Autozulieferer: GM-Europa-Chef fürchtet langen Übernahmekampf zwischen Continental und Schaeffler

Autozulieferer: GM-Europa-Chef fürchtet langen Übernahmekampf zwischen Continental und Schaeffler

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Carl-Peter Forster, Europa-Chef von General Motors

Carl-Peter Forster, Europa-Chef von General Motors appelliert an die beiden deutschen Autozulieferer Continental und Schaeffler, sich n ihrem Übernahmekampf schnell zu einigen.

Blicken die Top-Manager großer Fahrzeugbauer derzeit auf das Übernahmegerangel zwischen den zwei deutschen Autozulieferern Continental und Schaeffler, dann bekommen einige von ihnen mittelschweres Bauchgrummeln: Carl-Peter Forster, der Europa-Chef von General Motors (GM), sagte vergangene Woche am Rande der British Motorshow in London, dass sich sein Konzern zwar nicht aktiv einmischen werde. „Aber in einem Punkt kann ich meinen Volkswagen-Kollegen Martin Winterkorn nur unterstützen. Nämlich wenn er sagt, dass wir uns eine schnelle und friedliche Lösung wünschen“, fügte er hinzu.

Gibt es die nicht, befürchtet Forster Schaden für die gesamte Branche. „Ich würde es aus Kundensicht mit großer Sorge betrachten, wenn es zu einer monatelangen Abwehrschlacht käme, unter der beide Unternehmen leiden. Auch darf es jetzt nicht passieren, dass die Integration von Siemens VDO bei Continental leidet, etwa weil Conti-Top-Manager reihenweise das Unternehmen verlassen“, warnte der GM-Manager weiter. Die kleinere familiengeführte Schaeffler-Gruppe versucht aktuell, eine Kontrollmehrheit beim größeren börsennotieren Continental-Konzern zu übernehmen.

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Forster ist dabei nicht der erste hochrangige Automobilmanager, der die zwei Kontrahenten zu einem friedlichen Zusammengehen mahnt. Kurz zuvor hatte schon Volkswagen-Chef Martin Winterkorn besorgt geäußert: „Was ich nicht positiv sehen würde, wäre ein Machtkampf mit feindlicher Übernahme. Das könnte unser Geschäft schädigen.“

Die Angst der Automanager ist begründet: Continental ist mit 23,9 Milliarden Euro Jahresumsatz immerhin der zweitgrößte Autozulieferer der Welt, Schaeffler mit 8,9 Milliarden Euro Jahreserlös ebenfalls eine große Nummer. Zudem sind Autobauer wie GM und VW heutzutage nicht nur auf Teile, sondern zunehmend auch auf Forschungs- und Entwicklungsleistungen ihrer Zulieferer angewiesen.

Grundsätzlich aber hat VW-Chef Winterkorn nichts gegen einen Zusammenschluss einzuwenden, im Gegenteil: „Wenn sich zwei solche Unternehmen zusammensetzen, dann klingt das Ganze zunächst positiv.“ VW-Großaktionär Porsche schlägt sogar noch deutlichere Töne an: „Porsche beurteilt die Beteiligung der Schaeffler-Gruppe an Conti positiv“, ließen die Stuttgarter verlauten. Dadurch sei bei Continental auch die Grundlage dafür gelegt, „dass der Konzern in deutscher Hand bleibt und nicht womöglich bei einem ausländischen Hedgefonds landet“, hieß es weiter. Außerdem zeige das Vorhaben „die Leistungsfähigkeit von Familienunternehmen“.

Die Autobauer dürfen zumindest auf eine friedliche Lösung hoffen: Continental verkündete nach ihrer Mahnung, dass der Konzern für Schaeffler die Türen öffne, falls der Angreifer sein Angebot angemessen erhöht.

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