Autozulieferer: Continental wurde zum mathematischen Fall

Autozulieferer: Continental wurde zum mathematischen Fall

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Der scheidende Vorstandsvorsitzende von Continental, Manfred Wennemer.

Der scheidende Continental-Chef Manfred Wennemer hinterlässt dem neuen Eigentümer Schaeffler einen profitablen, aber verschuldeten Konzern.

Als es darauf ankam, war Manfred Wennemer nicht wiederzuerkennen. Der studierte Mathematiker, der zum Thema Stellenabbau ganz nüchtern erklären konnte, dass ihm ein rumänischer Mitarbeiter genauso wichtig sei wie ein deutscher, verlor mit einem Mal die Contenance. Als vor zwei Jahren Finanzinvestoren nach Continental griffen, sagte er noch so disziplinierte Sätze wie: „Ich glaube, es ist wichtig, ein solches Engagement nicht zu dämonisieren.“ Und: „Wenn man von seiner Strategie überzeugt ist, braucht man keine Angst vor einer Übernahme zu haben.“ Doch den Angriff des fränkischen Kugellager-Imperiums Schaeffler beschimpfte er als „egoistisch, selbstherrlich und verantwortungslos“.

Was war in diesen Tagen nur los mit Wennemer? Versuchte er mit den wütenden Attacken gegen Schaeffler den Preis hochzutreiben? Oder verzweifelte er einfach nur daran, dass einer wie er, der sein Unternehmen und seine Investoren jahrelang so gut im Griff hatte, am Ende ohne jede Chance war? Und daran, dass möglicherweise er selbst Continental durch die Megaübernahme der Siemens-Sparte VDO erst sturmreif schoss.

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Der Schaeffler-Gruppe hinterlässt er Conti als sauber aufgestelltes, in allen Sparten profitables, aber hoch verschuldetes Unternehmen mit einer bis vor wenigen Wochen ziemlich niedrigen Börsenbewertung – also ein ebenso zwiespältiges Bild, wie von sich selbst.

In seiner bittersten Minute saß Wennemer allein am Telefon. Keiner seiner Aufsichtsräte hatte Gelegenheit, dem 60-Jährigen in die Augen zu schauen, als er am späten Mittwochabend um die Auflösung seines Vertrages zum 31. August bat. Wennemer hatte zuvor in mehreren Telefonkonferenzen stundenlang präsentiert, was er bis Dienstag vergangener Woche, als sich Wennemer und Schaeffler-Geschäftsführer Jürgen Geißinger zum letzten Mal trafen, ausgehandelt hatte. Maximal 49,99 Prozent der Aktien werden die Franken für die nächsten vier Jahren übernehmen. Leidlich genug, um Conti zu kontrollieren.

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