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Autokrise: Unnötige Aufregung um Opel

von Thomas Katzensteiner

Die Opel-Rettung ist vorläufig gescheitert und schon weiß die Politik auch, wer ganz klar die Schuld trägt: Die bösen Amerikaner. Dabei ist die Position der Opel-Konzernmutter General Motors und der US-Regierung durchaus nachvollziehbar. Die deutsche Politik hingegen sollte sich fragen, ob die Idee, Opel um jeden Preis von GM zu trennen, wirklich so toll war.

Flaggen vor einem Opel-Werk: Quelle: REUTERS
Flaggen vor einem Opel-Werk: Die Aufregung um den geplatzen Gipfel zur Rettung von Opel ist überzogen Quelle: REUTERS

So hatte man sich den Ausgang der vergangenen Nacht wohl nicht vorgestellt. Der Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist düpiert. Ein Ergebnis gibt es nicht, außer, dass die Opel-Konzernmutter General Motors zusätzliche 300 Millionen von der Bundesregierung haben möchte. Die Opel-Bieter Fiat und Magna stehen sich die Füße platt. Schuld daran ist angeblich eine US-Regierung, die nur drittklassige Abgesandte schickt und eine Konzernmutter, die nicht kooperiert.

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Doch warum sollte sie? Die deutsche Politik verkennt noch immer die wahre Interessenlage bei Opel: Es war nicht General Motors originäre Idee, sich von Opel zu  trennen und es ist auch nicht in GMs Interesse (mehr dazu hier). Dieser Einfall stammt primär von deutschen Arbeitnehmervertretern und Politikern, die seit Monaten herumposaunen, General Motors habe Opel ausgesaugt, ja gar erdrosselt.

Opel profitierte von GM-Einkaufsmacht

Dabei beruht die Abhängigkeit von GM und Opel durchaus auf Gegenseitigkeit. GM braucht das Know-How und die Technologie von Opel. Opel braucht die Skaleneffekte im Einkauf und in der Entwicklung, die ein Konzern wie GM allen Schwächen zum Trotz noch immer bietet und die Opel alleine fehlen.  

So muss sich Berlin allmählich  einmal fragen, ob es wirklich so ein kluger Einfall war,  Opel unbedingt und um jeden Preis von GM zu trennen. Zweifel daran sind berechtigt. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum Einen sind die Angebote, die derzeit auf dem Tisch liegen, alles andere als beeindruckend. Günstig für die Bundesregierung sind sie schon gar nicht. Die Bieter Magna und Fiat verlangen vom deutschen Staat bis zu 300.000 Euro Bürgschaft pro Arbeitsplatz. Eine enorme Summe – Ausfallrisiko: hoch. Schließlich bringen weder Fiat noch Magna bislang eigene Milliarden mit in das Geschäft.

Zum anderen könnte eine GM-Insolvenz und die nachfolgende Hardcore-Sanierung unter US-Regierungsaufsicht durchaus die Chance bieten, dass am Ende wieder ein profitabler Konzern steht, in den Opel auch hineinpasst und in dem Opel sich entfalten kann.

Verlogene Angst vor dem Absaugen deutscher Staatsgelder

Die öffentlich geschürte Panik, GM könne deutsches Staatsgeld absaugen, ist deshalb auch unberechtigt. Um nicht zu sagen, sie ist sogar verlogen. In Deutschland hat sich niemand aufgeregt, als der vom Staat gerettete Versicherungsriese AIG nachträglich Milliarden an die Deutsche Bank überwiesen hat – und das ohne Abschläge, was durchaus gerechtfertigt gewesen wäre.

Aber wenn es darum geht, Opel in GM-Hand zu stützen, dann ist der öffentliche Geschrei groß. Plötzlich tun alle so, als sei GMs Vorgehen viel schlimmer, als wenn ein neuer Besitzer deutsche Steuergelder durch den Kamin bläst.

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33 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 29.05.2009, 17:06 UhrAnonymer Benutzer: Marc B

    ich finde es schon ziemlich ersteunlich, dass wirklich jemand glaubt, die deutsche Politik könne GM Europe oder Opel retten.
    Warum sollten die Amerikaner ihr bestes Stück verkaufen und dann hoffen sich besser sanieren zu können.
    Wenn Opel so profitabel ist wie immer behauptet wird, wird GM es behalten. Die Amerikaner spielen hierbei nur auf Zeit in der Hoffunung zur Rettung von Opel deutsche oder europäische Kredite zu bekommen.
    Am Ende wird Opel, wie auch GM ein insolvenzverfahren durchlaufen, und all das abstoßen was nicht profitabel ist. Dieses Verfahren wird auch Arbeitsplätze kosten, in Amerika und in Europa. Egal ob es der Politik passt oder nicht.

    Die Politiker verhandeln mit investoren als hätten sie was zu verkaufen. Verkaufen kann nur GM bzw der Amerikanische Staat. Und ob die das wollen scheint mir doch sehr zweifelhaft.

    Auch kann ich nicht verstehe, warum wir plötzlich Miliarden von Steuergeldern ausgeben sollen um die Fehler der Vergangenheit auszubügeln. Den die Finanzkriese ist nur einer von vielen Sargnägeln bei GM und Opel. Die entscheidenden Fehler wurden in Amerika vor Jahren begangen.

  • 29.05.2009, 14:38 UhrAnonymer Benutzer: Tom

    Aus der Sicht der Amerikaner ist es völlig egal ob Opel überlebt oder in die insolvenz geht. interessant für GM und die US-Regierung ist nur zu sehen wie sich unsere Politiker bemühen Opel zu retten, dem Wahljahr sei Dank:-). Warum sollte sich man sich da nicht mit ein paar unverschämten Geldforderungen schadlos halten? Schließlich ist jede Million die vom alten Kontinent kommt, eine, die die neue Welt nicht aufbringen muß für die insolvenzkosten von GM. Der Ausstieg von Marchionne zeigt eben, das er "Augenmaß" und Realitätssinn hat.

  • 29.05.2009, 14:03 UhrAnonymer Benutzer: Sir Dji

    Was haben unqualifizierte Kommentare, wie die von Joe brösl in einem Formu eines Sachlichen Wirtschaftsmagazins zu suchen? Hoffentlich wird hier niemalnd so blöd, mich von solchen Kommentaren beeindrucken zu lassen.

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