Autozulieferer: Verlust bei Bosch dreimal so hoch wie erwartet

Autozulieferer: Verlust bei Bosch dreimal so hoch wie erwartet

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Ein Mitarbeiter des Automobilzulieferers und Bosch fertigt im Werk Stuttgart-Feuerbach Dieseleinspritzpumpen - der Konzern schreibt hohe Verluste

Die Krise auf dem Automarkt trifft Bosch härter als bislang befürchtet. Der Jahresverlust könnte nach einem Medienbericht drei Milliarden Euro betragen - bislang rechnet der Autozulieferer mit einem Drittel.

Der weltgrößte Autozulieferer Bosch leidet massiv unter der Wirtschaftskrise und fährt dieses Jahr einen Milliardenverlust ein. Das Unternehmen droht tiefer in die roten Zahlen zu rutschen als bislang erwartet.

Das Minus in diesem Jahr könnte bis zu drei Milliarden Euro betragen, wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf ungenannte Unternehmenskreise berichtete. Der Verlust wäre dann fast dreimal so hoch, wie Vorstandschef Franz Fehrenbach im April angekündigt hatte.

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Bosch-Sprecher Andreas Kempf wollte sich am Dienstag in Stuttgart zu der Höhe des Verlusts nicht äußern. „Wir beteiligen uns nicht an Spekulationen.“

Bosch hat im Ausland bereits 8000 Mitarbeiter entlassen

Im April hatte die Umsatzerwartung dem Bericht zufolge noch bei einem Minus zwischen 10 und 15 Prozent gelegen. Allerdings stützte Fehrenbach seine Prognose auf die Hoffnung, dass sich die wirtschaftliche Lage ab Jahresmitte bessere. Eine nachhaltige Erholung sei aber bisher nicht eingetreten.

Der Bosch-Chef warnte bereits auf der Messe IAA im September vor einem „deutlichen Verlust“. Bei Bosch sind zur Zeit 33.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit, wie eine Sprecherin berichtete. Weitere 26.000 Beschäftigte hätten aufgrund des Tarifvertrags Beschäftigungssicherung ihre Wochenarbeitszeit reduziert.

Im Ausland wurden hauptsächlich im Bereich Kraftfahrzeugtechnik rund 8.000 Mitarbeiter entlassen. In Deutschland will der Konzern einen Personalabbau möglichst vermeiden. Die Sprecherin sagte, man gehe weiterhin davon aus, dass man mit den bestehen Maßnahmen über die Runden komme.

Autotechnik ist Hauptproblem bei Bosch

Die Autokrise hinterlässt in der Branche tiefe Spuren. Bereits jetzt seien 40 große Zulieferer insolvent - mit steigender Tendenz, berichtete das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Autoexperten. Bosch schlage sich noch vergleichsweise wacker, aber Rückgänge von über 20 Prozent bei den Autoherstellern und bis zu 50 Prozent in der Nutzfahrzeugindustrie drückten auch bei den Stuttgartern aufs Geschäft. So sei die Kernsparte Autotechnik mit einem erwarteten Rückgang um ein Fünftel Hauptverursacher der Probleme.

Die übrigen Bereiche Gebrauchsgüter, Industrietechnik und Gebäudetechnik könnten das nicht ausgleichen. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sagte, bei Bosch sei das wichtige Geschäft im Bereich Dieselsysteme eingebrochen. Das mache dem Unternehmen besonders zu schaffen.

Im letzten Jahr hatte Bosch nach einem 87-prozentigen Gewinneinbruch einen Verlust gerade noch vermeiden können. Bosch versucht schon länger seine Abhängigkeit von der Automobilindustrie zu verringern. Der Konzern kaufte das thüringische Solarunternehmen Ersol. Außerdem baut der Stuttgarter Konzern gerade ein neues Werk für Solarzellen. Um bei den alternativen Antrieben bestehen zu können investiert der weltgrößte Zulieferer außerdem eine Menge Geld in ein Joint-Venture mit dem Partner Samsung, um in Korea Batteriezellen zu bauen.

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