Autozulieferer: Kiekert verkauft Elektroniksparte an Konkurrenten

Autozulieferer: Kiekert verkauft Elektroniksparte an Konkurrenten

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Der nordrhein-westfälische Autozulieferer Kiekert, Weltmarktführer bei Seitentürschlössern und Zentralverriegelungen, verkauft seine Elektroniksparte an den Wettbewerber Huf. Der neue Eigentümer übernimmt alle 100 Beschäftigten dieses Bereichs.

Der nordrhein-westfälische Autozulieferer Kiekert, Weltmarktführer bei Seitentürschlössern und Zentralverriegelungen, verkauft seine Elektroniksparte an den Wettbewerber Huf. Der neue Eigentümer übernimmt alle 100 Beschäftigten dieses Bereichs. Da Kiekert weiterhin elektronische Komponenten für seine Produkte benötige, werde das Unternehmen künftig in der Entwicklung sehr intensiv mit der Huf-Gruppe zusammenarbeiten, sagte Kiekert-Chef Karl Krause der WirtschaftsWoche.

Künftig konzentriert sich Kiekert auf seine Kernkompetenzen: mechanische Türschlosssysteme und Zentralverriegelungen. Kiekert gilt als Erfinder der Zentralverriegelung. Zudem folgt das Traditionsunternehmen den Autoherstellern in die Niedriglohnländer und investiert dort einen zweistelligen Millionenbetrag in neue Produktionskapazitäten. So baut es beispielsweise jetzt in China ein neues Werk samt Produktionsentwicklung. 2011 sollen dort mehr als 1000 Beschäftigte arbeiten. Die Kiekert AG wurde in den vergangenen Monaten komplett umstrukturiert. Es wurden Werke in Großbritannien und USA geschlossen und in Deutschland rund 200 Stellen abgebaut. „Mit dem Verkauf der Elektroniksparte ist die strategische Neuausrichtung von Kiekert abgeschlossen", so Firmenchef Karl Krause.

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Der neue Kurs war nötig geworden, nachdem das Traditionsunternehmen 2006 haarscharf an der Insolvenz vorbeigeschrammt war. Das Unternehmen, damals in der Hand des Finanzinvestors Permira, produzierte mit zu hohen Kosten und hatte sich beim Produktportfolio verzettelt. Permira veräußerte das Unternehmen an eine Investorengruppe um Morgan Stanley. Die neuen Eigentümer tauschten die gesamte Führungsmannschaft aus.

2007 habe Kiekert mit „gut 500 Millionen Euro" zehn Prozent mehr Umsatz erzielt als im Vorjahr, sagt Krause. Die Kosten seien in den zurückliegenden zehn Monaten um rund 20 Millionen Euro reduziert worden. Für das laufende Jahr erwartet der Firmenchef trotz des Verkaufs der Elektroniksparte einen stabilen Umsatz. Sie trug 2007 rund 25 Millionen Euro zum Umsatz bei. „2009", kündigt Krause an, „ist Kiekert wieder ein finanziell gesundes Unternehmen." Dennoch sei auf absehbare Zeit nicht mit einem Verkauf des Unternehmens zu rechnen. Die Investorengruppe betrachte ihr Engagement als langfristig, betont Krause.

Eine der wichtigsten Innovationen des Unternehmens ist nach Krauses Einschätzung die Zuziehhilfe „i-Close". Die bisher nur im Luxus-Segment eingesetzte Technik schließt Autotüren automatisch. Kiekert hat nun günstigere Lösungen entwickelt, die sich auch für den Einsatz in der Kompaktklasse eigenen. „Wir sind mit den Autoherstellern in intensiven Gesprächen über diese neuen Produkte", so Krause. „Ich halte es für gut möglich, dass i-Close schon in zwei Jahren in der Kompaktklasse in Serie geht."

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