Autozulieferer: Schaeffler bändelt mit Gewerkschaft an

Autozulieferer: Schaeffler bändelt mit Gewerkschaft an

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Man ist sich einig: Marie-Elisabeth Schaeffler und IG-Metall-Chef Berthold Huber wollen gemeinsam die drohende Pleite abwenden

Die Lage für den Autozulieferer Schaeffler verschlechtert sich zusehens. Neben Notverkäufen von Unternehmensteilen hofft Schaeffler jetzt auf Hilfe von ungewohnter Seite: Die IG Metall soll das Unternehmen im Kampf gegen die Pleite unterstützen.

In der Not frisst der Teufel ja bekanntlich Fliegen. Da von staatlicher Seite noch keine Zustimmung signalisiert wurde, den Schaeffler-Konzern mit Bürgschaften vor der drohenden Pleite zu schützen, suchen Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg jetzt den Schulterschluss mit ihren Mitarbeitern.

Die Übernahme des Konkurrenten Continental hat Schaeffler tief in die roten Zahlen rutschen lassen. Fünf bis sechs Milliarden Euro brauche die Firma an zusätzlichem Eigenkapital, sagte Gesellschafter Georg Schaeffler. Da Schaeffler auch bei den Zinszahlungen ins Schleudern gerät, drohen die Banken damit, ihre Kreditforderungen in Eigenkapital umzuwandeln und so Mitspracherecht zu beanspruchen.

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Hilfe erhofft sich das Familienunternehmen aus Herzogenaurach jetzt von der IG Metall. Sie soll das Unternehmen dabei unterstützen, an die staatlichen Bürgschaften zu kommen, im Gegenzug erhalten die Schaeffler-Mitarbeiter mehr Mitbestimmungsrecht und die Aussicht auf eine Gewinnbeteiligung ab 2011. "Wichtig ist es, an die Zukunft zu denken und jetzt die Weichen zum Erhalt der Unternehmensgruppe und der Arbeitsplätze zu sichern", sagte Georg Schaeffler. Die Unternehmensgruppe Continental/Schaeffler beschäftigt weltweit 220.000 Menschen, rund 80.000 davon in Deutschland.

IG Metall: Verschiebung der Tariferhöhung möglich

Die IG Metall schloss eine Verschiebung der im Mai anstehenden Tariferhöhung angesichts der schlechten Lage bei Schaeffler nicht aus. „Wir lieben das nicht, aber wenn es erforderlich sein sollte, werden wir das im Extremfall tun,“ sagte IG-Metall-Chef Berthold Huber dem "Handelsblatt".

Die Debatte um Staatshilfen für Schaeffler läuft bereits seit einigen Wochen. Ende Januar wurde der Ruf nach staatlicher Hilfe das erste Mal laut, seitdem schwelt der politische Streit. Soll einem Unternehmen, das sich bei der Übernahme eines Konkurrenten verhoben hat, mit Steuergeldern unter die Arme gegriffen werden? Oder wiegt der mögliche Verlust von zig Tausenden Arbeitsplätzen nicht schwerer und macht einen staatlichen Eingriff nötig?

Schaeffler arbeitet jetzt an einem Sanierungskonzept, dass die Voraussetzung für eine mögliche staatliche Unterstützung darstellt. Für die Zusammenarbeit mit der IG Metall wird eine eigene Arbeitgruppe eingesetzt. Sie soll unter anderem die Eckpunkte für die zukünftige Beteiligung der Mitarbeiter am Konzern enthalten.

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