Automobilzulieferer: Bosch will Stellenabbau in Deutschland vermeiden

Automobilzulieferer: Bosch will Stellenabbau in Deutschland vermeiden

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Die Wirtschaftskrise macht auch dem Automobilzulieferer Bosch zu schaffen

Die Wirtschaftskrise macht dem weltgrößten Automobilzulieferer Bosch schwer zu schaffen. Der Umsatz ging im Jahr 2008 vorläufigen Zahlen zufolge um etwa 2,8 Prozent auf rund 45 Milliarden Euro zurück, wie Bosch-Chef Franz Fehrenbach heute in Stuttgart mitteilte.

Auch das Ergebnis sei stark eingebrochen. Der Gewinn wurde noch nicht mitgeteilt. Trotz der sich verschärfenden Konjunkturkrise wolle das Unternehmen vor allem in Deutschland versuchen, ohne drastische Einschnitte beim Personal auszukommen. Fehrenbach sagte: „Unser Ziel ist es, möglichst mit der Stammbelegschaft durch diese schwierige Phase zu kommen.“ Vor allem in Deutschland sei man zuversichtlich, dass dies dank der flexiblen Arbeitszeitinstrumente auch gelingen könne. In Deutschland seien zurzeit 114.000 Mitarbeiter beschäftigt. Zurzeit habe der Konzern für 10.000 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. Im Ausland schloss der Konzernchef weitere Kündigungen aber nicht aus. Weltweit sind bei dem Technologiekonzern rund 282.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Wegen der Krise der Automobilindustrie musste die Sparte Kraftfahrzeugtechnik einen Umsatzeinbruch von rund sieben Prozent verkraften. Fehrenbach rechnete nicht mit einen schnellen Ende der Probleme bei den Automobilbauern. „Eine zweite, uns direkt treffende Entwicklung geht von der ausgeprägten Strukturschwäche großer Fahrzeughersteller aus.“ Das betreffe vor allem die drei großen US-Hersteller GM, Ford und Chrysler, deren Überleben durch staatliche Hilfen zunächst zwar gesichert sei, die aber vor einem tiefgreifenden Anpassungsprozess stünden. Auf diese Kunden entfielen heute etwa 15 Prozent des Geschäfts der entsprechenden Bosch-Sparte. Fehrenbach begrüßte die von der Bundesregierung eingeführte Verschrottungsprämie für Altautos zur Ankurbelung der Verkäufe in Deutschland.

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Umsatzeinbruch in der Kraftfahrzeugtechnik

Staatliche Hilfen für die gesamte Autobranche steht er aber sehr kritisch gegenüber. „Der Staat kann und darf nicht zum Reparaturbetrieb der Wirtschaft werden.“ Der Bosch-Chef erwartet, dass der Verbrennungsmotor noch der längere Zeit vorherrschen Antrieb für die Autos bleibe. „Aus vermeintlichen Imagegründen wurden von fast allen Seiten embryonale Konzepte für Elektrofahrzeuge angepriesen, die in den nächsten Jahren aus technischen und wirtschaftlichen Gründen für das tatsächliche Geschäft nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen werden.“ Jetzt müsse es darum gehen, die Käufer davon zu überzeugen, Fahrzeuge mit modernen Verbrennungsmotoren zu investieren.

In der Sparte Industrietechnik konnte Bosch im vergangenen Jahr noch ein Umsatzplus von rund 13 Prozent verbuchen. Hintergrund war ein hohes Auftragspolster aus den Vorjahren. Bei den Gebrauchsgütern und Gebäudetechnik sei der Umsatz im Jahr 2008 auf Vorjahreshöhe gelegen. Die größten Umsatzeinbrüche verbuchte der Gesamtkonzern mit einem Minus von 15 Prozent in Nordamerika. Da war die Kraftfahrzeugtechnik am meisten betroffen. In Europa sei der Umsatz um etwa zwei Prozent zurückgegangen und in der Region Asien-Pazifik habe das Wachstum lediglich etwa 2,3 Prozent betragen. Für das laufende Jahr geht Bosch von düsteren Aussichten aus. Fehrenbach sagte: „Ohne zu übertreiben kann man wohl sagen, dass wir 2009 vor einem der schwierigen Geschäftsjahre seit langen stehen.“ Eine Prognose gab das Unternehmen nicht ab.

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