Autokrise: Japans Autobauer kürzen Produktion weiter

Autokrise: Japans Autobauer kürzen Produktion weiter

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Toyota kürzt seine Produktion weiter

Japans Autobauer reagieren auf die anhaltende weltweite Krise der Branche mit weiteren Kürzungen der Produktion. Der weltgrößte Hersteller Toyota und Konkurrent Honda kündigten am Freitag weitere deutliche Einschnitte an.

Japans Autobauer reagieren auf die anhaltende weltweite Krise der Branche mit weiteren Kürzungen der Produktion. Der weltgrößte Hersteller Toyota und Konkurrent Honda kündigten am Freitag weitere deutliche Einschnitte an. Auch Motorradhersteller Yamaha fährt seine Produktion zurück, während Nissan die Herstellung neuer Fahrzeuge Medienberichten zufolge nach Thailand verlegen will.

Der US-Hersteller General Motors rechnet damit, dass auf dem weltgrößten Automarkt Amerika im laufenden Jahr nur noch 10,5 Millionen Fahrzeuge verkauft werden - das wäre der tiefste Stand seit 27 Jahren. In Brüssel sagte EU-Industriekommissar Günter Verheugen, die Aussichten für die Autobranche seien „brutal“. Der BBC sagte er: „Es gibt keine Garantie, dass alle wichtigen europäischen Produzenten diese Krise überleben können.“

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 Nach Branchenprimus Toyota kündigte am Freitag auch der Subaru-Hersteller Fuji Heavy an, das Geschäftjahr mit einem operativen Verlust abzuschließen. Toyota, das den ersten Verlust seiner Firmengeschichte erwartet, will die Produktion in Nordamerika weiter kürzen, weil die Bestände auf ein neues Rekordniveau gestiegen sind.

Derzeit stehen so viele unverkaufte Fahrzeuge auf den Höfen von Händlern und Fabriken, wie der japanische Autobauer in Nordamerika in 80 bis 90 Tagen verkauft. „Die Verkäufe fallen jeden Monat um 30 bis 40 Prozent. Das hat Toyota und die ganze Branche noch nie erlebt“, sagte Analyst Yasuaki Iwamoto. „Darauf müssen die Autobauer möglichst schnell mit starken Produktionskürzungen reagieren.“

Honda fährt seine Produktion in Japan um weitere 56.000 Fahrzeuge zurück. Nissan kündigte am Donnerstag eine weitere Reduzierung an und erklärte, im Geschäftsjahr einen operativen Verlust zu erwarten. Laut der Wirtschaftszeitung „Nikkei“ will Nissan die Produktionskosten um 30 Prozent zurückfahren, in dem es seinen Kleinwagen March in Thailand statt in Japan baut.

Auch der Subaru-Hersteller Fuji Heavy, an dem Toyota 16,5 Prozent hält, prüft nach eigenen Angaben eine Verlegung von Produktion ins Ausland. Neben der allgemeinen Branchenkrise leiden japanischen Hersteller sehr unter dem starken Yen, der Exporte verteuert und Margen schrumpfen lässt. Die Japanische Börse reagierte positiv auf die angekündigten Sparmaßnahmen.

Die Papiere von Toyota legten sechs Prozent zu, Honda schoss acht Prozent in die Höhe und Nissan verteuerte sich um 3,9 Prozent. Fuji-Heavy-Aktien gewannen 6,6 Prozent, Yamaha knapp fünf Prozent.

Auf dem größten Automarkt USA wird die Talfahrt nach Einschätzung von General Motors 2009 ungebremst weitergehen. Der Absatz werde mit insgesamt 10,5 Millionen Fahrzeugen so tief liegen wie seit 1982 nicht mehr, teilte die angeschlagene Opel-Mutter mit. Noch vor einem Monat war der Konzern von einem Absatz von zwölf Millionen Fahrzeugen ausgegangen. Diese Zahl hatte GM Ende 2008 auch der Regierung als Basis für das Sanierungskonzept des Konzerns unter staatlicher Aufsicht genannt.

Auf Grundlage der korrigierten Zahlen soll dem von der Regierung eingesetzten Auto-Beauftragten am 17. Februar ein detaillierter Restrukturierungsplan vorgelegt werden. Die weltweite Nummer zwei nach Toyota war mit staatlichen Hilfen in Milliardenhöhe erst kürzlich vor dem Zusammenbruch bewahrt worden. Die US-Hersteller leiden unter der Krise stärker als viele Rivalen, weil sie nach einhelliger Expertenmeinung den Trend zum sparsameren Kleinwagen verpasst haben.

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