
Das berichtete die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Kreise in Berlin in ihrer heutigen Ausgabe. Eine Übernahme von Anteilen, wie sie Politiker von Union und SPD sowie mehrere Bundesländer in Betracht ziehen, finde dagegen in der Regierung keine Zustimmung.
Mit einem Kredit könnte der Bund Opel schneller unter die Arme greifen als mit einer Bürgschaft, bei der erst Banken gefunden werden müssten, die das Geld aufbringen, schrieb die Zeitung weiter.
Opel mit seinen über 25.000 Beschäftigten und Standorten in vier Bundesländern strebt von der Bundesregierung mittlerweile einen Bürgschaftsrahmen von 2,6 Milliarden Euro an. Die Arbeitnehmer sollen zudem 700 Millionen an Kürzungen akzeptieren. Insgesamt wird der Finanzierungsbedarf von Opel auf 3,3 Milliarden Euro beziffert. Bund und Länder machen die Gewährung von Staatshilfen von der Vorlage eines tragfähigen Sanierungskonzepts durch den traditionsreichen Rüsselsheimer Autobauer abhängig.
Thüringen will sich an Opel-Rettung beteiligen
Auch Thüringen mit dem Opel-Standort Eisenach ist bereit, sich an der Rettung der deutschen Tochter des krisengeschüttelten US-Autobauers General Motors zu beteiligen. Vorrang habe für ihn jedoch eine europäische Lösung beim Erhalt von Opel, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz heute im Deutschlandfunk. Aber auch ein Verkauf des Werks Eisenach mit seinen 1800 Arbeitsplätzen sei für ihn denkbar. Das Montagwerk im Schatten der Wartburg sei eines der effizientesten Werke innerhalb des Konzerns.
Zur Höhe einer Beteiligung Thüringens wollte sich Reinholz nicht äußern. Darüber werde zu entscheiden sein, sagte der CDU-Politiker. Im Dezember hatte der Freistaat einen Betrag von 40 Millionen Euro ins Gespräch gebracht.
Nachdrücklich warnte Reinholz vor einer Schließung des seit 1992 bestehenden Opel-Werks Eisenach. "Das wäre für die Region Eisenach schon eine kleine Katastrophe."
Der Chef der Linkspartei, Oskar Lafontaine, forderte eine direkte Belegschaftsbeteiligung als Voraussetzung für Staatshilfen an Opel. Lafontaine warf Bundeskanzlerin Angela Merkel in der "Leipziger Volkszeitung" bei der Krisenbewältigung eine zu zögerliche Haltung vor. Andere Länder seien bei der Übernahme staatlicher Hilfen viel schneller gewesen. "Die Bundesregierung zottelt jetzt bei der HRE hinterher. Bei Opel schlägt ihre VEB-Mentalität durch", sagte Lafontaine mit Blick auf die Herkunft der Kanzlerin aus der DDR.
Opel und Saab suchen nach privatem Investor
Für die Rettung der beiden europäischen General-Motors-Töchter Opel und Saab wird die Suche nach einem privater Investor derweil immer wichtiger. Sowohl die IG Metall in Deutschland als auch die schwedische Regierung machten dies gestern zur Voraussetzung für ihr jeweiliges Engagement. Trotz Zukunftssorgen verkauft Opel derzeit so viele Fahrzeuge wie seit langem nicht mehr - vor allem dank der Abwrackprämie für alte Autos. „Wir werden in Deutschland in diesem Februar mehr als 40.000 Wagen verkaufen - das ist der beste Monat seit fünf Jahren“, sagte ein Opel-Sprecher. Armin Schild, Opel-Aufsichtsrat und Frankfurter IG-Metall-Chef, schlug eine teilweise Herauslösung von Opel aus dem schwer angeschlagenen amerikanischen Mutterkonzern GM vor. Damit soll erreicht werden, dass sich andere an Opel beteiligen können, ohne dass die Verbindungen zu GM vollständig gekappt werden.
Das Management von GM Europa werde dem Aufsichtsrat am kommenden Freitag einen Überlebensplan vorlegen, der nach den Vorstellungen der Gewerkschaft „eine Perspektive für Opel als europäischer Konzern unter Beteiligung Dritter enthalten“ werde, sagte Schild. Eine Herauslösung wäre auch Voraussetzung für staatliche Finanzhilfe, etwa in Form von Garantien. Eine vollständige Trennung von GM wäre angesichts der Verflechtung beider Unternehmen und der globalen Struktur der Automobilindustrie „weder sinnvoll noch nötig“, sagte Schild.
Als Partner käme ein anderer Hersteller in Frage, „der Stärken hat, wo Opel Schwächen hat, und der Schwächen hat, wo Opel Stärken hat“. Namen wollte Schild nicht nennen. Daimler und BMW hatten bereits einen Vorschlag von CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt zurückgewiesen, der eine gemeinsame Rettungsaktion aller Autobauer für Opel erreichen wollte.
IG Metall will europäische Lösung für Opel und Saab
„Wir werden uns für eine europäische Lösung einsetzen und für alle europäischen Standorte, und wir werden dafür auch in den nächsten Tagen den Druck erhöhen“, kündigte Schild an. GM Europa forderte er auf, Opel „als überlebensfähigen, eigenständig handelnden Konzern“ zu erhalten. Als Rechtsform käme eine Aktiengesellschaft nach deutschem oder europäischem Recht in Frage. Dies würde auch einen Beitrag der Mitarbeiter in Form einer Arbeitnehmerbeteiligung erleichtern. „Wir wollen ja nicht einfach auf Löhne verzichten. Aber natürlich wissen wir, dass eine Restrukturierung möglicherweise auch die Arbeitnehmer in Anspruch nehmen wird“, sagte Schild. O
pel mit seinen über 25.000 Beschäftigten und Standorten in vier Bundesländern strebt von der Bundesregierung einen Bürgschaftsrahmen von 2,6 Milliarden Euro statt bisher 1,8 Milliarden Euro an. Die Arbeitnehmer sollen zudem 700 Millionen an Kürzungen akzeptieren. Insgesamt wird der Finanzierungsbedarf von Opel auf 3,3 Milliarden Euro beziffert. Bund und Länder machen die Gewährung von Staatshilfen von der Vorlage eines tragfähigen Sanierungskonzepts durch den traditionsreichen Rüsselsheimer Autobauer abhängig.
Regierungssprecher Thomas Steg mahnte zur Zurückhaltung bis zur Vorlage eines Konzepts. Meldungen über vermeintliche Zahlungsschwierigkeiten führten dazu, dass die Lage komplizierter und schwieriger würde. Steg sagte auf die Frage, ob die Bundesregierung Opel auch fallenlassen könnte, die Bundesregierung habe sehr schnell Gesprächsbereitschaft signalisiert. „So etwas macht man nicht, um jemanden dann die kalte Schulter zu zeigen.“ Man habe immer deutlich gemacht, wenn ein Konzept vorliege, wolle man auch helfen.













