Autokrise: Autoabsatz bricht 2009 noch stärker ein

Autokrise: Autoabsatz bricht 2009 noch stärker ein

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Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, warnt vor Autokrise

Kaum eine Branche trifft die Rezession so stark wie die Autobauer. Die Krisenspirale dreht sich längst: Fallende Absätze, geringere Produktion, weniger Arbeit. Für 2009 wird der Ausblick immer düsterer, belegen neueste Daten.

Die Autoindustrie wird mehr und mehr zur exemplarischen Krisenbranche. in Amerika droht den „Big Three“ – General Motors, Ford und Chrysler – die Insolvenz. Zehntausende von Arbeitsplätzen fallen weg. In Deutschland schicken immer mehr Autobauer und Zulieferer ihre Mitarbeiter in verlängerte Weihnachtsferien, verzichten auf Leiharbeiter, drosseln die Produktion. Eine der wichtigsten deutschen Industriezweige leidet.

„Die Automobilmärkte haben eine Talfahrt genommen, die in dieser Geschwindigkeit und Ausprägung noch nie vorher stattgefunden hat“, sagt der Präsident des Verbandes der Automobilbauer (VDA), Matthias Wissmann. Die neuen Zahlen des VDA belegen das: 2007 kauften die Deutschen noch 3,15 Millionen Autos, für dieses Jahr rechnet der VDA nur noch mit „knapp unter 3,1 Millionen“ Neuzulassungen. Allein im November ist der Absatz um 18 Prozent eingebrochen. Nächstes Jahr sollen es sogar nur noch 2,9 Millionen verkaufte Neuwagen sein. Sollte es so kommen, wäre das das schlechteste Ergebnis seit der Wiedervereinigung 1990.

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Der Absatz fällt und fällt

Dieser Nachfrageschock wird vor allem auch die deutschen Hersteller treffen. Für 2009 prognostizieren Experten einen kräftigen Produktionsrückgang. Fünf Millionen Autos werden nach Schätzungen der Universität Duisburg-Essen in Deutschland vom Band rollen, das wären 7,4 Prozent weniger als in diesem Jahr. „Damit fällt die Pkw-Produktion unter den Wert des Jahres 1998 – ein 11-Jahrestief“, sagt Professor Ferdinand Dudenhöfer. Seine Absatzschätzung ist sogar noch etwas pessimistischer als die des VDA. 2,85 Millionen Autos würden es 2009 sein, ein Minus von 8,1 Prozent, weltweit sogar 9,1 Prozent. Ein besonderes Alarmsignal: Boommärkte wie China oder Russland fallen nun ebenfalls als Wachstumstreiber aus.

Eine Reaktion auf diese Konjunkturkrise wird zunehmend unvermeidbar. Die erzwungenen längeren Weihnachtsferien sind dann nur der Anfang. „Die Krise wird auch Auswirkungen auf die Beschäftigung haben“, sagt Wissmann. Noch sind in der Automobilbranche insgesamt knapp 760.000 Menschen beschäftigt. „Das Ziel ist, so lange wie möglich Stammpersonal zu halten, weil wir das nach der Krise wieder brauchen“, sagt Wissmann. „Aber je länger und tiefer die Krise ist, desto größer werden die Auswirkungen.“

Das wird auch den Vertrieb treffen. „Da die Händlernetze in Deutschland seit langem überbesetzt sind, muss mit einem Ausscheiden von bis zu 25 Prozent der Betriebe gerechnet werden“, sagt Dudenhöfer. Der Autoexperte fordert deshalb einen staatlichen Hilfsfonds in Höhe von fünf Milliarden Euro für die deutsche Zulieferindustrie. „Durch den Produktionseinbruch muss bei Zulieferern mit Verlusten gerechnet werden, die in Liquiditätskrisen führen können.“ VDA-Präsident Wissmann appelliert unterdessen an die Verantwortung der Banken. „Wenn wir von einer „Kreditklemme' reden, dann geht es dabei nicht nur um die Frage „Kredite ja oder nein', sondern vor allem auch um die entsprechenden Konditionen.“

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