Autokrise: Volkswagen: Insel der Glückseligkeit

Autokrise: Volkswagen: Insel der Glückseligkeit

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Volkswagen: Nach der Autokrise könnte VW an die Spitze der Autobranche rücken

Einige der Konkurrenten von gestern kämpfen heute ums Überleben, morgen schon könnte Volkswagen ganz oben sein: Für den größten Autohersteller Europas läuft alles nach Plan.

Es war Anfang Februar, als Konzernchef Martin Winterkorn eine Handvoll Journalisten ins VW-Designcenter nach Wolfsburg einlud. Das Wetter war rau, die Wirtschaftslage mehr als ungemütlich. General Motors und Chrysler kämpften ums Überleben, bei BMW und Mercedes, Toyota und Honda standen wegen der Absatzflaute vorübergehend die Bänder still. Winterkorn hingegen gab sich bei dem Treffen kurz vor dem Genfer Automobilsalon einigermaßen locker: Der neue Polo, so schwärmte er, sei ein tolles Auto, das vom Start weg sicher gut ankommen werde; die Mehrmarkenstrategie entwickele sich prächtig und die Investitionen in neue Technologien wie die Benzin-Direkteinspritzung, den Hybridantrieb und das Doppelkupplungsgetriebe begännen sich auszuzahlen. In den nächsten Monaten werde eine Flut neuer Fahrzeuge auf den Markt kommen, die allesamt die strengsten Abgasbestimmungen erfüllen. „120 Modelle sind schon jetzt bei CO2-Werten von unter 140 Gramm pro Kilometer -- da macht uns derzeit niemand etwas vor.“

Weltmarktanteil erhöht

Der Stolz über „seinen“ Konzern war Winterkorn deutlich ins Gesicht geschrieben. Aber die Krise? Ja, ja die Krise. Aber davon lässt er sich den Abend nicht verderben. „Ich gehe davon aus, dass wir gestärkt daraus hervorgehen.“ Seine Prognose: „Ich gehe mal davon aus, dass unser Konzern 2009 mit einem Minus von zehn Prozent davonkommt. Der Weltmarkt dürfte von 60 auf 49 Millionen Fahrzeuge sinken – also um 20 Prozent.“

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Winterkorn könnte recht behalten. Nach den Quartalszahlen, die VW heute vorlegte, hat der Volkswagen-Konzern – mit den Marken VW und Audi, Seat und Skoda – im ersten Quartal des Jahres seinen Weltmarktanteil auf elf Prozent erhöht. Zum Vergleich: Zum Stichtag des Vorjahres kam der Konzern nur auf einen Anteil von 9,7 Prozent am weltweiten Pkw-Markt. Die Kernmarke VW steigerte ihren Anteil von 6,3 auf 7,4 Prozent, Skoda und Audi jeweils um 0,1 Prozent. Und Seat gelang es immerhin, in einem um 20 Prozent geschrumpften Gesamtmarkt seine Position zu behaupten. Knapp 1,4 Millionen Autos konnte Europas Nummer eins seit Jahresbeginn weltweit verkaufen, in allen wichtigen Märkten deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum.

Besonders eindrucksvoll fiel unter anderem das Ergebnis in Russland aus: Während der Automarkt dort um 39 Prozent schrumpfte, stieg der Absatz von VW um mehr als 14 Prozent. Brasilien, Nordamerika, China – in allen wichtigen Regionen legte der VW-Konzern zu. Und auch auf dem deutschen Heimatmarkt – auch der Abwrackprämie sei Dank – legten die Wolfsburger zu. Ein Plus von acht Prozent spricht für die Produkte und die Vertriebsorganisation.

Toyota und Ford auf den Fersen

Winterkorn wird zufrieden sein, auch wenn sich noch nicht absehen lässt, wie sich die Geschäfte in den kommenden Monaten entwickeln werden. Schon werden von Analysten Hochrechnungen angestellt, wann der VW-Konzern als der derzeit drittgrößte Autohersteller der Welt Toyota und Ford überflügeln könnte, die derzeit noch die beiden ersten Positionen im Ranking einnehmen.

Toyota bekommt derzeit die Schwäche des Heimatmarktes und die Rezession in USA heftig zu spüren – auf beiden Märkten spielt VW derzeit nur eine Außenseiterrolle. Eine Schwäche wandelt sich nun in eine Stärke. Glück muss der Mensch haben. Ist VW also auf einem guten Weg? „Absolut“, meinte Konzernchef Winterkorn bei jenem Gespräch im Wolfsburger Designzentrum. „Im Herbst sehen wir auch wieder Licht am Ende des Tunnels.“ Die aktuellen Zahlen dürften ihn in seinem Optimismus bestärken.

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