dpa/rtr NEW YORK. Die New Yorker Großbank hat mit der CSFB einen endgültigen Kaufvertrag geschlossen. Es sei von den Verwaltungsräten beider Firmen genehmigt worden. Die Transaktion solle bis Ende des zweiten Quartals 2003 über die Bühne gehen. Der Verkaufspreis liege knapp unter dem Buchwert, hieß es weiter. Nach Steuern ergebe sich aus der Transaktion ein Verlust von 250 Mill. Dollar.
Credit Suisse konnte aus dem Verkauf einen höheren Erlös erzielen als erwartet. Im November war in amerikanischen Zeitungen noch von einem Preis von gut einer Milliarde Dollar die Rede gewesen. Die Bank of New York will den Kauf durch die Emission von Schuldpapieren im Wert von 900 Mill. Dollar und durch die Begebung von Aktien im Wert von 1,1 Mrd. Dollar finanzieren.
Pershing nimmt für Banken, Investmentfonds und andere Finanzdienstleister gegen Bezahlung die Abrechnung ihrer Wertpapiertransaktionen („Clearing“) vor. Es handelt sich um ein spezielles Dienstleistungsgeschäft, in dem die Bank of New York seit geraumer Zeit stark expandiert. Die CSFB gehört dem mit Verlusten kämpfenden schweizerischen Finanzkonzern Credit Suisse Group, die sich durch den Pershing-Verkauf erhebliche Mittel beschafft. Das Unternehmen hat in den USA eine der führenden Positionen und ist auch in Europa eine der prominentesten Wertpapier-Clearing-Firmen.
Pershing ist eine der führenden Korrespondenz-Clearing-Firmen mit Sitz in Jersey City (New Jersey). Sie betreut mit 4000 Mitarbeitern in den USA, Europa und Asien mehr als 850 Firmenkunden. Pershing hält rund 400 Mrd. Dollar an Vermögenswerten für seine Kunden, darunter 160 Mrd. Dollar an Geldmarkt- und Investmentfonds- Vermögenswerten.
Die CS Gruppe war über der Kauf der amerikanischen Investmentbank Donaldson Lufkin & Jenrette (DLJ) im Jahr 2000 in den Besitz von Pershing gekommen. DLJ, für die Credit Suisse insgesamt rund 12,5 Mrd. Dollar in Aktien und in bar zahlte, wurde in CSFB integriert. Einzelheiten über die Ertragslage von Pershing sind nicht bekannt. Pershing erzielte laut den Angaben im jüngsten CS-Quartalsbericht einen Bruttoertrag entsprechend dem Vorquartal und dem Vorjahresquartal.
Credit-Suisse-Chef John Mack verwies darauf, dass die Bank of New York eine führende Position im Wertpapier-Dienstleistungsgeschäft habe. Strategisch passe Pershing außergewöhnlich gut zur Bank of New York, betonte Thomas A. Renyi, der Chef der New Yorker Großbank.
Mit dem Verkauf kann Credit Suisse den Angaben zufolge Goodwill von etwa 500 Mill. Dollar (rd. 700 Mill. sfr) aus der Bilanz herausnehmen. Zudem ergebe sich eine Reduktion der risikogewichteten Aktiven um 1,8 Mrd. Dollar. Ende 2001 wies die CS Gruppe einen Goodwill von fast 15 Mrd. sfr aus.
CSFB ist neben der Winterthur Versicherung das Sorgenkind der Gruppe. In den ersten neun Monaten 2002 kam die Investmentbank auf einen Verlust von 610 Mill. sfr. Der ganze Konzern musste einen Verlust von knapp 2,4 Mrd. sfr in Kauf nehmen. Winterthur musste im vergangenen Jahr zudem vom Konzern mit weit mehr als drei Mrd. sfr rekapitalisiert werden.






















