Bahn-Tarifabschluss: Mehdorn schlägt zurück

Bahn-Tarifabschluss: Mehdorn schlägt zurück

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Bahnchef Hartmut Mehdorn wird morgen die Halbjahresbilanz der Deutschen Bahn in Frankfurt vorlegen, Foto: dpa

Nach monatelangem Ringen hat sich die Bahn vor kurzem mit der Lokführergewerkschaft GDL auf einen Tarifabschluss geeinigt. Nun schlägt Bahn-Chef Mehdorn zurück: In einem Gespräch kündigt er Arbeitsplatzabbau, Jobverlagerung ins Ausland und ein Ende der Beschäftigungssicherung an.

Bahn-Chef Hartmut Mehdorn hat gestern Abend seiner Wut über den von Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) herbeigeführten Tarifabschluss mit der Lokführergewerkschaft GDL Luft gemacht. Ohne Tiefensee beim Namen zu nennen, sagte Mehdorn auf einem Empfang im Berliner Restaurant Zollpackhaus: Denjenigen, die für sich in Anspruch nähmen "zur Beendigung dieses Arbeitskampfes" beigetragen zu haben, müsse nun auch "klar sein", was dies "für Konsequenzen haben muss."

Dazu zähle, dass die Bahn in den kommenden fünf Jahren "zusätzliche Belastungen in Milliardenhöhe" auffangen müsse. Dies werde "natürlich Konsequenzen für Arbeitsplätze und Standorte" sowie für "unsere Preise" haben, sagte Mehdorn. Wettbewerber lägen schon heute um bis zu 25 Prozent unter den Personalkosten der Bahn.

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Mithin würde durch den von Tiefensee erreichten Tarifabschluss "wettbewerbsfähige Arbeitsplätze bei der Deutschen Bahn vernichtet". Dies gelte für "alles, was da für die Beschäftigten dranhängt - bis hin zur Beschäftigungssicherung."

Der Bahnchef kündigte an:  "Im Ergebnis werden wir alle Möglichkeiten zur Rationalisierung einschließlich der Verlagerung von Arbeit in Billiglohngebiete nutzen müssen".

Bundesverkehrsminister Tiefensee hatte auf Geheimtreffen am vergangenen Wochenende erreicht, dass die Bahn und die Lokführergewerkschaft GDL sich nach zehnmonatigen Auseinandersetzungen auf eine stufenweise Lohnerhöhung von 11 Prozent in diesem Jahr einigten.

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