Autozulieferer: Insolvenzverwalter macht Cabriobauer Karmann Hoffnung

Autozulieferer: Insolvenzverwalter macht Cabriobauer Karmann Hoffnung

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Das Emblems eines blauen "Karmann Ghia" Typ 14, Baujahr 1964: Der Insolvenzverwalter des Karosseriebauers Karmann sieht gute Chancen auf eine Unternehmensfortführung

Hoffnungsschimmer für den zahlungsunfähigen Cabriobauer Karmann: Karmanns Insolvenzverwalter sieht gute Chancen auf eine Fortführung des Autozulieferers. Bei einem französischen Karosseriebauer hilft unterdessen Vater Staat aus.

 Der Insolvenzverwalter des zusammengebrochenen Fahrzeugbauers Karmann sieht Chancen für eine Fortführung des Traditionsunternehmens. Karmann verfüge über eine motivierte Mannschaft, eine große Marke mit Strahlkraft und gute Beziehungen zu Kunden und Lieferanten, sagte Rechtsanwalt Ottmar Hermann heute bei einer Betriebsversammlung am Karmann-Stammsitz in Osnabrück. Dies sei für eine Fortführung des Unternehmens eine gute Ausgangssituation.

Bei der Betriebsversammlung informierte Hermann rund 1.500 Karmann-Mitarbeiter über erste Schritte zur Aufrechterhaltung der Produktion. Priorität habe zunächst die Sicherung der Liquidität des Unternehmens, sagte er. Wichtig sei zudem über Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit die Löhne und Gehälter der Mitarbeiter zu sichern. Nach Angaben seiner Kanzlei führte der Anwalt nach der Versammlung ein erstes Gespräch mit der Arbeitsagentur über Insolvenzgeld für die Karmann-Beschäftigten. Ziel sei es, die Zahlung der Löhne und Gehälter bis zu einer Bewilligung des Insolvenzgeldes über Banken zwischenzufinanzieren, hieß es.

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Hilfe für Transfergesellschaft

Insolvenzverwalter Herrmann rief die Karmann-Belegschaft in der Betriebsversammlung zudem zur Zusammenarbeit auf. Nur gemeinsam könne man die Zukunft von Karmann sichern und eine Fortführung von möglichst vielen Unternehmensteilen ermöglichen. Zu den Gläubigern, um deren Interessen er sich zu kümmern haben, zählten auch die Arbeitnehmer mit ihren Lohn- und Gehaltsansprüchen. Ein Insolvenzverwalter sei kein Liquidator, sondern wolle Arbeitsplätze und Vermögenswerte erhalten. Karmann hatte gestern wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz angemeldet.

Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff appellierte an die Eigentümerfamilie des Unternehmens, alles für eine Sicherung der Arbeitsplätze zu tun. Sie müssten ihren Beitrag für „notwendige Instrumente“ wie etwa eine Transfergesellschaft leisten, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Zugleich sollten sie den Weg für einen Weiterbetrieb auf dem Werksgelände freimachen - etwa durch andere Firmen im Metall- oder Automobilbereich. Der Regierungschef stellte zudem staatliche Hilfe für das Unternehmen in Aussicht. „Sofern eine Transfergesellschaft zustande kommt, werden wir mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln helfen“, wird Wulff zitiert. Die Insolvenz des Autounternehmens in seiner Heimatstadt Osnabrück bezeichnete er als „absolut größte Enttäuschung in meiner sechsjährigen Amtszeit“.

IG Metall: Zugesagte Abfindungen bisher nicht gezahlt

Nach Angaben der IG Metall beschäftigt eine Transfergesellschaft in Rheine derzeit 650 vormalige Karmann-Mitarbeiter. Der insolvente Autobauer schulde der Gesellschaft noch Zahlungen in Millionenhöhe, sie sei aber in ihre Existenz nicht gefährdet, sagte der örtliche IG-Metall-Bevollmächtigte Hans Pfeffer. Bis Anfang April verloren im Karmann-Fahrzeugbau in Rheine insgesamt 900 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Die meisten wechselten in die Transfergesellschaft. Etwa 300 hätten bis zur Insolvenz eine zugesagte Abfindung nicht erhalten, kritisierte Pfeffer. Abgesehen von der Transfergesellschaft beschäftigt Karmann in Rheine derzeit nur noch 130 Mitarbeiter. Am Stammsitz in Osnabrück sind es knapp 3.500 Beschäftigte, von denen 1.340 bereits die Kündigung erhalten haben.

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