Autokrise: Daimler rechnet mit Abbau von Kurzarbeit

Autokrise: Daimler rechnet mit Abbau von Kurzarbeit

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Zwei Daimler-Mitarbeiter bei der Produktion eines Mercedes A-Klasse in Rastatt

Der Automobilkonzern Daimler will seine Produktion wieder steigern. Mit großer Wahrscheinlichkeit würden dann auch viele Beschäftigte wieder länger arbeiten, kündigte Konzernchef Dieter Zetsche. Dies könnte auch damit zusammenhängen, dass sich der US-Automarkt allmählich wieder erholt.

Dies berichtet die Zeitung „Die Welt“ (heutige Ausgabe). Derzeit sind insgesamt 47.000 Daimler-Beschäftigte in Kurzarbeit, davon rund 35.000 in den Auto-Werken. Das sind 10.000 weniger als noch im Mai. Im Werk Rastatt, wo A- und B-Klasse gebaut werden, arbeiten etwa die Beschäftigten dank der gestiegenen Nachfrage etwa wieder voll. Die Zukunftsfähigkeit des Werks in Rastatt sei gesichert, auch wenn in Ungarn derzeit eine neue Daimler-Fabrik entsteht, betonte Zetsche. Dort sollen künftig ebenfalls die kleinen Daimler-Modelle A- und B-Klasse von den Bändern rollen. „Die Nachfolge-Generation für die A- und B-Klasse wird durch die vier neuen Varianten zu erheblich größerer Nachfrage führen“, sagte der Vorstandschef. „Diese können wir aus Rastatt nicht befriedigen.“

Zudem profitiere Rastatt davon, dass das Werk in Ungarn die Produktion insgesamt günstiger mache. Dadurch erreiche Daimler in dieser Klasse eine höhere Wettbewerbsfähigkeit. Den rigiden Sparkurs will Zetsche in jedem Fall fortsetzen. „Auch für 2010 ist es unser Ziel, weiter Kosten zu sparen, da sich die Märkte nicht gravierend verbessern werden“, sagte Zetsche. „Wir können es uns angesichts der Vorbedingungen nicht leisten, auf der Kostenseite weniger zu erreichen als 2009.“

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Daimler will in diesem Jahr konzernweit vier Milliarden. Euro sparen, davon zwei Milliarden Euro bei den Arbeitskosten. Dass Daimler nach dem Einstieg des Emirats Abu Dhabi zu einem Ziel feindlicher Übernahmen werden könnte, befürchtet Zetsche nicht. „Theoretisch existiert so eine Möglichkeit natürlich immer, aber in der Realität tendiert das Risiko gegen Null.“ Als Grund nannte er die stabile Aktionärsstruktur. Das Emirat Katar halte etwa seit 1974 sieben Prozent an Daimler. Abu Dhabi hatte im März für knapp zwei Milliarden Euro neun Prozent am Autokonzern erworben.

Erste Lichtblicke auf dem US-Automarkt

Erste Lichtblicke auf dem zuletzt katastrophalen US-Automarkt: Ford Motor hat die Absatztalfahrt im Juni erstmals klar abbremsen können. Dagegen bekamen General Motors (GM) und Chrysler die Folgen ihres Überlebenskampfes heftig zu spüren. Auch der weltgrößte Autobauer Toyota musste überraschend heftige Einbußen hinnehmen. Bei den deutschen Herstellern konnten BMW und Daimler den Rückgang der Verkäufe gegenüber dem Mai zumindest etwas verlangsamen, wie die Autobauer gestern bekanntgaben.

Am Aktienmarkt starteten die deutschen Autotitel in einem schwachen Gesamtmarkt heute mit Verlusten. Insgesamt schrumpfte der Markt im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 860.000 verkaufte Neuwagen, wie der Marktforscher Autodata laut US-Medien errechnete. Experten rechnen für dieses Jahr mit rund zehn Millionen in den USA verkauften Autos. 2008 waren es noch mehr als 13 Millionen Stück. Vertreter der Autobauer bekundeten dennoch Hoffnung auf eine baldige Besserung der Lage. Der Wendepunkt scheine nahe zu sein, sagte Ford-Chefanalyst George Pipas. Auch Toyota-Manager Bob Carter betonte, die Talsohle sei aus Sicht des Japanischen Herstellers erreicht.

Ford wieder vor Toyota

Der mitten im Insolvenzverfahren steckende GM-Konzern verkaufte im Juni fast 34 Prozent weniger Autos als ein Jahr zuvor. Insgesamt waren es 176.571 Stück. Im gesamten ersten Halbjahr brach der Absatz der bisherigen Opel-Mutter um 41 Prozent ein. Der zweitgrößte amerikanische Autobauer Ford profitierte dagegen von der Not der US-Rivalen. Der Juni-Absatz fiel lediglich um knapp elf Prozent auf 155 195 Fahrzeuge - der geringste Rückgang seit weit über einem Jahr. Im Mai war das Minus mehr als doppelt so hoch. In den ersten sechs Monaten brachen die Verkäufe um ein Drittel ein. Ford schob sich damit in den USA überraschend wieder vor Toyota.

Die Japaner erlebten einen unerwartet düsteren Juni mit einem Minus von fast 35 Prozent auf 131.654 verkaufte Fahrzeuge, seit Januar ging es damit um fast 38 Prozent nach unten. Chrysler stürzte im vergangenen Monat sogar um 42 Prozent auf 68.297 Wagen ab. Im Halbjahr lag der Einbruch bei 46 Prozent. Der kleinste der drei US-Anbieter hatte erst Mitte Juni mit dem Einstieg des italienischen Fiat-Konzerns sein Insolvenzverfahren verlassen.

Porsche-Absatz bricht um 62 Prozent ein

Bei BMW fiel der Konzernabsatz im Juni etwas weniger deutlich als zuletzt um 20 Prozent auf 20.849 Stück. Im Halbjahr ging es noch um fast 28 Prozent nach unten. Daimler litt etwas stärker und verbuchte im Juni einen Einbruch um mehr als 26 Prozent auf 16.271 Wagen - besonders stark traf es den Kleinwagen Smart. In den ersten sechs Monaten verkaufte Daimler über 28 Prozent weniger Autos als ein Jahr zuvor.

Bei Volkswagen beschleunigte sich der Rückgang im Vergleich zum Vormonat wieder. Die VW-Verkäufe in den USA fielen im Juni um 18 Prozent auf 19.027 Fahrzeuge. Das Minus seit Jahresbeginn: 16 Prozent. Die VW-Tochter Audi verzeichnete einen moderaten Absatzrückgang von rund acht Prozent auf 7524 Fahrzeuge. Seit Jahresanfang ist der Absatz um 16 Prozent gesunken. Ganz hart traf es dagegen erneut Porsche

. Bei dem Sportwagenbauer stürzten die Nordamerika-Verkäufe im Juni um 62 Prozent auf nur noch 1072 Fahrzeuge.

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