Automobilindustrie: Renault: Hoffen auf Mégane

Automobilindustrie: Renault: Hoffen auf Mégane

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Carlso Ghosn, Renault-Chef, bekommt Druck aus dem Wirtschaftsministerium.

Renault-Chef Carlos Ghosn, der einst Nissan vor dem Konkurs rettete, steht mit dem Rücken zur Wand.

In Sandouville geht die Angst um. In dem normannischen Autowerk will Renault 1000 der 3900 Stellen streichen. Schon haben die Gewerkschaften zum Streik aufgerufen. Doch Renault-Chef Carlos Ghosn sieht keine Alternative. Der Mittelklasse-Wagen Laguna, der dort hergestellt wird, verkauft sich miserabel. Im ersten Halbjahr baute Renault nur 60.000 Stück. Geplant waren 180.000 bis 200.000. Ghosn, bei seinem Amtsantritt 2005 als Chef des französischen Autokonzerns gefeiert, steht nun mit dem Rücken zur Wand.

Auch der neue Kleinwagen Twingo bleibt hinter den Erwartungen zurück, beim Clio muss Ghosn die Produktion vielleicht auch zurückfahren, und die Modelle Espace und Vel Satis rangieren unter „ferner liefen“. Sollte auch der Kompaktwagen Mégane floppen, wäre das eine Katastrophe. Schließlich sollen er und seine Van-Version Scénic 800 Millionen Euro und damit ein Drittel zum operativen Ergebnis des Konzerns beitragen.

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Zuletzt verkaufte Ghosn von der Modellfamilie jährlich 650.000 Einheiten, mindestens annähernd 900.000 Stück müssten es wieder sein. So viel konnte Renault 2004 absetzen. Doch der Zeitpunkt ist schlecht. Die Konjunktur lahmt, und VW präsentierte gerade den neuen Golf, das Konkurrenzmodell zum Mégane. Insgesamt will Renault nun 6000 Stellen abbauen, davon 4000 in Frankreich.

Außerhalb Westeuropas dagegen brummt das Geschäft, vor allem mit dem Logan, dem Billigauto, das in mehreren Schwellenländern gebaut wird. Schon befürchtet Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde, die Produktion in Frankreich drohe wegzubrechen. Im ersten Halbjahr sank sie bei Renault um 21,4 Prozent auf 350.000 Einheiten. Gleichzeitig stieg sie im Ausland um 19 Prozent auf 858.300 Stück. Lagardes Wort hat Gewicht, schließlich hält der Staat 15 Prozent an Renault. Sollte der bisher dank Steueranreizen stabile französische Markt einbrechen, „hätten wir ein Problem“, meint Ghosn. Spätestens dann würde sein Stuhl wackeln.

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