Bahn-Tarifverhandlungen: Ende Januar drohen wieder einmal Bahn-Streiks

Bahn-Tarifverhandlungen: Ende Januar drohen wieder einmal Bahn-Streiks

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Die Verhandlungsfuehrer der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Heinz Fuhrmann und Regina Rusch-Ziemba

von Christian Schlesiger

Die Tarifverhandlungen in der Bahnbranche kommen voran. Doch das heikelste Thema steht noch aus.

Die Ruhe trügt. Seitdem Ex-Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) Anfang Dezember im Tarifstreit der Eisenbahner die Schlichtung übernommen hat, bahnt sich offenbar eine Lösung an. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verhandelt sowohl mit der Deutschen Bahn als auch mit deren sechs größten Konkurrenten Keolis, Veolia, Abellio, Benex, Arriva Deutschland und den Hessischen Landesbahnen über einen Branchentarifvertrag im Nahverkehr. Ziel ist eine Angleichung der Löhne etwa für Zugbegleiter, Verkaufsmitarbeiter und Sicherheitspersonal. Man sei „auf gutem Wege“, ein Abschluss bis Ende Januar scheint wahrscheinlich – heißt es.

Kleine Fortschritte

Aber die Gefahr eines Bahnstreiks ist damit noch lange nicht vom Tisch. Parallel zu Strucks Schlichtungsbemühungen verhandelt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) im Alleingang mit der staatseigenen Deutschen Bahn und deren Wettbewerbern. Das Ziel der GDL: gleicher Lohn für alle Lokführer – auf dem Niveau des Staatskonzerns. Es gebe „Fortschritte“, ist zu hören, aber nur bei Randthemen wie Wochenarbeitszeiten und Qualifizierung. Das Lohnniveau verhandeln die Parteien erst Ende Januar — und dort liegen die Vorstellungen bislang weit auseinander. Spätestens dann wird die GDL ihren Druck erhöhen und ihre Ziele kompromisslos verfolgen – schon deshalb, weil es ihr auch darum geht, der Konkurrenzgewerkschaft EVG Mitglieder abzujagen, die im Dezember aus der Fusion der beiden Bahngewerkschaften Transnet und GDBA entstanden ist. Die GDL vertritt rund 70 bis 80 Prozent aller Lokführer in Deutschland –  da ist noch Potenzial. „Die GDL strotzt vor Kraft“, sagt ein an den Verhandlungen Beteiligter. Ein mehrtägiger Ausnahmezustand auf deutschen Schienen von Ende Januar an ist darum ein realistisches Szenario.

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