Autokrise: Das Opel-Mikado: Wer sich zuerst bewegt, hat verloren

Autokrise: Das Opel-Mikado: Wer sich zuerst bewegt, hat verloren

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Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (li.), mit GM-Chef Rick Wagoner (re.) und Finanzvorstand Henderson Frederick

Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg scheint es bei seinem USA-Besuch gelungen zu sein, die US-Administration auf die Seite der Bundesregierung zu bringen. Doch noch ist nicht viel Bewegung im Opel-Mikado zu erkennen: Hat verloren, wer sich zuerst bewegt?

Die USA-Reise von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat keine neuen Erkenntnisse über das künftige Unternehmens-Konzept des Autobauers GM geliefert. Aber sie hat Klarheit über die Positionen der drei wichtigsten Beteiligten gebracht: die des Konzerns selbst, der US-Regierung und der Bundesregierung. Guttenberg konnte der Seite.

In insgesamt zehn Punkten will der ums Überleben kämpfende Hersteller für Klarheit sorgen, der auf der Suche nach Privatinvestoren ist und sich staatliche Unterstützung bemüht. Allen voran wird dem von zahlreichen Politikern erhobenen Vorwurf widersprochen, der Sanierungsplan für das Geschäft eines künftigen europäischen Konzerns Opel/Vauxhall sei lückenhaft: „GM Europa hat einen umfassenden Plan vorgelegt, der klar aufzeigt, wie die Marken Opel und Vauxhall in Europa gedeihen können.“ Der Rettungsplan beinhalte eine detaillierte Liste neuer und geplanter Produkte und Techniken.

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Zudem zeige die Finanzanalyse deutlich, dass die gesamte Autobranche unter dem katastrophalen Nachfrageeinbruch in Folge der Finanz- und Kreditkrise leide. Gleichzeitig werde dargelegt, welche Schritte geplant sind, um sich auf die neue Realität einzustellen. Dazu zähle die Gründung eines eigenständigen europäischen Unternehmens, das aber weiterhin von der GM-Technologie und -Größe profitieren müsse.

"Substanzielles Risiko"

Reine Fiktion sei auch, dass GM die Patente von Opel verpfändet habe, um an US-Kredite zu kommen. Opel habe derzeit und auch künftig in einem eigenständigen Unternehmen vollen Zugang zum geistigen Eigentum. Man gehe davon aus, dass dies auch im Falle einer Insolvenz von GM so bleibe.

Weniger vehement bestreitet der Autobauer Gerüchte, Opels Liquidität sei lediglich bis Mai gesichert: „Ein substanzielles Risiko besteht weiterhin, aber GM Europa arbeitet hart daran, Bares zu sparen, Kosten zu senken und den Absatz anzukurbeln.“ Derzeit sehe es so aus, als würden die Barreserven von GME bis Ende des zweiten Quartals ausreichen. Dafür müsse sich der Markt aber weiter stabilisieren. In einem Blog-Beitrag schreibt GME-Chef Carl-Peter Forster auf der Internetseite: „Wir haben eine Reihe interner Maßnahmen eingeleitet, damit unsere Barreserven bis zum Ende des zweiten Quartals ausreichen.“ 

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