Autokrise: Porsche hält sich neben Katar offenbar weitere Investoren warm

Autokrise: Porsche hält sich neben Katar offenbar weitere Investoren warm

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Porsche dementiert Berichte über weitere Interessenten für Optionen auf VW-Aktien

Stehen die Investoren bei Porsche Schlange - oder ist das ein weiterer Puzzleteil im großen Porsche-Verwirrspiel? Am Wochenende hieß es, Porsche habe neben Katar noch fünf weitere Interessenten - doch der Sportwagenbauer dementierte umgehend.

Das Verwirrspiel um Porsche ist um eine weitere Wendung reicher. Am Wochenende hieß es, Porsche habe zusätzlich zum Emirat Katar weitere fünf Interessenten für das Paket an Optionen auf VW-Aktien. „Wir verhandeln exklusiv mit Katar über einen Einstieg bei der Porsche SE, aber wir haben fünf weitere Interessenten für unser Optionspaket an VW“, zitierte das „Handelsblatt“ einen Porsche-Sprecher.

Das Nachrichtenmagazin „Focus“ hatte zeitgleich berichtet, ein russischer und ein chinesischer Staatsfonds sowie ein Hedgefonds interessierten sich für einen Einstieg bei Porsche und an dessen Aktienoptionen an Volkswagen.

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Doch bereits heute Vormittag dementierte Porsche die Berichte. Fakt sei, dass Porsche exklusiv mit dem Emirat Katar über einen Einstieg bei dem Sportwagenbauer und die Übernahme von Optionen auf VW-Aktien verhandele, sagte ein Sprecher. Zu weiteren „Spekulationen“ äußere sich Porsche nicht.

Auch Banken sind uneins

Der Sportwagenbauer Porsche ist mit neun Milliarden Euro verschuldet, wird aber Finanzkreisen zufolge in diesem Jahr noch nicht in Liquiditätsnöte geraten. Zeit genug für die Eigentümerfamilien, den seit Monaten schwelenden Streit weiterzuführen.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und sein Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche möchten Katar als Investor an der Porsche SE beteiligen und Optionen auf weitere gut 20 Prozent der VW-Aktien an die Katarer verkaufen. Ferdinand Piëch, Aufsichtsratschef bei Volkswagen und Miteigentümer von Porsche, lehnt diese Beteiligung ab und verfolgt damit zwei Ziele: Er will Wiedeking, der sich bei der Übernahme von VW verhoben hat, stürzen und die Attacke auf Volkswagen umkehren, indem VW Teile von Porsche übernimmt.

Die gebotenen drei bis vier Milliarden Euro für einen Anteil von 49 Prozent an der Porsche AG hält Wiedeking aber nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ für zwei Milliarden Euro zu niedrig. Ein Gutachten taxiere die Porsche AG auf über zwölf Milliarden.

Der „Financial Times Deutschland“ zufolge ist zwischen den Banken von Porsche ein Streit darüber entbrannt, wie die Geldprobleme des Autobauers gelindert werden sollen. Während sich eine Seite für den Einstieg des umworbenen Emirats Katar einsetzt, fordert ein Großteil des Kreditkonsortiums eine Sacheinlage der Eigentümerfamilien Porsche und Piëch, um das Eigenkapital zu stärken.

Sie sollten demnach ihr Salzburger Autohandelshaus Porsche Holding GmbH in den Stuttgarter Konzern einbringen. Einen solchen Schritt hätten sich die Gläubigerbanken zusichern lassen, als sie Porsche im März einen Kredit von zehn Milliarden Euro bewilligten, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise. Ein Teil der 15 Institute fordere nun den Vollzug. Die betreffenden Banken argumentierten, dass der Porsche-Konzern mit dem Kapital der Salzburger Holding seine Bilanz verbessern und damit seine Position gegenüber VW stärken würde.

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