Autokrise: Guttenberg erwägt Zerschlagung von Opel

Autokrise: Guttenberg erwägt Zerschlagung von Opel

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Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU)

Mitten im Ringen um die Rettung von Opel bringt Karl-Theodor zu Guttenberg eine völlige Zerschlagung des Konzerns ins Spiel.

Die „Bild-Zeitung" berichtete unter Berufung auf einen internen Vermerk des Ministers, der CSU-Politiker halte die drei vorliegenden Investorenangebote für „wirtschaftlich nicht belastbar“. Weiter heißt es laut der Zeitung: „Aus volkswirtschaftlicher Sicht führt die Liquidation zu einem Abbau der Überkapazitäten und zu einer entsprechenden Marktbereinigung.“

Guttenberg habe allerdings eingeräumt: „Politisch ist die Liquidation jedoch nicht vermittelbar. Alternativ könnte eine geordnete Insolvenz angestrebt werden.“

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Der Sprecher des Wirtschaftsministeriums, Steffen Moritz, sagte, ein solches Papier des Wirtschaftsministeriums gebe es nicht. „Ein Papier ähnlicher Art stammt von einer externen Beratungsfirma.“ Daher könne das Zitat auch nicht dem Minister zugeordnet werden.

Morgen wollen sich in Berlin Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit den Spitzen der drei möglichen Investoren treffen: dem kanadischen Zulieferer Magna, dem italienischen Autokonzern Fiat und dem US-Finanzinvestor Ripplewood. Mit dabei sein sollen auch die Ministerpräsidenten der Länder mit Opel-Standorten, Wirtschafts- und Finanzminister sowie Vertreter des US-Finanzministeriums.

Magna überarbeitet seine Pläne

Als wahrscheinlich gelte, dass die Runde beschließe, mit Magna allein weiterzuverhandeln. Aber auch die Italiener seien noch nicht aus dem Rennen. Fiat-Boss Sergio Marchionne wird heute zu Gesprächen unter anderen von Vizekanzler Steinmeier und Wirtschaftsminister Guttenberg erwartet.

Magna überarbeitet derweil nach einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ seine Pläne für das Opel-Werk in Bochum. Damit wolle das Unternehmen auch die Zustimmung des Landes Nordrhein-Westfalen für die Übernahme erreichen. Ein Sprecher der Düsseldorfer Staatskanzlei bestätigte der Zeitung: „Wir verhandeln darüber, ob die Fabrik besser ausgelastet werden könnte, indem die Produktion des Modells Astra von Antwerpen nach Bochum verlegt wird.“ Zudem könne künftig das Elektroauto Ampera in Bochum produziert werden - allerdings auf absehbare Zeit nur in kleineren Stückzahlen.

Nach dem ursprünglichen Plan wollte Magna die Astra-Produktion von Bochum nach Rüsselsheim verlegen, schreibt die Zeitung weiter. Dann hätte man in Bochum 2200 der 5000 Arbeiter entlassen müssen.

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