Autozulieferer: ElringKlinger-Chef: "Zweites Halbjahr besser"

Autozulieferer: ElringKlinger-Chef: "Zweites Halbjahr besser"

von Anton Riedl

Warum ElringKlinger-Chef Stefan Wolf das Elektroauto nicht fürchtet, wie er den im MDax notierten Zulieferer durch die Autokrise steuern will.

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Stefan Wolf, Chef des Autozulieferers ElringKlinger

WirtschaftsWoche: Herr Wolf, ElringKlinger ist spezialisiert auf Zulieferungen für Verbrennungsmotoren. Was machen Sie, wenn das Elektroauto kommt?

Wolf: Wir sind vorbereitet. In der Entwicklung konzentrieren wir uns auf Komponenten für Batterien. Zudem arbeiten wir an Hybridkonzepten und Brennstoffzellen-Technologien. Bei der Brennstoffzelle wird die Energie im Fahrzeug hergestellt, das ist ein Vorteil gegenüber dem reinen Elektroauto. Da noch nicht absehbar ist, welches Antriebskonzept in 20 Jahren vorherrschen wird, laufen unsere Entwicklungen auf mehreren Gebieten.

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Die öffentliche Debatte dominiert aber das Elektroauto. 

Das ist ein Kommunikationsproblem der Automobilindustrie. Dabei gibt es beim reinen Elektroantrieb noch viele ungelöste Probleme – bei der Speicherkapazität, der flächendeckenden Stromversorgung und der Reichweite der Fahrzeuge. In Großserie und vor allem zu erschwinglichen Preisen wird es Elektroautos nicht vor 2020 geben. Bis dahin wird der verbrauchs- und abgasoptimierte Verbrennungsmotor vorherrschen.

ElringKlinger beliefert fast alle Autohersteller der Welt. Trifft Sie die Krise der Fahrzeugbranche besonders schwer?

Wir sind betroffen, profitieren aber von unserem weltweiten Geschäft. Wir sind nicht nur in Europa vertreten, sondern unter anderem auch in China, Brasilien und Indien. Diese Märkte führen zunehmend anspruchsvolle Emissionsrichtlinien ein. Das hilft uns. Zudem konzentrieren wir uns auf das Thema Verbrauchsreduzierung. Wir liefern vermehrt Teile für kleinere Turbolader-Motoren, wie sie von den Autoherstellern zunehmend eingebaut werden.

Können die Schwellenländer den Rückgang in den alten Industrieregionen ausgleichen?

2010 wird das noch nicht gelingen, aber bis spätestens 2013 sollten wir bei der Fahrzeugproduktion insgesamt das hohe Niveau von 2007 wieder erreichen. Besonders China ist für uns ein wichtiger Markt. Derzeit bauen wir die Produktion vor Ort mit zwei neuen Werken aus.

Die Abwrackprämie verhalf der Autobranche zu einem kurzen Boom. Wird 2010 der Rückschlag umso heftiger?

Das wird die Autohändler stärker treffen als die Autoindustrie. Die relativ hohe Abwrackprämie gab es nur in Deutschland, wir aber liefern weltweit. 2010 erwarten wir deshalb keinen so starken Rückgang. Zudem steuern wir mit vielen neuen Produkten dagegen.

Spüren Sie die Turbulenzen um Opel und General Motors?

Bei Opel laufen Modelle wie Insignia oder Corsa durchaus gut. Geht es nach den Verkaufszahlen und den bei uns eingehenden Bestellungen, würden wir hier nicht von Krise sprechen. In den USA dagegen erleben wir eine extreme Schwächephase bei der Fahrzeugnachfrage. Das betrifft nicht nur General Motors.

Immer mehr kleine Autozulieferer geraten ins Wanken. Haben Sie Kaufkandidaten im Visier?

Wenn Konkurrenten finanzschwach sind, spielt uns das zunächst Aufträge zu. Von der Produktentwicklung bis zur Serienproduktion vergehen in der Autoindustrie mehrere Jahre. Die großen Hersteller müssen sicher sein, dass ihre Zulieferer auch noch in fünf oder zehn Jahren am Leben sind. Zukaufen würden wir nur bei anspruchsvollen -Produkten – und wenn der Preis stimmt. Kurzfristig steht das aber nicht auf der Tagesordnung.

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