Bahntechnik: Das böse Erwachen für die Bahnindustrie kommt noch

KommentarBahntechnik: Das böse Erwachen für die Bahnindustrie kommt noch

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Gleise vor dem Bahnhof Frankfurt/Main.

von Christian Schlesiger

Die Bahnbranche feiert einen Umsatzsprung, doch in Wahrheit sieht es düster aus. Aufträge bleiben weg und auch das Auslandsgeschäft hat seine Tücken. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Redakteur Christian Schlesiger.

Der Einschlag kommt zeitverzögert. Zwar knackte die Bahnindustrie in Deutschland erstmals die Umsatzmarke von zehn Milliarden Euro. Doch freuen kann das die Unternehmen nicht. Der Auftragseingang sank im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Prozent. Die Nachfrage nach Schienenfahrzeugen sank gar um fast 27 Prozent. Die schweren Zeiten stehen also noch bevor. Seit 2004 wuchs der Auftrangseingang stärker als der Umsatz mit ausgelieferten Loks und Waggons. Auch im kommenden Jahren dürfte die Produktion daher noch nicht stillstehen. Doch jetzt hat sich die Lage gedreht. Bald schon ist mit Kurzarbeit und betriebsbedingten Kündigungen zu rechnen.

Das Auslandsgeschäft soll es richten. Unwahrscheinlich ist das nicht. Im Ausland entstehen gigantische Neuprojekte auf der Schiene, von denen auch die deuschen Unternehmen profitieren können. So plant allein China ein Hochgeschwindigkeitsnetz von 10.000 Kilometern. In Russland hat die Staastbahn RZD erst kürzlich eine Neubaustrecke von Moskau nach Sankt Petersburg angekündigt, auf der Tempo 400 gefahren werden soll. In beiden Ländern ist Siemens mit seinen ICE-baugleichen Schnellzügen Velaro erfolgreich unterwegs.

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Deutsche Bahntechnik genießt hervorragenden Ruf

Die deutsche Bahntechnik genießt im Ausland einen sehr guten Ruf - auch deshalb, weil die strengen Zulassunsgkriterien des Eisenbahnbundesamts eine Art Ritterschlag für zugelassene Züge ist. Wer auf deutschen Schienen fahren darf, hat seine Qualität bereits unter Beweis gestellt. Weitere Aufträge im Ausland sind die logische Folge.

Insofern kommt dem deutschen Markt auch für das Auslandsgeschäft eine wichtige Rolle zu. Der Bahnverkehr muss als wichtiges und strategisches Verkehrsmittel in Deutschland ein hohe Priorität genießen. Das gilt für den Ausbau des Schienennetzes als auch für die Wettbewerbsbedingungen. Denn mehr Verkehr auf der Schiene ist gleichbedeutend mit einem Auftragsplus für die Industrie.

So sichert sich die deutsche Bahnindustrie langfristig Wettbewerbsvorteile und Aufträge für das Exportgeschäft. Andere Nationen kommen dem Technikvorsprung bereits gefährlich nahe. Siemens lässt seine Velaro-Züge für den chinesischen Markt längst in China fertigen. Es ist daher nur eine Frage der Zeit, bis die Chinesen mit eigenen Schnellzügen konkurrenzfähige Produkte auf den Markt bringen.

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