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Autokrise: Rettungsplan: Opel will sich von General Motors abkoppeln

von Sebastian Schulte mit Material von AP/dpa/rtr

Im Ringen um sein Überleben will sich der Autobauer Opel von seiner US-Mutter General Motors (GM) abkoppeln. Das Management sieht die Zukunft des Autobauers in einer rechtlich selbstständigen Geschäftseinheit.

Der Opel-Aufsichtsrat berät Quelle: AP
Der Opel-Aufsichtsrat berät zurzeit über einen Rettungsplan für den zum kriselnden US-Konzern General Motors gehörenden Autohersteller Quelle: AP

Dies geht aus dem heute im Opel-Aufsichtsrat diskutierten Rettungsplan hervorgeht. Der Autohersteller habe eine Zukunft, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Carl-Peter Forster nach einer Sitzung am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim. Das von der öffentlichen Hand benötigte Kapital eines neuen europäischen Unternehmens Opel/Vauxhall ohne den von der Insolvenz bedrohten GM-Konzern bezifferte Forster auf 3,3 Milliarden Euro.

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Opel wolle auch als selbstständige europäische Gesellschaft Teil des GM-Konzerns bleiben, unter anderem um den Zugang zu Techniken zu behalten und von der Größe des Konzerns zu profitieren. Die Gesellschaft sei zudem offen für Investitionen von Dritten. Der Rettungsplan soll am kommenden Montag der Bundesregierung vorgelegt werden. Das Zukunftskonzept ist Voraussetzung dafür, dass die Bundesregierung Opel wie gewünscht unter die Arme greift.

Jetzt soll der Plan der Bundesregierung vorgelegt werden. Opel-Chef Hans Demant hatte vor der Aufsichtsratsitzung gesagt, er könne garantieren, dass das Management „intelligente Vorschläge“ vorlegen werde. Die Ergebnisse der Beratungen sollen am Nachmittag der Öffentlichkeit mitgeteilt werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat wiederholt ein tragfähiges Unternehmenskonzept als Voraussetzung für staatliche Hilfen gefordert. Im Gespräch sind Bürgschaften, aber auch eine direkte Beteiligung von Bund und Ländern an Opel.

Opel-Chef Hans Demant hatte zuvor Meldungen scharf zurückgewiesen, der Autobauer brauche langfristig bis zu neun Milliarden Euro. Zuletzt war von 3,3 Milliarden Euro die Rede gewesen In den vergangenen Tagen haben zudem die europaweit rund 4000 Opel-Händler angeboten, sich an dem Hersteller zu beteiligen. Arbeitnehmervertreter erwägen zudem eine Beteiligungsgesellschaft der Mitarbeiter. Der Autobauer hat allein in Deutschland rund 25.000 Beschäftigte. Europaweit arbeiten für Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall rund 50.000 Menschen. Bei den Opel-Händlern stehen weitere 120.000 Menschen in Lohn und Brot.

Bundeswirtschaftsminister skeptisch

Bevor der Rettungsplan überhaupt vorgelegen hatte, hat sich Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg schon skeptisch zu einer Herauslösung Opels aus dem Mutterkonzern geäußert. „Ein abstraktes Herausbrechen aus dem Mutterkonzern (erscheint) angesichts des hohen Verknüpfungsgrades ... zumindest aus Laiensicht sehr schwierig“, sagte der CSU-Politiker heute in Berlin. Der Minister verwies darauf, dass bisher noch nicht klar sei, was die US-Regierung an Hilfen für General Motors plane. Das müsse aber Maßstab für das Vorgehen in Deutschland sein. „Es wird sehr, sehr viel davon abhängen, wie der Verflechtungsgrad mit dem Mutterkonzern de facto gegeben ist.“

Guttenberg betonte, dass er auf ein umfassendes und klares Konzept des Opel-Managements zur Rettung des kriselnden Autobauers setzt. Das Konzept sei die Grundlage für mögliche Hilfsaktionen. „Der nächste denkbare Schritt kann aber in meinen Augen nicht der Staat sein“, betonte der Wirtschaftsminister. Zunächst müssten alle anderen Lösungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden. Guttenberg verwies darauf, dass eine staatliche Hilfsaktion mit Steuergeldern finanziert würde. „Mit solchen Steuergeldern müssen wir vernünftig umgehen“, sagte er.

Keine deutschen Steuergelder für Saragossa

Bei einer europäischen Lösung wäre es nicht akzeptabel, „dass trotzdem Arbeitsplatzabbau stattfindet und wir mit unseren Steuergeldern etwa einen Standort Saragossa sichern“, sagte er. „Das muss alles in eine solche Abwägung einbezogen werden.“ Guttenberg konnte Berichte über einen möglichen Verkauf des Opel-Werks in Eisenach nicht bestätigen. „Ich höre auch in dieser Hinsicht Gerüchte“, sagte er lediglich. Aber auch dies sei eine Frage, die unmittelbar mit dem Gesamtkonzept für die Rettung von Opel zusammenhänge.

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22 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 02.03.2009, 09:43 UhrDithie

    Zu: abkoppeln...
    Wie bei Mercedes,das gleiche Spiel,einige,wenige haben sich goldene
    Nasen verdient,doch unserere Regierung, unter der großen Lügnerkoa-
    lition, der Multi-Kulti-Politikerin A.Merkel erzählt uns Märchen,vonWohl-
    stan für "ALLE" ,wen Sie wohl damit meint,ignoriert eine noch nie da-
    gewesene Kinderarmut,Armutsschicht,Arbeitslosigkeit + 20 Mill. betrogene Rentner!Das sind ihre "Leistungen",saniert diese ma-
    roden,korrupte banken,Wirtschaft,mit unseren Steuergelder,das
    ist FAKT !!! Denkt man zurück,an die Vergangenheit,alles schon
    mal da gewesen !!!

  • 01.03.2009, 16:03 UhrSenf dazu geber

    Manche denken hier echt nicht von 12 bis mittag. 1. arbeiten in den tausenden opel autohäusern auch menschen vom einzelhandel in den betroffenen regionen und denen der zulieferbetriebe gar nicht zu reden. Natürlich muss es eine obergrenze geben Schweden hat es richtig gemacht mit Saab. das betrifft nur ein werk und man kann da regional gegensteuern. Aber opel ist keine marke wie lada oder skode vor 20 jahren sondern ein hersteller mit wettbewerbsfähigen modellen. Hätte bmw keine schlechten erfahrungen mit Rover gemacht und Daimler mit Chrysler dann gäbe es schon lange nen käufer aber so brauchen diese beiden hersteller eben ein jahr bedenkzeit bis die neue a + b klasse oder die neue 1er reihe mit opel komonenten gebaut wird und so lange muss der staat helfen. GM muss beteiligt bleiben weil ausserhalb der usa deren heimische autos doch nahezu unverkäuflich sind. z.b. in lateinamerika sind es doch fast nur hiesige opel modelle die dort als chevy angeboten werden und durch diesen absatz senkt sich dann auch der stückpreis für hiesige fahrzeuge. schon wegen der staatshilfe dürfen sie opel da nicht verkaufen weil dann jede form von überlebensfähigkeit wegbricht und der staat den hahn zudreht. natürlich ist das viel geld was verpulvert wird aber hersteller produzieren wenigstens was banken nur heisse luft. wäre vw ein telefonanbieter oder eine lebensmittelkette wäre sowieso schon lange das kartellamt hinter denen her. mit skoda haben sie zusammen mit seat zuviel marktmacht so das fast alle massenhersteller in europa langsam die luft ausgeht.
    schönen tag wünsche ich

  • 28.02.2009, 23:56 UhrHelmers

    Stopp den Gangstern
    Wer hier als amerikanischer Pirat unter einem Deckmantel versucht, noch mehr als die bereits bezahlte "Abwrackprämie" zu kassieren, bekommt einen Tritt. Tausende Sozialhifeempfänger warten auf eine Nahbesserung zum überleben, Zeitarbeiter werden und wurden bereits entlassen. Stopp der Klassenjustiz, stopp der Klassenmedizin u.s.w.!

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