Automobilbau: Deutsche Autozulieferer kommen aus der Krise

Automobilbau: Deutsche Autozulieferer kommen aus der Krise

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Katalysator-Prüfung bei BASF

von Hans-Jürgen Klesse

Weil sie kaum Personal abgebaut haben, hat die Krise die deutschen Unternehmen härter getroffen als die globalen Mitbewerber. Doch genau das verbessert jetzt ihre Zukunftschancen.

Sitze und Türinnenverkleidungen sind mit mattrotem Leder bespannt, die Mittelkonsole wird von zwei schmalen, mit dem gleichen Leder gepolsterten Leisten eingefasst. Das markentypische Edeldesign ergibt sich im Innenraum des neuen Audi-TT aber erst durch die Kombination mit den mattsilbern gebürsteten Metallflächen der Türgriffe und der Mittelablage.

Der Autozulieferer Angell-Demmel ist auf stylische Zierleisten für den Fahrzeuginnenraum, Türgriffe, Schalter, Konsolen und Typenschilder aus Metall spezialisiert. Damit produzieren die Lindauer genau die Teile, die aus einem Gebrauchsgegenstand ein Statussymbol machen und die deshalb bei fast allen Autoherstellern zumindest für die Edelvarianten ihrer Modellpalette gebraucht werden. Doch trotz mittlerweile wieder gut gefüllter Auftragsbücher musste der Spezialist mit seinen rund 700 Mitarbeitern und Produktionsstätten am Bodensee und in Österreich Anfang September Insolvenz anmelden, weil die Kosten zu hoch sind.

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Gute Ausgangssituation?

350 Autozulieferer rund um den Globus schlitterten wegen der Krise in die Pleite. Allein in Deutschland mussten 2009 mehr als 70 Unternehmen der Branche Insolvenz anmelden. Angell-Demmel ist dabei kein Einzelfall, sondern in vieler Hinsicht typisch für die Branche in Deutschland: Die starke Abhängigkeit vom oberen Produktsegment sowie hohe Personalkosten brachten in der Krise viele in die Bredouille. "Für die deutschen Zulieferer war 2009 ein sehr hartes Jahr", sagt Norbert Wittemann, Deutschland-Geschäftsführer der Beratung PRTM Management Consultants in Frankfurt.

So weit die schlechte Nachricht. Doch Wittemann hat auch gute Botschaften für die gebeutelte Branche: "Gegenüber ihren internationalen Mitbewerbern haben die deutschen Zulieferer eine sehr gute Ausgangsposition für die Zukunft." Anders als die Konkurrenz haben sie in der Krise kaum Personal abgebaut: Daher konnten Zulieferer wie der Elektronikausrüster Bosch oder der Getriebehersteller ZF Friedrichshafen ihre Produktion nach dem Wiederanspringen der Autokonjunktur schnell hochfahren und so stärker am jüngsten Aufschwung der Autobranche teilhaben als ihre Mitbewerber im übrigen Europa, in den USA oder Fernost. Auch dass das Geschäft vor allem bei teuren Autos wie Mercedes oder BMW durch die vielen zu einem Großteil aus Asien kommenden Bestellungen wieder richtig brummt, kommt den deutschen Zulieferern zugute.

Das ist das Ergebnis der zum dritten Mal von PRTM vorgelegten Automobilzuliefer-Studie "Automotive Supplier Mergers & Acquisitions 2010". Exklusiv für die WirtschaftsWoche hat die auf die Autoindustrie spezialisierte Beratung untersucht, wie die internationale Zulieferbranche durch die Krise gekommen ist, wie die Krise sich auf einzelne Unternehmen ausgewirkt hat und welche Prognosen für die Zukunft sich daraus ableiten lassen. Analysiert wurden die 38 größten Zulieferer weltweit, darunter sind deutsche Anbieter wie der Stahllieferant ThyssenKrupp, der Lack- und Kunststoffhersteller Bayer oder der Reifen- und Elektronikfabrikant Continental.

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