Autokrise: Rettungsplan: Opel will sich von General Motors abkoppeln

Autokrise: Rettungsplan: Opel will sich von General Motors abkoppeln

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Der Opel-Aufsichtsrat berät zurzeit über einen Rettungsplan für den zum kriselnden US-Konzern General Motors gehörenden Autohersteller

Im Ringen um sein Überleben will sich der Autobauer Opel von seiner US-Mutter General Motors (GM) abkoppeln. Das Management sieht die Zukunft des Autobauers in einer rechtlich selbstständigen Geschäftseinheit.

Dies geht aus dem heute im Opel-Aufsichtsrat diskutierten Rettungsplan hervorgeht. Der Autohersteller habe eine Zukunft, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Carl-Peter Forster nach einer Sitzung am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim. Das von der öffentlichen Hand benötigte Kapital eines neuen europäischen Unternehmens Opel/Vauxhall ohne den von der Insolvenz bedrohten GM-Konzern bezifferte Forster auf 3,3 Milliarden Euro.

Opel wolle auch als selbstständige europäische Gesellschaft Teil des GM-Konzerns bleiben, unter anderem um den Zugang zu Techniken zu behalten und von der Größe des Konzerns zu profitieren. Die Gesellschaft sei zudem offen für Investitionen von Dritten. Der Rettungsplan soll am kommenden Montag der Bundesregierung vorgelegt werden. Das Zukunftskonzept ist Voraussetzung dafür, dass die Bundesregierung Opel wie gewünscht unter die Arme greift.

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Jetzt soll der Plan der Bundesregierung vorgelegt werden. Opel-Chef Hans Demant hatte vor der Aufsichtsratsitzung gesagt, er könne garantieren, dass das Management „intelligente Vorschläge“ vorlegen werde. Die Ergebnisse der Beratungen sollen am Nachmittag der Öffentlichkeit mitgeteilt werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat wiederholt ein tragfähiges Unternehmenskonzept als Voraussetzung für staatliche Hilfen gefordert. Im Gespräch sind Bürgschaften, aber auch eine direkte Beteiligung von Bund und Ländern an Opel.

Opel-Chef Hans Demant hatte zuvor Meldungen scharf zurückgewiesen, der Autobauer brauche langfristig bis zu neun Milliarden Euro. Zuletzt war von 3,3 Milliarden Euro die Rede gewesen In den vergangenen Tagen haben zudem die europaweit rund 4000 Opel-Händler angeboten, sich an dem Hersteller zu beteiligen. Arbeitnehmervertreter erwägen zudem eine Beteiligungsgesellschaft der Mitarbeiter. Der Autobauer hat allein in Deutschland rund 25.000 Beschäftigte. Europaweit arbeiten für Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall rund 50.000 Menschen. Bei den Opel-Händlern stehen weitere 120.000 Menschen in Lohn und Brot.

Bundeswirtschaftsminister skeptisch

Bevor der Rettungsplan überhaupt vorgelegen hatte, hat sich Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg schon skeptisch zu einer Herauslösung Opels aus dem Mutterkonzern geäußert. „Ein abstraktes Herausbrechen aus dem Mutterkonzern (erscheint) angesichts des hohen Verknüpfungsgrades ... zumindest aus Laiensicht sehr schwierig“, sagte der CSU-Politiker heute in Berlin. Der Minister verwies darauf, dass bisher noch nicht klar sei, was die US-Regierung an Hilfen für General Motors plane. Das müsse aber Maßstab für das Vorgehen in Deutschland sein. „Es wird sehr, sehr viel davon abhängen, wie der Verflechtungsgrad mit dem Mutterkonzern de facto gegeben ist.“

Guttenberg betonte, dass er auf ein umfassendes und klares Konzept des Opel-Managements zur Rettung des kriselnden Autobauers setzt. Das Konzept sei die Grundlage für mögliche Hilfsaktionen. „Der nächste denkbare Schritt kann aber in meinen Augen nicht der Staat sein“, betonte der Wirtschaftsminister. Zunächst müssten alle anderen Lösungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden. Guttenberg verwies darauf, dass eine staatliche Hilfsaktion mit Steuergeldern finanziert würde. „Mit solchen Steuergeldern müssen wir vernünftig umgehen“, sagte er.

Keine deutschen Steuergelder für Saragossa

Bei einer europäischen Lösung wäre es nicht akzeptabel, „dass trotzdem Arbeitsplatzabbau stattfindet und wir mit unseren Steuergeldern etwa einen Standort Saragossa sichern“, sagte er. „Das muss alles in eine solche Abwägung einbezogen werden.“ Guttenberg konnte Berichte über einen möglichen Verkauf des Opel-Werks in Eisenach nicht bestätigen. „Ich höre auch in dieser Hinsicht Gerüchte“, sagte er lediglich. Aber auch dies sei eine Frage, die unmittelbar mit dem Gesamtkonzept für die Rettung von Opel zusammenhänge.

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