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Autokrise: Bundesregierung erhöht Druck auf Opel: Spitzentreffen anberaumt

von rtr/dpa/ses

Vertreter der Bundesregierung und Top-Manager von Opel sowie des Mutterkonzerns General Motors (GM) wollen morgen in Berlin erneut über das Rettungskonzept für den angeschlagenen Autobauer beraten.

Der von Opel der Quelle: dpa
Der von Opel der Bundesregierung vorgelegte Rettungsplan ist einem Zeitungsbericht zufolge nicht mit dem Mutterkonzern General Motors in den USA abgestimmt und sieht einen noch drastischeren Stellenabbau vor als bislang bekannt Quelle: dpa

An dem Treffen im Kanzleramt nehmen nach dpa-Informationen GM-Vize-Chef Frederick (Fritz) Henderson, GM- Europa-Chef Carl-Peter Forster und Opel-Chef Hans Demant teil. Von Regierungsseite seien Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), Kanzleramtschef Thomas de Maizière sowie Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen vertreten, hieß es heute in Regierungskreisen.

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Zuvor hatte die "Rheinische Post" berichtet, dass der von Opel der Bundesregierung vorgelegte Rettungsplan nicht mit dem Mutterkonzern General Motors in den USA abgestimmt sei und einen noch drastischeren Stellenabbau vorsehe als bislang bekannt. Wirtschafts-Staatssekretärin Dagmar Wöhrl habe im Bundestags-Wirtschaftsausschuss gesagt, die Opel-Führung habe Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg gebeten, das Rettungskonzept bei seinem USA-Besuch Mitte März Finanzminister Timothy Geithner vorzustellen, berichtete die Zeitungin ihrer heutigen Ausgabe unter Berufung auf Teilnehmer der Sitzung.

Das bislang geheim gehaltene Sanierungskonzept von Opel sehe die Streichung von 7600 Stellen in Deutschland vor, berichtete die Zeitung weiter ohne Quellenangabe. Die Arbeitnehmer sollten dem Konzept zufolge insgesamt einen Kostensenkungsbeitrag von bis zu 1,5 Milliarden Euro leisten. GM-Europe-Chef Carl-Peter Forster hatte am Vortag gesagt, er hoffe, dass der Stellenabbau bei Opel auf 3500 begrenzt werden könne.

Opel wies im Laufe des heutigen Tages den Bericht jedoch zurück. Wie bereits kommuniziert sehe der Sanierungsplan den Abbau von 3500 Stellen in Europa vor, sagte ein Sprecher des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) in Europa.

Regierung erhöht Druck

Nach wochenlangem Taktieren der Opel-Spitze um einen Sanierungsbeitrag der Bundesregierung erhöht Berlin unterdessen den Druck auf das Management. Heute schaltete sich Kanzlerin Angela Merkel (CDU) direkt in die Rettungsbemühungen ein. In einem Telefonat machte sie dem Vernehmen nach dem Europa-Chef des amerikanischen Mutterkonzerns GM, Carl-Peter Forster, deutlich, dass die Regierung noch keine tragfähiges Überlebenskonzept für den angeschlagenen Autobauer erkennen könne. Die bisherigen Vorlagen reichten nicht aus.

Besonders ärgert man sich in Berlin darüber, dass Opel europaweit um eine Unterstützung von 3,3 Milliarden Euro werbe, zugleich aber tausende Stellen abbauen wolle. Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) warf dem Management eine mangelnde Informationspolitik vor, die weiter keine Grundlage für politische Entscheidungen sei.

Bis zu einem gewissen Grad dürften GM Europe und der Opel-Spitze solange die Hände gebunden sein, genauere Informationen zu liefern, bis klar ist, in welche Richtung die Sanierung des von Insolvenz bedrohten Mutterkonzerns General Motors (GM) geht. GM bekräftigte in dem am Donnerstag vorgelegten Jahresbericht die Gefahr einer Insolvenz.

Ersten Aufschluss für die Bundesregierung könnte der USA-Besuch von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in knapp eineinhalb Wochen bringen. Guttenberg will mit der GM-Spitze sprechen sowie mit der US-Regierung, an deren Tropf GM mittlerweile hängt.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 06.03.2009, 10:19 UhrBeobachter

    Mit Verlaub: was sind das denn für Führungskräfte bei Opel/ GM Europe????

    Da wird der bUNDESREGiERUNG als letztem Retter ein Konzept teilweise in englischer Sprache mit lauter bunten bildern vorgelegt, Zahlen über Personalabbau werden genannt, erhöht, dementiert; dann sind die Patente nicht mehr greifbar, dann verpfändet, dann redet man von einer "entgeltlosen Nutzung". Offenbar ist das vorgelegte Konzept auf Niveau einer gymnasialen Hausarbeit. Wir kennen das von den PP- Präsentationen von Colin Powell über Giftgasanlagen.

    Vorstände die solche Zustände zulassen, wenn nicht sogar veranlassen, sind etweder einfach nur unfähig oder sie spielen immer noch mit dem Schicksal des Unternehmens, belügen andere und sich selbst, ignorierend daß es schluss ist mit lustig.

    ich war selber Konzernmanager bei Engländern und Amerikanern und habe heute mein eigenes mittelständisches Unternehmen. ich weiß einzuschätzen, was eine solche Situation bedeutet.

    Herr Forster und Herr Demant hätten seit Wochen ihre Hausaufgaben machen müssen und das haben sie ganz offensichtlich nicht getan. Konsequenz: dem Verhandlungs- folgt das PR- Desaster.

    ich bin kein Freund von insolvenzen, dennoch beschleicht mich immer mehr das Gefühl, daß eine Enteignung von Opel und den anderen europäischen GM- Gesellschaften der bessere Weg ist, um diese Clowns aus dem Spiel zu nehmen und gesellschaftsrechtlich neu anzufangen.

  • 06.03.2009, 10:07 UhrRamadama

    Die scheinheiligen Aufrufe der Politiker, die derzeit von der Furcht vor den Wahlen bestimmt sind, Opel zu helfen wie auch immer - kotzt einen wirklich
    an. Diese Scharlatane würden jedem alles versprechen wenn sie nur im September nicht ausgemustert werden. Kein vernünftiger Mensch der auch nur etwas Ahnung von Wirtschaft hat kann ernsthaft erwarten daß Opel
    weiterbestehen wird. Die Fehler bei dieser Firma wurden über zwei Jahrzehnte in gravierender Form ständig gemacht und jetzt in dieser Krise und Zeiten der Überkapazitäten muß Opel einfach vom Markt weg.
    Auf diese Marke kann mann am leichtesten verzichten. Aprpo haben
    Sie schon einmal einen Politiker gesehen, der einen Opel fährt. Trabi und Wartburg mußten auch weg. Opel ist unser Trabi

  • 05.03.2009, 19:46 Uhrnn

    Die Rechnung ist im Prinzip einfach.

    Die Anzahl der beschäftigten bei den deutschen Zulieferern ist abhängig von Zahl verkaufter deutscher Autos, egal welcher Marke.

    Somit ist es für die beschäftigung in der Zulieferindustrie völlig gleichgültig, ob Opel existiert oder nicht.

    Die vorläufig "Rettung" von Opel würde nur den völlig überzahlten Opel-Mitarbeitern nützen und zwar zu Lasten der beschäftigten bei erfolgreicheren Autoherstellern.

    in Anbetracht der Tatsache, dass derzeit für 1,5 Millionen deutsche Arbeitsplätze Kurzarbeit ansteht, die dann im weiteren Verlauf der Krise zu Arbeitsplatzverlusten in etwa gleicher Höhe führen wird, ist es unverantwortlich, dass unsere Politiker auch nur eine Minute daran verschwenden, über Opel -ein Einzelschicksal- nachzudenken.

    Wir, das Volk, sollten lieber darüber nachdenken, wie wir ein Politikversagen, dass es letzlich den Akteuren ermöglich hat, das System ungestraft an die wnd zu fahren, verhindern können.

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