Babywindeln: Mit Simply Dry knöpft sich Pampers Billigkonkurrenten vor

Babywindeln: Mit Simply Dry knöpft sich Pampers Billigkonkurrenten vor

von Mario Brück

Mit preiswerten Windeln namens Simply Dry knöpft sich Marktführer Pampers nun auch noch die Billigkonkurrenten vor.

Kleine Ohren, dünnes Chassis

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Stefan Sallandt ist Marken-Manager für Pampers bei dem Konsumgüterriesen Procter & Gamble

„Wir haben mit der Marke Pampers ein recht zufriedenstellendes Geschäft“, sagt Stefan Sallandt, zuständiger Marken-Manager bei Procter & Gamble (P&G). Recht zufriedenstellend? Da untertreibt der Diplomkaufmann, der seit neun Jahren in Diensten der US-Markenschmiede ist, gewaltig.

Pampers legte im vergangenen Geschäftsjahr ein Umsatzplus von neun Prozent hin. Im Sommer dieses Jahres schaffte die Marke erstmals den Sprung auf über 60 Prozent Marktanteil bei Wegwerfwindeln. Die Dominanz von Pampers, die durch Werbemacht und ständige Neuerungen erreicht wurde, lässt wenig Platz für andere Wettbewerber. Auf einen nennenswerten Anteil kommt lediglich noch Babylove, die Eigenmarke der Drogeriekette dm, mit knapp 15 Prozent. Doch den P&G-Managern reicht die haushohe Überlegenheit nicht. „Wir haben überlegt, wie wir die Marke für noch mehr Kunden öffnen können“, sagt Sallandt, Vater zweier kleiner Kinder und selbst Daueranwender von Pampers. Also ersann er eine preiswertere Windel, die auf Väter und Mütter zielt, die sich bisher in erster Linie bei Aldi, Rossmann und dm bedienen.

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Keine Abstriche

Heraus kam Pampers Simply Dry, die mit knapp acht Euro pro Packung rund einen Euro billiger ist als herkömmliche Pampers. Damit nähert sich der Marktführer den Handelsmarken, die sechs bis sieben Euro kosten und von pfiffigen Kunden durch Sonderangebote oder mit Coupons sogar unterboten werden können. Simply Dry ist seit Anfang des Jahres auf dem Markt, und die Entwicklung sei im Rahmen der Erwartungen, sagt Sallandt. Mehr wolle er nicht sagen.

Doch wie kommt Procter & Gamble dabei auf seine Kosten? Bei der Trockenheit gebe es auch bei der simplen Machart keine Abstriche, beteuert Sallandt. Wo aber steckt dann die Ersparnis? Es sei an einigen „Features“ gespart worden, sagt Sallandt. Das heißt, bei der Außenhaut, dem sogenannten Chassis, wurde auf bunte Bildchen verzichtet, und sie ist auch insgesamt etwas dünner. Auch die Ohren, das sind die Klebelaschen, sind nicht so groß wie beim Original.

Von einem gezielten Angriff auf Handelsmarken will Sallandt offiziell nicht sprechen. „Es geht schlicht darum, Kunden, die bisher nicht in der Lage waren, Pampers zu kaufen, nun auch diese Möglichkeit zu bieten.“ Als ehemaliger DLRG-Rettungsschwimmer würde jedermann Sallandt das sofort glauben, nicht aber als Manager von Procter & Gamble. Denn dort zählt natürlich in erster Linie der Gewinn.

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