Autozulieferer: Schaeffler sichert sich Milliarden-Finanzierung

Autozulieferer: Schaeffler sichert sich Milliarden-Finanzierung

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Maria-Elisabeth Schaeffler

Der hoch verschuldete Autozuliefer Schaeffler hat sich mit Banken auf ein 12 Milliarden Paket zur Finanzierung geeinigt. Damit gewinnt das Unternehmen Zeit und schafft die Grundlage für den Zusammenschluss mit Continental.

Der durch die Continental-Übernahme in Schieflage geratene Wälzlagerhersteller Schaeffler hat sich mit seinen Banken auf eine neue Finanzierung geeignet. Die bestehenden, zwölf Milliarden Euro schweren Kredite würden in zwei Tranchen aufgeteilt, teilte Schaeffler am Dienstag mit.

Eine sei für das operative Geschäft vorgesehen und habe eine Laufzeit von 4,5 Jahren, die andere verbleibe auf der Holding-Ebene und werde nach bis zu sechs Jahren fällig. Damit gewinnt Schaeffler zwei bis drei Jahre zusätzliche Zeit zur Rückzahlung seiner Darlehen.

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Zudem sei die Umwandlung der Schaeffler Gruppe in ein kapitalmarktfähiges Unternehmen vereinbart worden, so Schaeffler. Die in den vergangenen Monaten viel diskutierte Umwandlung von Schulden in Eigenkapital werde es nicht geben, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person aus dem Schaeffler-Umfeld. Staatshilfe sei nicht Teil des Konzepts. Die zwölf Milliarden Euro Schulden würden in etwa hälftig aufgeteilt. „Allerdings gibt es in dieser Frage Spielraum“, sagte der Insider.

Grundlagen für Zusammenschluß mit Continental

Die Konditionen seien zwar schlechter als die vor der Krise ausgehandelten. Allerdings seien sie „marktüblich“. Die Kreditvereinbarungen ließen Schaeffler nun genügend Spielraum: Sollte sich die Absatzkrise auf den Automärkten nicht massiv verschlechtern, sei davon auszugehen, dass Schaeffler sie einhalten könne.

2009 liege Schaeffler bislang gut im Plan, seine Ergebnisziele zu erreichen. Die Umwandlung in eine kapitalmarktfähige Firma soll Schaeffler-Kreisen zufolge bis Mitte nächsten Jahres geschehen. Dabei seien auf dem Weg zur Aktiengesellschaft Zwischenschritte wie die Wandlung in eine GmbH möglich. In rund zwölf Monaten könne die Fusion des operativen Geschäfts von Schaeffler mit Conti erfolgen. Vorher müssten aber noch eine Reihe Detailfragen, etwa in steuerlichen Angelegenheiten geklärt werden. „Sorgfalt geht vor Geschwindigkeit“, hieß es in Schaeffler-Kreisen.

Schaeffler-Finanzvorstand Klaus Rosenfeld sagte: „Wir erfüllen wir mit dem Konzept eine weitere wichtige Voraussetzung für eine mögliche Zusammenführung der Schaeffler Gruppe mit der Continental AG.“ Die von Conti geplanten Schritte, um die eigene Finanzierung zu verbessern, bleiben von der Einigung Schaefflers mit seinen Banken unberührt.

„Das gefundene Konzept ist sowohl standalone als auch für ein Zusammengehen mit Conti richtig“, sagte die Person aus dem Schaeffler-Umfeld. Die vom Aufsichtsrat beschlossene Vorbereitung einer Kapitalerhöhung werde vom Vorstand umgesetzt. „Aber das Wann und Wie der Umsetzung steht noch nicht fest.“

Schaeffler hat sich verhoben

Schaeffler hatte im Frühjahr bereits einen milliardenschweren Überbrückungskredit erhalten, der dem hoch verschuldeten Konzern Luft zum Atmen gegeben hatte. Die Familienfirma hat sich mit der Übernahme der drei mal größeren Continental verhoben. Der Schuldenberg wuchs auf zwölf Milliarden Euro. Da die Schulden angesichts der Absatzkrise in der Autoindustrie derzeit nicht bedient werden können, musste die Familie bislang fürchten, die Kontrolle über das Unternehmen an die Banken zu verlieren.

Bislang hält sie eine knappe Mehrheit selbst und hat zudem knapp 40 Prozent bei Banken geparkt. Auf Druck der Conti-Arbeitnehmer hatte Schaeffler vergangene Woche den in Hannover selbst an der Spitze des Aufsichtsrats installierten Rolf Koerfer fallen lassen. Er soll nun in wenigen Wochen für einen aus der Auto- oder Zulieferindustrie kommenden Nachfolger Platz machen. In der Branche gelten Ex-VW-Chef Bernd Pischetsrieder, ThyssenKrupp-Vorstand Ulrich Middelmann und Ex-Daimler Manfred Gentz als geeignete Kandidaten.

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