. Langsam erinnert das an VW-Lopez und die vorletzte E-Klasse. Sprich einen verspielter Ruf wird ein X-faches kosten. Mercedes hat daraus gelernt und die Qualität wieder massiv verbessert.

    Denke werde nächstes Mal auch wieder die Marke wechseln müssen!

  • 16.08.2011, 23:04 UhrHägar Schmidt

    in der Tat. Als insider dieser branche kann ich nur sagen, man muss schon leicht behämmert sein, um in dieser industrie als Zulieferer tätig zu sein. Derartige aggressive brutalität im Umgang mit Zulieferern ist nur bei Telekom & Co. möglich. Die goldene Regel wäre ein fairer Ansatz; Stattdessen werden asymmetrische Verträge durchgedrückt. Das kann doch auf lange Sicht gar nicht gut gehen (aber who cares).

  • 17.08.2011, 01:07 UhrMatok

    Ein gewisser Herr Lopez hat mit seinen "Kriegern" vor Jahren genau so mit Zulieferern von OPEL und VW verhandelt.
    Das Ergebniss kennt jeder Autofan, Opel hat bis heute einen ruinierten Ruf, der die Firma womöglich am Ende die Existenz kosten wird und VW muss sich bis heute mit der Rostlaube GOLF 3 auseinander setzen.
    Wenn bMW nun seine Zulieferer dazu bringen will in Polen und nicht in Deutschland zu produzieren, so muss ich als Deutscher Kunde überlegen, ob ich nicht gleich ein Auto made in Poland kaufen, das ist dann zwar nicht so Prestige geladen, doch ist es günstiger und quialitativ genauso gut.

  • 17.08.2011, 10:09 UhrWegweiser

    Auch diese Entwicklung haben wir dem Euro zu verdanken, keine Aufwertungsgewinne mehr, Leistungsbilanzsaldierung. Mit einer Aufwertung einer DM konnten wir in der Vergangenheit gut die Rohstoffpreise und die Energiepreise bei der beschaffung im Zaum halten sowie auch die Kapitalkosten für investitionen.

    Und diese verlorenen gegangen Effekte müssen nun die Zulieferer und die Mitarbeiter insgesamt ausgleichen, um noch zu einer marktgängigen Gesamtkalkulation zu kommen, da durch den Euro auch die verfügbaren Realentgelteinkommen gesunken sind. Auch die Steuer- und Abgabenlast hat sich durch die Euroeinführung stark erhöht, was die verfügbaren Einkommensentwicklung negativ beeinflußt hat.

    Und dann wird an allen Ecken und Ende gepreßt und gespart und linear optimiert, bis die Rechnung wieder im Endergebnis stimmt. Sollte nun eine gesamtkonjunkturelle Verlangsam eintreten, geht die Rechnung nicht mehr auf.

  • 17.08.2011, 10:10 UhrHägar Schmidt

    @Matok: wenn es so einfach wäre, in Polen eine funktionierende Produktion aufzuziehen, dann wären doch schon längst alle dort.

    Jedoch hat Polen alle Probleme, die Deutschland auch hat, inklusive schrumpfender bevölkerung.

    Es fehlt den Polen auch an kraftvoller Zuliefererlandschaft. Die wird natürlich nie entstehen, da sie auch hier eher stirbt als wächst. Ernsthaft: die Auto-Großkonzerne ruinieren die Wirtschaft, man merkt dies aber erst in einigen Jahren.

    beispiel: es wird von jedem Zulieferer eine hohe Prozessqualität verlwangt (SPiCE Level 3, mindestens im HiS-Scope). Dies bedeutet für einen Zulieferer Millionenaufwände für berater und Prozessbücher, die zwar schön vorgezeigt, aber in der regel mangelhaft gelebt ewrden können.
    Dagegen pflegen die Automobilhersteller keine hohe Prozessqualität (vielleicht mit Ausnahme von bMW, aber auch das nur punktuell). Da werden Anforderungen schlampig gehandhabt, Änderungen "einfach so" durchgedrückt (längst nach Anforderungsstopp, was ohnehin jeder Automobilhersteller ignoriert), und Ad-Hoc-Management betrieben. Die meisten Automobilhersteller sind Level 1 (wenn überhaupt), verlangen aber den teuren Level 3 von ihren Zulieferern.

    Das könnte so unendlich weitergehen. Wie gesagt: ich kann Geschäftsleute nicht mehr verstehen, die in der Zuliefererbranche etwas aufbauen wollen. Es gibt davon folgerichtig aber auch immer weniger.

  • 17.08.2011, 12:29 Uhrchefvolkswirt

    auch die einkäufer von bMW wollten was vom großen kuchen abhaben: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/ex-bmw-einkaeufer-wegen-bestechlichkeit-verurteilt/2707050.html

  • 17.08.2011, 13:08 Uhrmathias

    Die bMW-Tante kassiert täglich 1 Mio €

    Was kriegt der Kunde für 70.000 € Schrott und tritt in den A...... !!!
    Garantieleistung Zitat bMW-München,"Abgelehnt,eine begründung
    müssen wir ihnen schuldig bleiben"

Zurück
weitere Fotostrecken

Blogs

Was die Bahn bewegte: Rückblick auf die Wochen 19+20
Was die Bahn bewegte: Rückblick auf die Wochen 19+20

Die zwei zurückliegenden Wochen haben gezeigt: Billigstrategien im Fernverkehr gehen auf. Auf der Straße feiert...

    Folgen Sie uns im Social Web

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

WirtschaftsWoche Shop

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.