Autokrise: US-Autobauer brauchen weitere Milliarden

Autokrise: US-Autobauer brauchen weitere Milliarden

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US-Autobosse: Richard Wagoner (general Motors, v.l.), Robert Nardelli (Chrysler) und Alan Mulally (Ford)

Untergangsstimmung in der US-Autoindustrie: General Motors, Ford und Chrysler brauchen noch mehr Staatsgeld als angenommen - ansonsten droht der Bankrott. Zehntausende Stellen sind bedroht. Auch bei Saab, Volvo und Opel wächst die Angst.

Die Krise der großen amerikanischen Autohersteller ist noch schlimmer als bislang bekannt. Die Chefs der drei größten Konzerne General Motors, Ford und Chrysler ersuchten den US-Kongress um neue Kredite von insgesamt 34 Milliarden Dollar. Die Lage ist akut: Die Opel-Mutter GM will vier Milliarden Dollar noch im Dezember haben. Auch Chrysler braucht die angefragten sieben Milliarden Dollar bis Jahresende. GM alleine will noch einmal 31.500 Stellen streichen.

Denn der US-Automarkt liegt weiter am Boden: Im November brach der Absatz von GM um 41 Prozent ein, die Verkäufe von Ford um gut 30 Prozent. Alleine GM, der größte US-Autobauer, bat vor  dem US-Kongress insgesamt um neue Kredite von bis zu 18 Milliarden Dollar bis Ende 2009. Der Konkurrent Ford braucht bis zu neun Milliarden, hofft aber, auf das Geld nicht unbedingt zugreifen zu müssen. Die US-Abgeordneten hatten bisher nur über neue Kredite von insgesamt 25 Milliarden Dollar für die drei Konzerne beraten.

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Der US-Kongress macht überzeugende Zukunftspläne zur Voraussetzung für die dringend benötigten Kredite. Es wird erwartet, dass alle drei Chefs der US-Autokonzerne zu weiteren Anhörungen am Donnerstag und Freitag nach Washington kommen werden. Sie haben bereits deutliche Produktionskürzungen angekündigt und zugesagt, im Falle der Genehmigung für ein symbolisches Gehalt von einem Dollar zu arbeiten. Bei einem Auftritt vor zwei Wochen waren ihre ersten Forderungen nach Milliardenkrediten bei Abgeordneten und Senatoren auf Skepsis gestoßen.

Angst in Deutschland wächst

Besonders die GM-Ankündigungen lösten sofort neue Spekulationen über eine drohende Pleite aus. Das „Wall Street Journal“ berichtete, ranghohe Funktionäre der Autoarbeiter-Gewerkschaft UAW befürchteten eine Insolvenz von General Motors noch vor Weihnachten, falls die Milliarden vom Staat nicht kämen. Das Unternehmen selbst betonte, es wolle eine Insolvenz unbedingt verhindern und setzte alles daran, die Hilfen aus Washington zu bekommen.

Zu dem Rettungskonzept soll der Verkauf der schwedischen GM-Tochter Saab gehören. Das bestätigte Konzern-Vizechef Frederick Henderson schwedischen Medien. Er sagte weiter, dass sich GM um eine möglichst schnelle Lösung bemühe. Der Verkauf sei eine von mehreren Optionen. GM stieg 1990 bei Saab ein und hält seit dem Jahr 2000 alle Anteile. Ford hat seine schwedische Tochter Volvo ebenfalls zum Verkauf angeboten.

Nur schwer verkäuflich: Quelle: AP

Nur schwer verkäuflich: Ford-Modelle bei einem Autohändler in den USA

Bild: AP

Nun geht auch in Deutschland die Angst bei der deutschen GM-Tochter Opel um. Schon seit Mitte November bereitet man sich in Rüsselsheim auf eine Insolvenz der Konzernmutter vor und bat für diesen Fall um staatliche Bürgschaften von mehr als einer Milliarde Euro. Die Bundesregierung will bis Weihnachten darüber entscheiden. Der Eisenacher Opel-Betriebsratchef Harald Lieske forderte ein geschlossenes Vorgehen aller Betriebsräte. Es könne nicht sein, dass zwischen den Opel-Standorten ein Unterbietungswettbewerb beginne, sagte er dem Mitteldeutschen Rundfunk. Zwar müssten lokale Regelungen möglich sein, aber „immer nur auf der Basis einer generellen Regelung innerhalb Deutschlands“, betonte Lieske.

Zu möglichen Kosten-Einsparungen bei Opel sagte er, im Gespräch sei ein ganzer Katalog von Maßnahmen. Möglich seien reduzierte Arbeitszeit, Nullrunden und eine Kürzung des Weihnachtsgeldes. Es werde nicht zu vermeiden sein, dass die Mitarbeiter einen Beitrag zur Sanierung des Unternehmens leisteten. Es müsse nur sicher sein, dass Opfer nicht umsonst seien. Die Betriebsräte müssten verhindern, dass der Beitrag der Opel-Beschäftigten zur Sanierung des Unternehmens dazu genutzt werde, Löcher bei der Konzern-Mutter GM zu stopfen.

Nicht nur die amerikanischen Autobauer haben unter dem US-Konjunktureinbruch zu leiden. Auch den erfolgsverwöhnten japanischen Autobauer Toyota traf es in Amerika hart: Der Absatz fiel um 34 Prozent auf gut 130.300 Autos. Deutsche Autobauer erwischt es derzeit ebenfalls. Daimler verbuchte ein Absatz-Minus von 30 Prozent, BMW von 26,8 Prozent und Volkswagen von 19,2 Prozent. Die Verkäufe der Deutschen in den USA sind allerdings deutlich geringer.

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