Autozulieferer: Continental bekommt wieder Oberwasser

Autozulieferer: Continental bekommt wieder Oberwasser

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Der Aufsichtsratsvorsitzende der Continental AG, Rolf Koerfer, und der Vorstandsvorsitzende Karl-Thomas Neumann

Überraschende Wende im Machtkampf zwischen Continental und Schaeffler: Continental könnte wieder die Kontrolle in einem gemeinsamen Unternehmen übernehmen. Die neue Lösung wäre wohl vor allem im Interesse der beteiligten Banken.

Im Dauerkonflikt um den Zusammenschluß von Continantal und Schaeffler waren es bislang die Herzogenauracher, die versucht hatten die Kontrolle auszuweiten. Doch nun könnte sich der Spieß umdrehen, denn es wird intensiv über einen Zusammenschluss der beiden Konzerne unter der operativen Führung von Continental diskutiert.

Schaeffler wies die Berichte zurück. Solche Gerüchte sollten offensichtlich für Unfrieden zwischen Schaeffler und Conti sorgen, erklärte Schaeffler-Sprecher Detlef Sieverdingbeck auf Anfrage.

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Machtkampf zwischen Conti und Schaeffler

Kein Wunder, denn Schaeffler kämpft erbittert darum, die durch die Übernahme der dreimal so großen Conti gewonnene Macht nicht zu verlieren. Jüngster Schritt dabei war eine Personalie vor der gestrigen Hauptversammlung. Schaeffler benannte überraschend den neuen Finanzvorstand Klaus Rosenfeld für den Conti-Aufsichtsrat - und baut damit seine Macht in dem Gremium weiter aus.

Doch das nun überraschenderweise doch wieder Continental die Oberhand gewinnen könnte, scheint plausibel. So sollen sowohl die kreditgebenden Banken als auch die Politik diese Lösung favorisieren. Die Banken würden Kredite in eine direkte Beteiligung an dem Konzern umwandeln - und könnten auf eine Wertsteigerung ihres Engagements in der Zukunft hoffen.

Schuldenberg von 20 Milliarden Euro

Hintergrund sind vor allem die massiven Schulden beider Unternehmen: Zusammen sitzen sie auf einem Berg an Verbindlichkeiten von 20 Milliarden Euro. Bei Conti ist dafür vor allem die überteuerte Übernahme von VDO verantwortlich.

Schaeffler hatte sich bei der Übernahme der drei Mal so großen Continental verhoben und bittet nun um Staatshilfe. Nach eigenen Angaben benötigen die Franken, die seit Jahresbeginn mit knapp der Hälfte der Anteile größter Conti-Aktionär sind, bis zu sechs Milliarden Euro. Anfang April hatte sich Schaeffler einen Kredit über eine Milliarde Euro gesichert.

Beim nun in Spiel gebrachten „reverse takeover“ könnten die beteiligten Banken die Schulden quasi verschieben. Die Lösung hätte zudem den Vorteil, dass der Konzern mit dann gut 33 Milliarden Euro Umsatz und mehr als 200 000 Beschäftigten börsennotiert bliebe und sich über eine Kapitalerhöhung leichter frische Barmittel verschaffen könnte.

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