Autokrise: Geheimprotokoll: Porsche wollte schon im Februar 2008 VW beherrschen

Autokrise: Geheimprotokoll: Porsche wollte schon im Februar 2008 VW beherrschen

Porsche hat schon deutlich früher als bislang bekannt das Ziel verfolgt, den VW-Konzern zu übernehmen, um einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zu schließen. Damit hat das Unternehmen möglicherweise Investoren getäuscht.

Demnach hatte Porsche bereits im Februar 2008 die Absicht, 75 Prozent der VW-Anteile zu übernehmen. Diese börsenrelevante Information hat Porsche gegenüber den Anlegern nicht nur verschwiegen, sondern am 10. März 2008 auch ausdrücklich dementiert. Damit hat das Unternehmen möglicherweise Investoren getäuscht und könnte eine Untersuchung der Börsenaufsicht Bafin auslösen.

Der WirtschaftsWoche liegt ein Protokoll eines geheimen Treffens am 25. Februar 2008 in Berlin vor, an dem zwei hohe Porsche-Vertreter, zwei Juristen der für Porsche arbeitenden Kanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer und ein hoher Beamter der niedersächsischen Landesregierung im Auftrag von Ministerpräsident Christian Wulff teilnahmen.

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Bei diesem Treffen in den Räumen der Kanzlei am Potsdamer Platz äußerten die Porsche-Vertreter die Absicht, die VW-Satzung grundlegend zu ändern. Ziel sei es gewesen, dem Land Niedersachsen die damit verbundene Sperrminorität zu nehmen, über die es durch seinen 20-prozentigen Anteil an VW seit Jahren verfügt.

Kritik von Landesregierung

Wörtlich berichtete ein Teilnehmer des Treffens in Berlin der WirtschaftsWoche: „Nach einigem Bohren rückten die Porsche-Vertreter damit heraus, dass Porsche einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag anstrebe. Sollte der Vertrag nicht zustande kommen, sei die ganze Übernahme in Frage zu stellen.“

Wie es in dem Protokoll des Treffens heißt, wies der Vertreter der Landesregierung darauf hin, dass der Wegfall der Sperrminorität „den Weg zum Abschluss eines Beherrschungsvertrages eröffne“. Dann könne die „Konzernobergesellschaft (Porsche Holding SE) den Vorstand der Untergesellschaft (VW) unmittelbar anweisen“. Der VW-Aufsichtsrat sei dann „de facto ohne Befugnisse, eine Vertretung in diesem Gremium daher bedeutungslos“, kritisierte der Regierungsvertreter die Änderungspläne von Porsche.

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